Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Ludwig Friedrich II. Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt in Rudolstadt v. 10.5.1800 (Oberweißbach)


F. an Ludwig Friedrich II. Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt in Rudolstadt v. 10.5.1800 (Oberweißbach)
(ThStA Rudolstadt, Geheimes Ratskollegium, A XV 1d Nr. 10, Bl 1-2, Brieforiginal 1 B fol 2 S., bei 1R Rand rechts abgeschnitten; Abschrift KN 9,3)

Durchlauchtigster Fürst,
Gnädigster Fürst und Landesvater;

Eure Hochfürstliche Durchlaucht
bitte ich
gnädigst zu verzeihen, daß ich mich Höchstdenen-
selben mit diesen Zeilen in tiefster Ehrfurcht nahe.
Schon einige Jahre widmete ich mich der prak-
tischen Geometri und Forstwißenschaft, um
dadurch einst meinen Vaterlande nüzlich zu werden. /
[1R]
Da ich aber einsahe wie mangelhaft, die blose prak<ti->
sche Erlernung dieser Wißenschaften sey, so ging
ich nach Jena, um daselbst einige Zeit, so wohl das
Theoretische dieser beyden, als auch andere damit ver[-]
bundene Wißenschaften, als Mathematik, Banku<nst,>
Naturgeschichte und Cammeralwißenschaften pp <zu>
studiren. [*Lücke*] Meinem gnädigsten Fürsten d<ie->
ses unterthänigst anzuzeigen, hielt ich für mein<e>
unnachläßlich unnachläßige Pflicht; und wollte mich derselbe<n>
durch diese Zeilen entledigen. Zugleich wage i<ch>
es Eure Hochfürstliche Durchlaucht unterthä[-]
nigst zu bitten, meiner in Zukunft in Gnaden
zu gedenken.
Mit der Versicherung, daß ich allen mögliche<n>
Fleiß anwenden werde, um mich des hohen An[-]
denkens und der Gnade meines Durchlauchtigst<en>
Fürsten würdig, und meinen Vaterlande nüzlich z<u>
machen, ersterbe ich in tiefster Ehrfurcht
Durchlauchtigster Fürst,
Gnädigster Fürst und Landesvater;
Eurer Hochfürstlichen Durchlaucht,

unterthänigster Knecht
Friedrich Wilhelm August Fröbel
des Pfarrers zu Oberweißbach vierte[r]
Sohn.
Oberweißbach
den 10ten May
1800. /
[2R]
[Adressierung:]
An den regierenden Fürsten von Schwarzburg Rudolstadt.