Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Christoph Fröbel in Eyba v. 18.9./5.10.1801 (Weitersroda)


F. an Christoph Fröbel in Eyba v. 18.9./5.10.1801 (Weitersroda)
(KN 9,9, Brieforiginal 4 B 4° 14 ½ S. - Die Bögen in KN liegen falsch; richtige Folge: 1-2R, 7-8R, 3-4R, 5-6V)
(Verhältnis Originalzeile : Transkriptionszeile nicht 1 : 1)

Weitersroda den 18ten Septbr. 1801.


Lieber, guter Bruder;

Du wirst doch nicht böse werden, wenn ich schon wieder mit einem Brief und Bitte Dich inkommodire und beschwere. Ich las nemlich vor einigen Tagen, daß die Großfürsten [sc.: Großfürstin] von Rußland in Saalfeld abermals angekommen sey, und sich einige Zeit daselbst aufhalten würde.
Mir fiel sogleich ein, ob nicht bey dieser Gelegenheit etwas für mein Unterkommen zu thun seyn. Aber freylich war dieser Gedanke auch zugleich mit den Gedanken verbunden, daß Du so gütig und gefällig seyn müßtest, und die Hauptsache hierbey zu besorgen; zugleich fiel mir auch ein, ob nicht die Fräul[e]in von Ackmeyer, da sie doch vielleicht mit denen Herrn, an die ich mich dieserhalb wenden müßte, bekannt ist; ob nicht vielleicht diese etwas für mich thun könnte. Ich glaube es ist sehr vortheilhaft, diese Gelegenheit nicht vorüber zu lassen; aber freylich muß ich blos meine Hoffnung, auf Deine brüderliche Gesinnungen gegen mich, stützen. /
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Auserordentlich angenehm würde es mir seyn wenn sich hier dort Gelegenheit, und vielleicht bald, zu meinen Unterkommen fände; denn die Zeit verfließt rasend schnell, schon bin ich nun über 9 Wochen hier, also höchstens noch 4 Wochen werde und kann ich hierbleiben.- Du würdest mir also eine sehr große Gefälligkeit, und einen großen Beweiß Deiner brüderlichen Gesinnungen geben, wenn Du Dich dieses Geschäftes unterziehen, und vielleicht bald einen Weg nach Saalfeld machen wolltest. Ich glaube aber fast daß es leider nur einen Weg geben wird, durch diese Gelegenheit mein Brod zu finden; und zwar als Jäger. Du wirst vielleicht hier stutzen, und ich stutzte selbst als mir der Herr Vetter <Okoney> Direktor auf der Klösterer Faberik, diesen Vorschlag that. Er sagte mir aber, daß dort ein Jäger weider keine Wissenschaft brauchte als: - schießen, und Rechnen und Schreiben, nun Gott Lob und Dank, dieses dreyes würde ich ja leisten können, und Kenntniße im Behandlung der Forste besitze ich doch auch. "Aber", wirst Du sagen, "wie ist es mit dem Lehrbrief"?- Gedachter Herr <Okoney> /:welcher zweymal, ein /
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mal als Jägerbursch, und einmal mit dem Görgdanel in Rußland war:/ sagte, <in / für> diesen Behuf bekäme ich sehr leicht einen.
Solltest Du nun so gütig seyn und Dich für mich intereßiren wollen; so mußt Du freylich sehen mit was für einen Mann Du zu thun hast. Sollte es ein aufgeklärter vernünftiger helldenken[der], von den alten Galymathias der Jägerey befreyter Mann seyn, so kann[st] Du ihn [sc.: ihm] ja sagen was die reine Wahrheit ist. Doch dieß überlaße ich Dir ganz.- Ich weiß nicht warum, aber leider habe ich wenig Hoffnung zu den guten Erfolg dieser Bemühungen; aber erstlich brauche ich mir doch keine Vorwürfe, wegen Lässigkeit um Dienstbewerbung zu machen, und zweitens sagt ja das ein Sprüchwort; Nichts unversucht; gehts, so gehts, gehts nicht,- Nun so ist mein Vorsatz noch derselbe Alte.
Da Du und Bruder Traugott die große Gefälligkeit für mich haben wollt, die Jenaische Geschichte mit Paulsen in Ordnung und Richtigkeit zu bringen, so halte ich es für nöthig Dir zu schreiben, daß Paulsen die Bitte um Nachsicht bis Ende des Octobers eingegangen ist. Ich schreibe Dir dies jetzt schon, /
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damit Du Dich darnach richten kannst, in Ansehung Deiner Einrichtung.
Nun auch etwas von meiner jetzigen Lage. Die ländlichen Beschäftigungen gefallen mir immer mehr; ich habe lerne jetzt das Ackern, Säen und dergl[eichen]. Geackert habe ich schon einige mal, gesäet habe ich vor einigen Tagen 3 Beete Winterrübsen. Auch gemähet habe ich vor einigen Tagen etwas weniges. Ziemlich habe ich mich jetzt mit dem Taback beschäftigt, wovon ein halb Duzzend Beete in dem hiesigen Garten stehen. Ueberhaupt wäre in diesen Garten manches zu profitiren gewesen, da die Herrn G[reiner] verschiedene Versuche angestellt haben, wenn nicht der Gärtner so ein liederlicher elenderde Kerl gewesen wäre. Dieser Gärtner ist der Halter welcher vor einigen Jahren in Eyba gewesen ist. Hier ist er wegen seiner Liederlichkeit und Unordnung, des Dienstes entlassen worden.- Zu allen mir bis jetzt bekannt gewordenen Oekonomischen Beschäftigungen finde ich Neigung und Anlagen und Geschicke bey mir, und auch Kräfte und Beurtheilungskraft. Hof[f]entlich wirst Du mir doch nicht zudrauen, daß ich mir dadurch schmeichele, aber ich halte doch dieses Geständniß für nöthig, damit wenn Du vielleicht eine Gelegenheit zu meinen Unterhalte finden solltest, Du doch weißt was Du Dir von mir zu versprechen hast. Im Ganzen [bricht ab] /

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Den 5ten Octbr 1801.

Nicht wenig wirst Du Dich über mich und meinen Brief wundern, daß ich in dem Brief vom 18ten Sptbr so knall und fall abbreche. Aber eben wie ich jenen frischen Satz angefangen hatte und den 2ten halben Bogen beschnitte, erhielt ich einen Brief von OWB [sc.: Oberweißbach], worinne der Vater schrieb, daß ich wieder nach Hauße sollte, und zwar so bald als es sich für mich schickte; da ich nun glaubte ich würde Dich bald sprechen so ließ ich so gleich jenen Brief liegen, um mündlich deutlicher mit Dir über den Innhalt zu sprechen.
Aber von Ohngefähr wurde ein Strich durch meine Rechnung gemacht, und dieser Strich verursacht nun, daß ich Dich noch mit einem Brief von mir beschweren muß.
Du wirst vielleicht neugierig seyn, und diesen Strich näher beleuchten wollen; um dieß zu können will ich Dir eine kleine Beschreibung von ihm geben. Dieser Strich oder Linie, wird durch eine Kette gebildet welche [*Lücke* sc.: drei] Glieder hat. /
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Das erste heißt Reegen, das zweite Krankheit, das dritte Mangel: Denn so wie ich entschloßen war zu gehen, so fiel Reegen und übles Wetter ein, so war es mir unmöglich zu reisen, da ich keine Stiefeln hatte welche nur einiger Masen etwas genutzt hätten, und in Schuen war es eben so unmöglich. Während dieser Zeit ging die Jagd auf und da ich denn da an einen Abend mit auf dem Anstand war, so wurde ich von einigen Insekten gestochen, daß ich einige Tage einen sehr geschwollenen Fuß davon trug, so daß ich kaum gehen konnte. Da ich nun das veränderliche Wetter noch immer fortdauerte, so konnte ich es unmöglich wagen; diese Reise in Schuen zu machen; ich mußte mich daher entschliesen, erst meine Stiefeln vorschuen zu lassen und dieses ist nun das letzte aus dem Weg zu räumende Hinderniß; so bald nun dieses überseite ist, werde ich wieder bey euch [sc.: Euch] erscheinen.
Doch wünschte ich nichts mehr als daß es dieser Aufenthalt nur einige Zeit dauerte, denn ich bin zu sehr vom Vater überzeugt, daß er mir wegen dieses fernern Aufenthalts zu Hauße [Vorwürfe] /
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machen wird. Doch habe ich mir bis jetzt alle Mühe gegeben in Conektionen zu kommen; und bey dieser Gelegenheit habe ich eine weitläuftige Verwandte von uns in Rußland entde[c]kt< >, deren Mann, wo ich nicht irre Officier ist, und einige Güter in der Gegend von Reval besitzt. Die Verwandtschaft mit derselben ist von der Greinerischen Seite, und zwar hat gedachter Muhme ihr Oheim, des <[ver]sto[rbenen]> Herrn Gotthelf Greiners zu Limbach Schwester zur Frau gehabt. Der von welchen ich diese Verwandtschaft erfahren habe, ist ein Neffe von dem Herrn Graebner in Ilmenau, welcher Anspruch auf die Fabrik in Ilmenau macht; und wo ich [nicht] irre ist es eben gedachter Herr Graebner, welcher eine Schwester von verst[orbenen] Herrn G. Greiner zur Frau gehabt hat. Ich werde mich dieserhalb näher erkundigen, und vielleicht könnte ich durch diese Herrn, (:denn so wohl gedachter H. Graebner zu Ilmenau, als genannter Neffe sind in Rußland gewesen:) Connectiones nach Rußland bekommen. Solltest Du vielleicht wegen Deiner Substitution zu Herrn Haager nach Ilmenau reisen müßen, so erkundige Dich doch näher, wenn /
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Du so gefällig seyn willst. Uebrigens wirst Du mir noch eine große Gefälligkeit erzei[gen,] wenn Du die im Brief vom 18ten 7br an Dich gethane Bitte erfüllst. Denn vielleicht und ich glaube am sichersten kann ich mein Glück in Rußland machen zu mal wenn ich einigermaßen Bekannte oder Verwandte finden sollte, auch hat mir Herr Graebner jun: versprochen, mir einige Empfehlungsschreiben dahin zugeben, und vielleicht könnte ich solche auch von Herrn Graebner zu Ilmenau bekommen. Vielleicht auch von dem Herrn Leutnant zu Alzbach, oder Herrn Director Okoney zu Closter Veilsdorf, welche ebenfal[l]s in Rußland gewesen sind. Ueberlege es bey Gelegenheit mit Bruder Tr[augott] genauer; denn ich wünsche nichts mehr als daß ich bald meinem Ziele nahe sein möchte. Ich werde mir alle Mühe geben noch vor meiner Abreise weitläuftig mit Herrn Graebner jun: zu sprechen; und dieses ist auch eine Ursache warum ich erst künftigen Sonn- oder Monntag von hier abreisen werde; Denn mein Entschluß ist noch der vorige. /
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Doch jetzt auch noch etwas sehr nöthiges und wichtiges über und von meiner Oekonomie und ökonomischen Lage. Leider hat mich hier des Vaters würklich übelangebrachte Genauigkeit wieder in Aufwand und Kosten versetzt, die er mir, so wie mehrere andere hätte erspaaren können.
Du wirst Dich noch zu erinnern wißen, daß wie ich noch zu Hauße war, ich leineine Stiefeln und nur ein paar alte ziemlich abgenutzte Schue hatte, und daß sich die Mutter darüber beschwerte, daß ich jetzt hieher sollte und weder Schue noch Stiefeln hätte. Auch wirst Du gehört haben, wie ich Traugott bat daß er mir doch ja bald die bey Haak in Stadtilm bestellten Schue und Stiefeln ja noch vor meiner Abreise von OWbach [sc.: Oberweißbach] schicken sollte. Diese Schue und Stiefeln kamen aber vor meiner Abreise nicht an und ich mußte daher meine Reise in ein paar frisch besohlten Stiefeln deren Oberleder aber schon zerrißen war antreten.- Ich bat also vor meiner Abreise Vater und Mutter recht sehr mir ja die neuen Stiefeln so bald als möglich zu senden, und gedachte alte Schue schickte ich zu Haak um sie besohlen zu lassen, damit ich sie dann noch als Bandoffeln brauchen könnte. /
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Ich war ohngefähr 4-5 Wochen hier, so fingen meine Stiefeln schon anzuzerreißen; da ich nun weider nichts hatte so schrieb ich nach Hauße und bat recht sehr mir meine Stiefeln zu schicken, bekam aber weder Stiefel noch Antwort. Ich schrieb nochmals da ich aber keine Nachricht erhielt, so sah ich mich genöthiget mir ein S paar Schue machen zu laßen; denn die Stiefeln konnte ich auf das Feld und im Wald kaum brauchen. Ehe ich noch diese Schue vom Schuster erhielt, schick[t]e der Vater mir die alten Schue, die ich als Bandoffeln hatte brauchen wollen; und damit sollte [ich] aufs Feld und im Wiesen herumgehen. Aber was half es kein Geld hatte ich nicht, denn ich hatte mir das Geld zu den ersten Schuen schon von dem Herrn Verwalter müßen geben lassen, ich mußte also, nach dem ich zwar einige [Zeit] die alten Schue angezogen hatte meine neuen auch anziehen. Du kannst Dir vorstellen wie elend ich mich daher bis jetzt behelfen mußte, und wie sehr ich die Schue in den Feld arbeiten, zumal da ich doch viele davon gerne lernen wollte, kaduk [sc.: kaputt ?] machen mußte.- Jetzt schreibt nun der Vater ich soll nach Hauße, und dieß bald, weiß meine <  > Beschaffenheit in Ansehung des Schuwerks, weiß, daß ich kein Geld habe, und sieht das veränderliche /
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Wetter vor Augen, und doch schickt er mir meine Stiefeln nicht., die doch schon seit mehrern Wochen zu Hauße stehen. Ich habe mich daher genöthigt gesehen meine Stiefeln zum Schuster zu thun und sie vorschuen zu lassen; denn wie hätte ich sonst nach Hauße kommen wollen?-
Da mir aber der Vater mehrmalen gesagt und nochmals in seinen letzten Briefen schreibt, daß er nichts mehr für mich thun kann, so sehe ich nothgedrungen Euch Brüder, und besonders Dich zu bitten; zum dem, mir zu Abmachung der Paulsischenen Schuld, versprochen Darleihn, von 33 <rth> 18 <Gr> 9 <Pf> Lbthlr à 40 <Gr> oder 32 <rth> 22 <Gr> 6 <Pf> Lbthlr à 39 <Gr> noch <S> einige Thaler zu legen, um jetzt meine Schulden hier damit abzutragen: welche folgende sind:
1 rth 20 Gr Stiefel vorzuschuen.
1 rth12 GrEin paar Schue.
 4 Gr6 [Pf]Für ein Päktchen mit Büchern aus Jena.
 4 GrFür ein Päktchen von Königsee.
9 <Pf>Für einen Brief von OWB.
 4 GrFür lederne Hosen zu waschen und etwas aus[-]
zubessern.
 4 GrFür Schneiderarbeit.
 6 GrFür Pulver und Bley bey Aufgang [sc.: Anfang] der Jagd.
20 GrFür 3 malige Lösung beym Hänseln
16 GrFür Bier, Obst, und dergl. theils hier, theils
einige mal in Hildburghausen verzehrt.
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5 <rth>19 <Gr>3 <Pf> Summa.  /
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Du siehest hieraus das [sc.: daß] ich mich was meine Person betrifft, gewiß vor allen nur eingermasen unnöthigen Ausgaben gehüthet habe. Denn was erstlich die Stiefel betrifft so hätte ich vielleicht doch mich zwingen können in Schuen nach Hauße zu kommen, aber dann waren nicht allein die Schue ganz hin, sondern ich hätte auch sogleich einen verdrießlichen Eintritt gehabt wenn der Vater wieder meine zerrissenen Stiefeln zu Gesicht bekommen hätte, und er also wieder einiges Geld für mich hätte ausgeben sollen; allso um dieses zu vermeiden ließ ich lieber meine Stiefeln hier besohlen, und will die Ausgaben lieber noch selber tragen. Die zweite Ausgabe, war wie Du aus dem vorigen gesehen haben wirst, nicht zu vermeiden. Die 3te, 4te u. 5te Ausgabe war so unvorhergesehen und zufällig, das und hing gar nicht von mir ab, weil ich ihr auszuweichen[.]
Wegen der 6ten u. 7ten Ausgabe findet, das von von [2x] der ersten Ausgabe statt. Die 8te Ausgabe hätte ich, g muß ich freylich gestehen, erspaaren können aber was thut nicht Zureden, wenn m[an] schon die Neigung dazu hat. Der 9ten Ausgabe war unmöglich auszuweichen. Zwar sagt der Vater, wer nichts hat kann nichts geben; Dieß ist gewiß die un-/
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läugbarste Wahrheit. Aber doch hier ging sie zu scheidern; denn erstlich wollte ich von den praktischen Arbeiten Begriffe haben, und dann erforderte es auch meine Bestimmung sie zu können, theils war ich auch Noth gedrungen mit zu arbeiten, wie z.B. beym Holzpflanzen, nun hieß es ein neuer Gehülfe der muß gehänselt werden, was wollte ich machen?- Noch dazu, da hier jedermann weis ich bin der Vetter der Gutsbesitzer. Was die letzte Aus gabe betrifft so wirst Du hoffentl[ich] kein Monitum dabey machen können, denn Du wirst doch überzeugt seyn daß Fälle kommen können wo nach dergl[eichen] Ausgaben <nicht> umgehen kann, und bedenke in 11 bis 12 Wochen 16 <Gr>. Dies ist gewiß auf keinen Fall zu viel.- Sollte Dir vielleicht der Vater gesagt haben, daß er mir 1 rth 6 <Gr> Reisegeld gegeben: so sehe ich mich genöthigt Dir auch hievon Rechnung abzulegen: als
10 <Gr>bis hieher verzehrt auf dem Wege, mit <Fiekgen>
von Limbach bis Eißfeld, nebst 2 <Gr> Trankgeld in Alzbach.
 8 <Gr>Bothenlohn für meine Kleidungsstücke, theils
von Limbach bis Eißfeld, theils von, dorther
bis hieher.
 6 <Gr>für Papier hier ausgegegeben.
 3 <Gr>für Materialien zu Schuwichse.
 3 <Gr>für Ausgaben die ich vergessen habe.
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1 <rth>6 <Gr> /
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Ich glaub mich nun wegen der gemachten Ausgaben genug vertheitigt zu haben, und breche nun davon ab.
Wenn Du mir also zu den33 <rth>18 <Gr> 9 <Pf> Jenaische Schuld
noch 6 <rth> 5 <Gr>3 <Pf>als Darlehen
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giebst, so macht jetzt40 <rth>Lbthr à 40 <Gr>
meine Euch Brüdern schuldige Zahlung. Die 10 <Gr> welche die 6 <rth> 5 <Gr> 3 <Pf> mehr betragen als meine hier schuldigen Zahlungen könnt Ihr als Reise Geld und sonstigen ohngefähr vorfallenden Ausgaben rechnen. Gedachte 6 <rth> 5 <Gr> 3 <Pf> Lbthr à 40 <Gr> bitte ich Dich, wenn Du anders die brüderliche Gefälligkeit für mich haben willst, mir baldigst durch die Saalfelder Post zu übersenden. Wo ich nicht irre wird sie Donnerstags von Saalfeld abgehen. Bis gedachtes Geld hier ein läuft werde ich noch hier bleiben; und dann so bald als nur möglich zu Dir nach Eyba kommen.
Du kannst es nur ein ein Couvert eingeschlossen an Herrn Friedr. Greiner beym Herrn Otto in Hildb[u]rgh[au]ßen <  > schicken, welcher es mir dann hieher überliefern wird.
Empfiehl mich Deiner guten lieben Frau recht herzlich und brüderlich; und verzeih mir mein so weitläufiges <  > Schreiben.
Unter Anwünschung stetes Wohl und in der /
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Hof[f]nung daß Du meine große Bitte bald erfüllen mögest bin ich Dein
Dich unveränderter liebender Bruder
FWA Fröbel. [Unterschrift geht in "Zeichnung" über]

[Von der Hand des Adressaten vermerkt:]
Obige 6 <rth> 5 <Gr> 3 <Pf> habe ich meinem
Bruder in Oberweißbach gezahlt.
C. Fröbel