Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Christoph Fröbel in Griesheim v. 20.8.1807 (Frankfurt am Main)


F. an Christoph Fröbel in Griesheim v. 20.8.1807 (Frankfurt am Main)
(BN 435, Bl 6, dat. Entwurfsfragment, bei Halfter 1930, 1931 u. Stiebitz 1913 zitiert)

Am 20sten August 7.
Lieber Bruder es wird mir lieb seyn
w[enn] Du mir über das absolute System
der Erziehung deine Ideen mittheilst
auch wohl Deinen Rath, allein ich muß
Dir sagen, daß ich für bloße Mey[nungen]
Gedanken nicht sehr danke, sie
sind höchstens für mich Mittel auf
daß ich manches früher auffasse
und erkenne, was ich zwar g[an]z
bestimmt immer erkannt haben würde
- gegeben kann mir gar nichts
werden, alles was ich darstellen
soll muß aus mir selbst nur
einzig aus mir kommen u liegt
schon in der Anlage in mir,
nur Thatsachen - treue Erzählungen
von den wirkl[ichen] Erscheinungen die
im Leben des Menschen /
[6R]
früh[er] oder spät[er] - in seiner
JugKindheit od[er] in s[ei]nem Alter
statt fanden können mir
nutzen u für die werde ich
danken sehr danken, denn sie
lernen [sc.: lehren] mich u so die Menschen
im Allgemeinen, sie lernen [sc.: lehren]
mich meine Anlagen [er]kennen
u. die Anlagen jedes Geschöpfes
das mir gleich ist [bricht ab]