Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Georg von Holzhausen in Frankfurt am Main v. zw. 25.12.1806 u. Anfang 1807 (Frankfurt am Main)


F. an Georg von Holzhausen in Frankfurt am Main v. zw. 25.12.1806 u. Anfang 1807 (Frankfurt am Main)
(BN 494, Bl 38, undat. Entwurf 1 Bl 4° 1 S., zit. Stiebitz 1913, 18, 120; Stiebitz dat. "Anfang 1807", Wollkopf dat. „1807/1808“. - Das Briefgenus ist nicht gesichert, es scheint sich eher um ein "Vortragsmanuskript" zu handeln.)

Nicht nur Ihre gn[ädige] Erlaubniß, sondern <auch> dieser Beweiß Ihrer gnädigen Gesinnung für mich
fordert mich auf. oder[:] Auch dieser neue Beweiß Ihrer gn[ädigen] Gesinnung für mich ist eine neue Aufforderung
an mich, Ihnen treu u. gewissenh Ihre gn[ädige] Erlaubniß zu benutzen <u> mich über das Beste Ihre[r]
Söhne ernstl[ich] mit Ihnen zu berathen. (Ich bitte mich <nicht> zu unterbrechen[)] -
Zuerst also muß ich Ihnen sagen, daß mein Vorschlag, den Knaben Mayer öfters in
Verbindung bes[onders] mit Carl u. Fritz zu bringen, den ich auf Ihrer Aufforderung, ferner über
die Verbesserung des Seyns der Knaben that gewiß nachzudenken[,] that, nicht ausführbar
ist, weil von Seiten der Angehörigen des Knabens außer meinem Anerbieten des Unterrichts Forderungen gemacht werden
die ich nicht zu erfüllen sind. z.B. Essen rc.
Überdieß finde ich auch, wie ich die Knaben, u. besonders Karln u. sein ganzes Seyn seit jener Zeit immer
mehr u. besser habe kennen lernen, und nach der strengen Prüfung meiner Resultate,
daß diese Einwirkung <Karln> die Gesellschaft des Kin[des] Mayer zu schwach seyn
und wenig nützen würde, da der Knaben, Gedankenloses elendes
Geschwätz ihr Zänkisches Unbrüderl[iches] Wesen u. besonders Karls Eitelkeit
von sich eingenommenheit u. Brudalität schon zu tief eingewurzelt ist
als daß sie d[urc]h eine so einseitige u. schwache Einwirkung gehoben werden
könne. Dieses Seyn, ihre Gedankenlosigkeit, Fritzens höchste Flatterhaftigkeit
u. Unachtsamkeit, u. ihr Unbrüderl[iches] Wesen, Karls Eitelkeit u. Bruda-
lität macht weit kräftigere u. allgemeinere Einwirkungen nöthig,
besonders da weder strenge Strafmittel, noch besonders bei Karln
so wie freundschaftl[iche] liebevolle Behandlung wenig fruchten, da Karls
Betragen bei den gelindesten Strafen alle Schilderung übertrifft.
aber ebenso beim Unterricht.
Karl 12½, Fritz 9½ Adolph 7 Jahr u. die ersteren erst Lesen, Schreiben
Rechnen.
Der unterricht soll <muß> daher soll etwas gebessert werden auf
jeden besonders einwirken