Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an einen Herrn Reinhardt in < ? > v. 4.2.1802 (Oberweißbach)


F. an einen Herrn Reinhardt in < ? > v. 4.2.1802 (Oberweißbach)
(FMMO, Brieforiginal 1 B 4° 4 S., tw. ed. Döpel 1939, 78)

Oberweißbach den 4ten Februar 1802.


Lieber Herr Reinhardt

Ich war zwar Willens Ihnen einmal einen
recht vernünftigen und gescheiden ordentlichen Brief
zu schreiben, und mich besonders über
Carln genau mit Ihnen [zu] unterhalten;
allein die Zeit läßt dieß jetzt abermals
nicht zu, und ich muß daher die Ausfüh-
rung meines Vorsatzes bis auf ein an-
der mal verschieben, und Ihnen jetzt aber-
mals aufs neue mit Bitten und Aufträgen
inkomotiren, deren Erfüllung wir blos von
einen so freundschaftlich gesinnten Men-
schen wie Sie sind erwarten könnten. Vorhe-
ro aber sage ich Ihnen in meiner Eltern
Namen für die kürzl. in unseren Angelegen[-]
heiten übernommenen Geschäfte und Beschwer-
den den aufrichtigsten, und herzlichsten Dank /
[1R]
und melde Ihnen, daß wir alle kürzlich an
uns überschick[t]e, in einen Sack, Briefe von Ihnen
Brief von Kochberg, u Recogn: bestehend, richtig
erhalten haben. Zu Bestreitung ferneres
Kostenaufwands für Carln, und zu Dillgung [sc.: Tilgung]
der von Ihnen erhobenen Gelder, folgt hierbey
einstweilen 1 <rth> 6 <gr>, so bald dieß alle
ist, werden Sie es uns schon gefälligst mel-
den. Wenn Eben dieß werden Sie gütigst besorgen
wenn das Tischgeld verzehrt seyn wird.-
Die erstere Bitte die ich nun noch an Ihnen
zu thun genöthigt bin, ist, uns doch zu mel-
den, ob Ihnen Carl 1 rth Geld auszuheben [sc.: aufzuheben] gegeben
hat, welchen er hier geschenkt bekommen; und der
Mutter versprochen hat, ihn, Ihnen denselben zum Aufheben zu
übergeben. Hat er sey sein Versprechen erfüllt, oder
nicht??--
Hat Conradi nicht geäußert, ob das ihm
überschick[t]e Geld, genug war, und hat er nicht
vielleicht das Conto quittirt zurück gegeben?- /
[2]
Drittens möchten wir gerne wissen, ob Carl
einen jüngst von uns zur Bestellung nach Blan[-]
kenburg, an den Dr. Neser, erhaltenen Brief
mit 4 <rth> - beschwert richtig überliefert habe,
und warum uns Carl noch keinen Empfang-
schein zu geschickt hat?-
Wie steht es denn mit Kaufmann <JLercher / Hercker>
er hat er denn noch immer nicht das von ihm
Verlangte Ihnen nicht überliefert? nemlich
Carls vollständiges Conto und die quittirten
Nota über die Baumwolle?-
Recht sehr lassen Ih Sie meine Eltern
bitten, diese Fragen ja baldigst kürzlich
zu beantworten, und auserordentlich ange-
nehm würde es denenselben seyn, wenn es durch
den Herrn Cantor ges[ch]ehen könnte, denn sonst
wird besonders die Mutter gar nicht ruhig.
Recht sehr muß ich wegen diesen Geschmire
um Verzeihung bitten, aber wenn ich Ihnen /
[2R]
sage, daß ich dieß späte Abends und
schon halb im Schlafe habe schreiben müßen
so werden Sie mich hoffentlich keine
Fehlbitte thun lassen. Ich empfehle mich
Ihrer Wohlgewohgenheit und nenne mich
mich [2x] mit großen Vergnügen
Ihren
ergebensten
FWA Fröbel
<H>

Meine Eltern lassen
sich Ihnen besten[s] empfehlen