Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Georg von Holzhausen in Frankfurt am Main v. zw. November und 15.12.1808 (Yverdon)


F. an Georg von Holzhausen in Frankfurt am Main v. zw. November und 15.12.1808 (Yverdon)
(BN 494, Bl 39-46, undat. Entwurf 3 ½ B fol 12 ½ S.- Dat.: Auf Bl 40 wird Oktober offenbar als vergangen vorausgesetzt; lt. Brief an Christoph F. v. 16.12./20.12.1808, Bl 5 ist Umzug in das Haus von Landry bereits vollzogen.)

Hochwohlgeb. Herr,
Gnädiger Herr;

Gewiß werden Sie nach Les[un]g des letzten Briefes
sehr unzufrieden mit mir gewesen seyn, daß
ich er so nur so kurz und viele Fragen, die Sie
beantwortet wünschen mußten durch in demselben unbeantwortet
zu finden, unberührt ließ;
auch mir that es sehr leid, daß ich ihn so weg-
schicken mußte, allein die Nothwendigkeit
bestimmte zwang mich auch wider meinen Willen dazu
und ich hoffe, wenn Sie gnädiger Herr diesen
Brief gelesen haben, von Ihnen für jenen
Brief gnädige Verzeihung zu erhalten.-
Ich eile jetzt Ihre Erwartungen zu erfüllen
und Ihnen nicht nur ihren letzten Brief zu beant-
worten, sondern Ihnen auch das seit dem
Erhalten deßelben Vorgefallene mitzutheilen.
Um das Ganze nicht zu unterbrechen, werde
ich nicht darauf Rücksicht nehmen, daß ich Ihnen
schon einzelne Theile geschrieben habe.
Ich erhielt Ihren und Ihrer Fr: Gemahlin Brief Brief [2x] Freitags v. 8 Tagen, gegen
8 Uhr Morgem [sc.: Morgen], eben da ich in das Schloß eine Stunde gehen [sc.: geben] wollte.
Erst nach der Stunde konnte ich ihn sie mit ungestöhrt [sc.: ungestört]
lesen. Ich beschloß, so wie dieß geschehen war, früher
zu P[estalozzi] als zu d[em] He[rrn] v[on] T[ürk] zu gehen. Pest: begegnete
mir im Gang, ich bat ihm mit mir auf sein Zimmer zu gehen
er antwortete mir verstimmt ich weiß schon alles ich
weiß schon alles; dieß schnelle Zuvorkommen dHe. v. T. frappirte
mich auf einen Augenblick[.] Ich will Ihnen die Briefe vorlesen
die ich erhalten habe, wir gingen jetz erwiderte ich, He. Schmidt der uns
begegnete bat ich mit zu gehen. Ohne we
Herr v. Türk wird ihnen gesagt haben, daß er
mit meiner Behandlungsweise meiner Zöglinge nicht
zufrieden ist, er hat deßhalb folgenden Brief
an die Eltern derselben geschrieben. Jetzt las
ich He. v. T.[s] Brief ohne weiteres etwas zusagen
vor: Pest: der sehr aufmerksam war schien über denselben verwundert
welches er durch
öfteres verwunderndes Anschauen dHe. Schmidt
zu erkennen gab. Die Punkte welche die Be-
dingung dHe. v. T. unter welchen er erlauben wollte
daß ich mit ihren Söhnen ferner bei ihm wohnen
sollte mußte ich zwei mal lesen. Ohne weiteres
etwas zu sprechen las ich den Brief Ihrer Fr: ge-
mahlin an mich, und als Resultat des Ganzen
Ihren Brief.
Pest: sagte zu Schmidt als die Briefe zu Ende
waren zu He. Schmidt, sie scheinen beide ge-
fehlt zu haben, aber v. Türk am mehrsten, aber
das ist gewiß, dieß sind Briefe von praven [sc.: braven] Leuten
dieß sagte er heftig mehrmal nach einander[.]
Man muß mit Türk sprechen diese Briefe muß man dHe. v. Türk vorlesen[.]
Wollt Ihr mir Sie anvertrauen?- herzlich
gerne, und ich übergab Pest: sämtliche Briefe[.] /
[39R]
Zur Beschleunigung eures Auszugs kann ich nichts
beitragen, aber wo ich sonst etwas thun kann
herzlich gerne. Pest: so wie He. Schmidt äußerten
sich höchst freundschaftlich, jetzt klopfte es (:
He. Schmidt hatte die Thüre geschlossen) He. S.
öf[f]nete Sie u. He. v. T. tratt [sc.: trat] ergriffen ein
eben wo mir P. die Hand u. die Versicherung
seiner Unterstützung gab; ich trat ab, ging
ging [2x] nach dem rothen Hause bestellte Zimmer,
u dann nach Hauße (es war zwischen 10 u. 11:) und
räumte das unser Zimmer zum Auszug zusammen.
Adolph besorgte der zu hause war, besorgte
seine u. seiner Brüder Sache.
Da ich He. v. T. kommen hörte ging ich ihm entgegen
u. [sc.: um] mit ihm auf sein Zimmer zu gehen, er aber
ging kam zu mir, und so sah er, daß ich schon
mit Einbacken [sc.: einpacken] begriffen war. Er nahm das
Wort u. sagte: ich wußte in Voraus, daß es
so kommen würde, es war auf keinem Fall zu
ändern; Ich. Ich habe es nicht geglaubt, daß es so
weit kommen würde. Er. O! das
wußte ich und doch sagte er nach einigem Still-
schweigen sagte er: Ihr Wunsch ist erfüllt.
Ich sagte daß es dieß nie mein Wunsch gewesen
sey, daß aber meine Handlungsweise nie an
bei meinem Verhältniß besonders zu ihren
Söhnen, besonders zu Karln, der jetzt nicht in
mehr Knabe sondern das Jünglings Alter übergehe
und der bald in einigen Jahren selbst als
Richter meiner Handlungen, die ich unter seinen
Augen geschehen thäte aufträte, nie hätte
anders urtheile Handeln [sein] können. Nach
einigen Besinnen sagte er: es sey nicht nöthig
gewesen daß ich sogleich auszöge und ich
sollte wa kön[n]te wohnen so la[n]ge ich wollte;
ich darf darüber nicht zu bestimmen nicht das
Recht, sondern ich muß blos pünk[t]lich be-
folgen was der He. v. H. bestimmt hat, als
ersten Beweis das der He. v. H.- das Zutrauen in
mir haben kann, daß Seine Bestimmung mir Gesetz ist[.]
He. v. T. Ich sehe dieß recht gut ein.
Ich. Wenn Sie es erlauben werde ich auch
diesen Mittag nicht zu Tisch gehen; nicht
um meinet willen, denn mir ist es gleich[-]
gültig, aber ich will niemanden länger
durch meine lä[n]gere Gegenwart einen
unangenehmen Eindruck wiederholen[.]
He. v. T. Mir würde es nicht unangenehm
seyn es hängt von Ihnen ab. Nach einer Pause.
Sagen Sie mir waren Sie in der letzten Zeit
zufrieden hatten Sie Ursache über etwas zu
klagen?- Ich sagte ihm hierauf, so viel
ich mich erinnern könnte wörtlich was
ich Ihnen über die Bedienung geschrieben hatte.
Über Ihr Betr Stehen zu mir He. v. T.
habe ich geschrieben, daß es weder freund-
schaftl. noch fremd wäre.
He. v. T. sagte noch mehreres über die
Bedienung, und fuhr er fort, sie würden
nunmehr schon längst Ihr besonderes
Schlafzimmer haben wenn ich nicht der Kosten
wegen erst hätte anfragen wollen
u der Boden koste schon 4 C[arolin].
Lä[n]gere P[ause] in der dHe. v. T. nach in dem er
nachzusinnen schien.
He. v. T. Wir hätten beide nicht so schnell
schreiben, sollen sondern wie ich vorschlug
4 Wochen warten sollen, so wäre es
nicht so weit gekommen. /
[40]
Ich. Sie haben ja selbst geschrieben daß es
besser sey gleich zu schreiben als zu warten.
He. v. T. Daß ist wahr. Pause[.] Jetzt ist es geschehen
es war nicht zu ändern, es konnte nicht
anders seyn.
Ich sagte ihm, daß sie mir den Auftrag
gegeben hätten ihm den Aufw[and] zurück
zu bezahlen. O nein, ich hätte es doch
so die Kammer bald thielen [sc.: dielen] lassen müssen
u. ich werde Sie bald selbst brauchen;
aber fuhr er fort Sie wissen, daß ich
die Bette[n] für Sie habe machen lassen,
diese werde ich Ihnen gegen Bezahlung
abtreten.
(Ich gestehe daß mir diese Wendung höchst
unerwartet kam, ich erstaunte über
diese Forderung, aber ich sagte ihm der He. v.
H. hat 4 C[arolin] Ersatz für das Diehlen [sc.: Dielen] des
Bodens bestimmt, es wird ihm also gleich lieber
sein wenn ich sie für etwas ausgebe was
uns nützl. ist; ich dachte auch daran
daß Sie früher Bettstellen hätten machen
lassen wollen, deßhalb antwortete ich
recht gerne.
Auch Ihren Schrank hätten Sie früher
allein das Wetter war zu schlecht und
ich konnte ihn nicht eher bis den Mondtag
als gestern heute von Granson erhalten,
kommen lassen; doch damit Sie sich über-
zeugen, so kommen Sie mit ins Eßzimmer
ich wollte nicht, u. sagte es ist schon gut, aber er nöthigte mich u.
er zeigte mir eine Commode mit Schreib-
tisch und einen Schrank mit Glasthüren
als Aufsatz darauf (wie man solche Möbeln
vor mehrern Jahren hatte:) Sie sehen hieraus
daß ich alles anwendtete Sie zufrieden
zu stellen, und daß ich alle meine Versprechen
erfülle.
(Was meinen Schrank betrifft, so stellte
ich im Gedanken folgende Aussprüche des He.
v. Türk zusammen, woraus ein Gewebe
den Tag vor Ihrer Abreise sagte er ich habe
ein Schrank für Sie beim Tischler bestellt
in 14 Tagen wird er fertig; (Nach einiger Zeit
fragte ich wieder u es hieß: Sie bekommen
Ihr Schrank zu wird zu Ende dieses Monats
(Octbr:) fertig. Jetzt kommen meine Kleider
u. ich erkundigte mich bei allen Tischlern:
hat He. v. Türk einen Schrank bei euch bestellt
weil ich dem Tieschler [sc.: Tischler] gerne ½ L[aub]th[a]l[er] geben
wollte, wenn er ihn nur bald machte,
allein bei keinem hatte He. v. T. einen
Schrank bestellt.- Ich fragte He. v. T.
bei welchem Tischler haben Sie den[n] meinen
Schrank bestellt. Er antwortete mir
beim Appenzeller. Ich fragte diesen
Nochmals u. sagte was dHe. v. T. gesagt
hatte. Dieser lachte u. sagte bei mir
ist kein Schrank bestellt. Jetzt in
diesem Augenblick war ein Schrank
da, ein alter Schrank, ein Schrank
von Grasson; Gr der Beisatz Grasson
soll wohl bezeugen, daß er schon früher
bestellt war. Geben Sie dem Gewebe
welches aus diesem [sc.: diesen] Aussprüchen entsteht
selbst einem [sc.: einen] Namen, mir war es
charakteristisch u. ich erwiederte nichts.
mir scheint es als wäre der Schrank blos zu dem Zweck gestern
in das v. Tsche Haus genommen um mir ihn heute [bricht ab]
Längere Pause.
He. v. T. Ich habe nicht geglaubt daß er dHe. v.
H. wörtlich nehmen würde, ich habe freil[ich] ge-
schrieben sogleich, ich meinte bald, aber
so wörtlich meinte ich es nicht, sie hätten
noch wohnen können so lange es ihnen ge-
fällig gewesen wäre.
(Dieß vom He. v. T. ausgesprochen zu hören
frappirte mich außerordentlich, doch
faßte ich mich u. sagte: Heute unsere
Sachen noch von Ihnen zu hohlen [sc.: holen] zu lassen
würde mir mir große Mühe machen, da
ich noch kein Logie haben, u. ich müßte sie
einstweilen ins Rothe Haus stellen, wenn
Sie mir aber erlauben wollen, daß ich sie
noch einige Zeit hier stehen lassen kann
so wird es mir lieb seyn.
He. v. T. Recht gerne.
Zuletzt sagte mir dHe. v. T. Sie werden
einsehen, daß ich unter diesen Umständen
nicht an He. u. Fr: v. T. [sc.: He. u. Fr. v. H.] schreiben
kann, versichern Sie Ihnen, daß ich Sie immer
hochachten werde, und daß ich immer
auch wenn Ihre Söhne nicht mehr bei
mir sind Antheil an den Begegnissen derselben [nehmen] werde.
Sie werden in meine Stunden kommen u. werde sie <versöhnen>[.]
(Dieß sind buchstäblich
die Worte dHe. v. T.:) Ich sagte Jetzt
schieden wir. Ich sagte ihm, ich würde in
meinem Betragen für die Zukunft, nicht Rück-
sicht auf das nehmen was zwischen u[ns] vorge-
fallen wäre, ich würde mich immer frei und /
[40R]
offen gegen ihn betragen.
Ich ging nach dem Schlosse, ich He. Schmidt
beg[eg]nete mir u ich fragte ihn: können wir diesen
Mittag schon bei im Schloß essen?- O ja
Sie sitzen mit Ihren Zögl. an meinem Tisch ich
setzte 4 Knaben an einen andern. Ihren Söhnen theilte ich das Resultat
des vorgefallen Ihrer Bestimmung mit, und
ich gestehe, daß ich mich selbst über die
unzweideutige außerordentl. Allgemeine Freude derselben
darüber wunderte, Es wahr Sie äußerten
sich so als wenn Sie etwas ganz vorzügl.
zum Geschenk erhalten hätten.
Wir aßen an Schmidts Tisch, wir hatten
reine Servietten, das Essen Sie [sc.: die] Speisen
waren schmackhaft u. gut, und die
Ihre Söhne befanden [bricht ab]
Mittags ging ich mit Ihren Söhnen zu dH v.
T um dieselben ihm Adje [sc.: Ade] sagen zu lassen, da
er aber schon bei Tisch war, so verschob
ich es bis Abends.
He. P. u. He. Schm: fragte ich wegen des
Logies um Rath, und bat Sie es mit mir
zu besehen, wir sind mit diesen Geschäften
zu unbekannt wir wollen ihn aber den
Stadtb: der ein sehr rechtschaffener Mann
ist mit geben; dieser kann am besten
den Werth der Zimmer bestimmen.
Ehe dieser kam erkundigte ich mich bei
den Wirthsl. im R[oten] H[aus] die mir auch diesen
Mann empfahlen; Abends ging ich in das ihm
bekannte Haus wo jene Zimmer noch frei
waren, bestimmte was ich wünschte
und bat ihm seine Forderung zu machen und
mir sie Abends zu bringen. Am Abend ging ich mit Ihren Söhnen zu
He. v. T. um diese[m] Adje [sc.: Ade] zu sagen.
Wir trafen He. u. Fr: v. T. auf ihrem Zimmer
He. v. T. sagte es thut mir leid, daß ihr fort-
geht, zu mir sagte er kommen sie morgen
um 11 Uhr zu mir um unser Geschäft zu
beendigen. Ich theilte Sie [sc.: sie = die Forderung]
Tags darauf dann den Wirthsl. mit u. dem B: mit, erstere
fanden Sie zu hoch, Es wurde alles gehörig
erwogen u. nun wurde das Gebot bestimmt[.]
Jetzt kann [sc.: kam] He. Landry, der Hauswirth
selbst u. es wurden die Punkte des in
der Abschrift beili[e]genden Contracts fest
gesetzt. Den Wirthsleuten im rothen Haus
verdanke ich viele Unterstützung, und ich
hätte bestimmt jährl. 6 Carolin mehr bezahlen
müssen, wenn mich diese nicht durch ihr
Bekanntseyn in den Häuslichen Angelegenheiten
unterstützt hätten. Auf die Aussage
Am Morgen kam Pest: zu mir u. erkundigte
sich wie es Ihren Söhnen K. Fr. A. gestern gefa als
Zögl. des Schlosses gefallen habe, besonders
erkundigte er sich wegen der Speißen ich sagte
ihm Fritzens Worte die er ich ihm zu Adolph hatte sagen
hören. "Hör Adolph die gelbe[n] Rüben waren
diesen Mittag herrlich, ich habe aber auch gehörig
davon gegessen, u. Adolph das gekochte Obst
am Abend war aber auch sehr gut. Er freute
sich darüber. Wir sprachen über die v. Tsche Sache
es [sc.: er] bat mich alle die von Ihnen erhaltenen
Briefe ihm unter Siegel zu geben, damit
er versichert sey, daß ich sie niemand
lesen lässe. Ich versprach es. Er sagte
es ist von der höchsten Wichtigkeit, daß
ihr über alles vogefallene [sc.: Vorgefallene] stumm seit
u. daß die Sache wie vergraben ist.
Ich versprach daß ich mit keiner
Seele über das vorgefallene sprechen
würde, ich sagte wenn Sie Pest: es wünschen, will
ich mir v. He. u. Fr: v. H. die Briefe die ich
bisher nach Frankf: geschr: habe zurück kommen
lassen, ja sagte er die [sc.: das] wäre sehr wichtig, u. so ging Pest fort, in dem
er sagte: Es ist mir lieb von Euch
Freundschaft zu erhalten u. Euch Freund-
schaft zu geben zu können[.]- Ich sprach mit ihm über
das Logie u. er fand die Forderung billig.- /
[41]
Um 11 Uhr ging ich zum He. v. Türk er legte
mir die hier bei liegende Rechnung vor
ich war erstaunt ich wußte einige Zeit nicht was ich
sagen sollte.
He. v. T. sagte ich, die 4te Be[tt]stelle (die
mit den Kästen) haben sie ja nicht für
uns machen lassen Sie stand ja schon fertig
auf der Tachkammer [sc.: Dachkammer] als ich jenen Morgen mit
Ihnen sprach, wie können Sie die als für
uns gemacht anrechnen?- Doch würde
ich sie annehmen wäre Sie nicht zu kleine?
He. v. T.[.] ja die können wir ausstreichen[.]
Wegen des Durchstreichens des großen Schran-
kes sprach es [sc.: er] mehr, ich stellte ihm aber vor,
wie es möglich wäre mir dieß anzurechnen
und so durchstrich er auch diesen.
[am linken Rand neben dem vorhergehenden Absatz, ohne Zuordnung:]
Es ist eigentlich ein sonderbarer Grund
warum wir uns trennen; oder warum
die Eltern ihre Kinder aus meinem
Hause thun, ich will mich für sie ver-
antwortlich machen und die Eltern
wollen meine Verantwortung nicht[.]
Würde man es jemanden erzählen so
würde man es sonderbar finden.
Balt [sc.: Bald] darauf sagte dHe. v. T. ich weiß recht
gut daß Sie nicht schuld an dem jetzigen
Vorfall sind, sondern daß es eine Folge
meines Briefes an die Fr: v. Holzhausen
ist.- Wie mir Pest: sagt so sind He. u. Fr: v. H.
ich finde kein Wort dafür, ich benenne es
mit dem eigentl. Worte: aufgebracht auf
mich ist
Für den Kirschbaumenen Tisch u. den Nachttisch
(welcher letzte nicht einmal neu ist) den
er für uns als gemacht angab, mochte
ich gar nichts sagen; und so wurde die
Rechnung abgeschlossen wie sie hier sehen
und ich erhielt Schw[eizer] Fr[anken] oder
von diesen behielt ich 10 Carolin zurück
u. bezahlte daher nach Tisch an den
He. <C.> Berechner des Institutes, laut
in Händen habender Quittung auf Abschlag
Zur Berechnung des He. von T. muß ich
noch einige Bemerkungen machen. Als ich
von dem He. T: ging begegnete mir der
Schreiner der mir meine große Bettstelle
gemacht habe, ich fragte ihn [wieviel]
die größte von allen gekostet habe
er antwortete mir 13½ Fr: He:
v. T. hat mir für jede 15 Fr: also
für alle 3, vier u. ½ Fr oder 3 fl.
mehr angerechnet als sie nach der Berechnung
des Tischl. ihm kosten; bei derselbe [sc.: demselben] Tischler habe
ich nun selbst eine für denselben Preis
geka 13½ Fr: gekauft.
[neben dem vorhergehenden Absatz einige Zahlen:] 2 / 1½ / 4½ / 162 / 20 / 140]
Herr v. T. gab mir die Rechnung zur
Durchsicht mit, ich sollte sie ihm aber,
daß er sie berichtigt abschreiben
konnte zurückgeben, ich fand es aber
nöthig, sie als Belag [sc.: Beleg] zu meinem Gesagten
Ihnen zu überschicken. /
[41R]
[links neben der ersten Zeile:] Sonnabends d.
Am Abend ging ich mit dem Benj[amin] u. Adolph in
unsere Stube b. He. v. Türk um die nöthige[n]
Kleider u. Wäsche für Ihre Söhne auf den
Morgenden Sonntag zu holen. Ich hatte kaum
die Thüre zugemacht so kam He. v. Türk
zu mir auf und sagte: Verzeihen Sie He. F.
nur aufein Wort, wir gingen in die kleine
Kammer: Ich bin sagte er diesen Nachmittag
eine Stunde im Bade gewesen, ich war
ganz allein und da habe ich unser bisheriges
Verhältniß durchgedacht; Es ist möglich daß
ich Ihnen zu wehe gethan habe, ich habe Sie
beleidigt, verzeihen Sie mir ich war zu heftig
nochmals verzeihen Sie mir was die Behandl.
Ihrer Zöglinge betrifft, so scheint es mir
nur daß sie zu ängstlich sind, verzeihen
Sie mir. Um so weniger als ich dieß von
Herrn v. Türk erwartet hatte um so
mehr ergiff es mich; ich sagte ihm mit
der größten Herzlichkeit; ich für meine
Person
habe nie etwas Böses gegen
Sie im Herzen getragen, und werde es
in der Zukunft nie, ich für meine Person
werde mich immer unbefangen, u. frei
und mit Achtung begegnen, das was vorgefallen
ist wird für mich persönlich nicht mehr
seyn. He. v. T. Schreiben Machen Sie Gebrauch
davon wie Sie wollen. Ich sagte daß ich
weiter keinen Gebrauch davon machen
als es Pestalozzi sagen u. Ihnen schreiben u würde,
Ich sagte dHe. v. T. der Fehler lag darin Sie haben mich
nicht gekannt sie haben mich für einen
Hoffmeister in dem gewesenen Sinne des
Wortes gehalten, dem es mehr um sein
Gehalt, als um
die Erfüllung seiner
Pflicht zu thun ist,
u. dieß bin ich nicht
Ja ich
Er fordert Sie mich dazu auf das letzte dieß dieß zu thun.
Rechnen Sie auf mich wo ich Ihnen als
Erzieher oder in Hinsicht auf Methode mit irgend etwas dienen kann
ich würde es mir nach dem was vorgefallen
ist doppelt zur Pflicht machen Sie wo ich
kann zu unterstützen u. freundschaftlich zu
seyn. Alles dieß wiederholte mir dHe.
v. T. mehrere male, ich läugne nicht
daß es meinen [sc.: meinem] Herzen wohl that, nicht
um meinet willen, sondern um Ihnen u.
Ihrer Fr: Gemahlin, als Eltern meiner Zögl.
willen; ich gestehe ich hätte gewünscht
das Sie gegegenwärtig gewesen wären,
um mich als Erzieher in Ihren Augen /
[42]
gerechtfertigt zu sehen u. daß es Sie
Sie hätte bestimmen können zu urtheilen in
wie fern ich noch Ihr [den] letzten Beweis
Ihres Zutrauens verdiene.
Ich hatte He. v. Türk feierlich versprochen
über alles was vorgefallen war u. persönlich auf mich Bezug hatte zu ver-
gessen, nicht über nichts zu sprechen; ich
gestand ihm frei was ich über unser
Weggehen aus seinem Hause u. gegen
wem ich es gesagt hätte, ich glaubte dHe.
v. T. redlich wie mich.
Abends begegnete mir P: ich sagte
ihm, ich will Ihnen nur kurz sagen
in meinen u. in den [sc.: dem] Herz des He. v. T.
liegt wechselseitig nichts böses gegen
einander. Pest: erw: He.Türk hat
mir schon gesagt, daß er sich mit mir Ihnen
ausgesöhnt hat. Dieß frappirte mich
wieder, denn ich hatte mich vorher la[n]ge
besonnen, ob ich das Vorgefallene Pest:
mittheilen sollen, ich hielt die Sache für
zu zart, u. He. v. T. konnte es sogl. sagen?
Doch ich dachte nicht weiter daran.
Sonntags bestimmte ich das weitere
wegen unserer Wohnung u. sagte nun
gestützt auf die Äußerung dHe. v. T.
unserm Hauswirth, daß ich erst Dienstags
einziehen unsere Effecten in Sein Haus bringen würde und daß er alle
Zimmer rc [sc.: respective] gehörig reinigen lassen sollte.
Auch den Benjamin sagte bestellte ich zu
diesem Zweck auf den Dienstag.
Mondtags Mittag gegen 2 Uhr saß ich im
rothen Haus und wollte eben an Sie
schreiben als He. <Harscher> zu mir kam u. sagte:
He. v. T. läßt Sie grüßen und Sie bitten heute
noch die Zimmer zu räumen, weil He. Kruger
in der morgen einzuziehen wünscht. Ich muß
gestehen ich wußte nicht was ich sagen
sollte, es war schon so spät, Benjamin
war nicht im Hause, ich war ganz allein
Herrn v. Türk handlungsweise griff mich an
da er mich jetzt in eine so große Verlegen-
heit setzte; erst wollte ich ihm bitten lassen
- weil es keinen großen Unterschied aus-
machte, die Sachen noch bis den andern morgen Dienstags /
[42R]
bei sich stehen zu lassen, aber das Betragen
dHe. v. T. verdroß mich doch gar zu sehr,
als daß ich ihm noch eine Verbindlichkeit hätte
verdanken mögen. Ich ließ also dHe. v.
T. sagen ich würde heute noch bestimmt
ausziehen. Ging sogl. zu meinem Hauswirth
u. sagte diesem, daß ich noch diesen Nachmittag
Möbeln herschaffen lassen würde. Ging dann zu Pest: u. sagte erzählte diesem die
handlungsweise dHe. v. T. er wollte
sie gar nicht glauben, sonder[n] sagte ich begreife T. nicht u. sagte mir
ich möchte doch mit He. v. T. sprechen
u. ihm fragen, ich sagte daß sich dieß gar
nicht der Mühe lohne. Aber was
Das Übelste war, Benj: war nicht zu finden
ich war in der größten Verlegenheit. Ich ging
zum Pferdeleiher Comte miethe ein kleines
Berner Wagelchen mit einem Pferd u. Knecht,
u. so wollte ich und dieser erst alles besorgen
da es aber unmögl. wurde, so nahm ich P
Versprechen an u. ließ mir 2 Knechte aus dem
Schloße geben, Benj: kam später auch
dazu und so wurde es möglich daß ich bis
6 Uhr die Zimmer ganz geräumt hatte.
Da es geschehen war ging ich zum He. v. T.
u. sa He. v. T. ich -- habe Wort gehalten
hier ist der Schlüßel zu I[hr]em Zimmer; He.
v. T. war schien in Verle dießmal doch seine
Gleichmuth zu verliehren [sc.: verlieren], er wollte sich entschuldigen
sagte He. Kruger ... - ich ließ ihn gar nicht
ausreden, sagte Gute Nacht He. v. T. u.
ging fort.-
Während ich auszog war das v. Tsche
Haus wie ausgestorben, es schien als dürfte
sich niemand sehen lassen, als hätte man kein gutes Gewissen nur die Fr v. T.
bewegte sich gegen Abend ohne übrigens
ein Wort zu sagen vor mir vorbei.
Am Dienstag Morgen mußte ich die Sachen
in der neuen Wohnung doch wenigst die alle
in einem Zimmer lagen doch wenigstens etwas
in Ordnung bringen, dieß war die Ursache
daß ich an dem letzten Posttag nur so
wenig und so abgebrochen schrieb.
Seit jenem Abend habe ich dHe. v. T. nicht ge-
sehen als vor einigen Tagen wo er mir dieß Belegende
Billet schrieb (welches zu beantw. ich bis jetzt auch nicht
Zeit habe:) Ich gestehe gerne daß ich mich vor
dHe. v. T. fürchte u. ihm gerne aus dem Wege gehe
denn ein Mann Wortbrüchig wie diesen, und der
so mit Überlegung mit dem Schein der Wahrheit Lügen sagt habe ich u. diese
für Wahrheit ausgiebt, einen solchen Mann
habe ich noch nie kennen lernen. /
[43]
Sie fordern mich nun noch u. dieß mit Recht
auf mich gegen die Verantwortung Beschuldigungen
des He. v. T. zu verantworten, ich könnte mich
auf das Berufen was der He. v. Türk gesagt
hat, wenn man dem Ausspruche dHe. v. T.
trau Glauben beimessen können [sc.: könnte], allein ich
bin überzeugt, daß er, hat er dort die Wahr-
heit gesagt, hat dieß nicht um meinetwillen
sondern um seiner Zwecke vielleicht He. P.
dadurch für sich zu gewinnen gesagt hat, und
um eines solchen Zweckes willen wäre dHe.
v. T. auch wohl fähig etwas zu sagen
was er nicht für wahr hielt; allein das
Urtheil dHe. P: wird daher um so wichtiger seyn
He. v. T. mag <auch um> welchen Zweckes willen
so zu mir gesprochen haben so setzt es es mag ihm
das Gefühl B [sc.: Bewußtsein (?)] des Unrechts (welches ich nicht glaube)
dazu bestimmt haben oder das Gefüh <in> dem Bewußtseyn daß ich ihm er mir Unrecht
gethan hat, die Furcht daß ich ihm Schaden
<fuegte>, auf jedem Falle beweißt es daß er nicht frei u. öffentl. gegen
nicht [sc.: mich] u <so> daß er Ihnen schrieb was so wie er es Ihnen schrieb er nicht wahr
war, wa allein was aber noch u. ich glaube
deshalb es ist <hinlängl.> dieses Geständniß des He.
v. T. wird mir bei Ihnen Rechtfertigung
seyn<;> so wie noch mehr die Urtheile, das
Betragen u. die Aussprüche Pest:
[links neben dem vorherigen Absatz:]
Wenn übrigens Ihre Kinder sklavisch u tyr[annisch]
behandelt würden so würden
sie <ungeh[alten]> seyn <was ich auch bin>.
Doch hebe ich noch einige Hauptpunkte
aus dBrief dHe. v. T. aus und beantw.
sie dieß ist die Strenge mit der ich Ihre
Söhne bei Tische behandelte, daß sie sich
wie <selbst> dHe. v. T. ausdrückt kein Wort zu
sagen getrauen.
He. v. T. hatte als Tischgesetze festgesetzt
1) kein Knabe darf etwas fordern
2) wer sich zum 2ten Mahle Speise geben
    läßt muß die Quandität [sc.: Quantität] die er be-
    kommt aufessen, auch wenn er schon
    früher satt seyn sollte; denn warum
    läßt er sich zum 2ten male geben
3) kein Knabe soll von dem erhalten
    was außer von frischem Obst auf dem Tisch
    kommt. (He. v. T. sprach selbst dieß gegen Sie
    oder Fr v. H. aus
    rc.
Daß ich wünschen mußte, daß diese Ges[etze]
von meinen Zögl. gehalten wurden war
natürlich, ob ich gleich bald einsahe /
[43R]
daß se
Aber denken Sie sich meine Lage, jetzt
kam Obst auf den Tisch als Des[s]ert
natürlich ich schlug es den Kindern ab,
He. v. T. fragte Ihre Söhne: wollt ihr
Obst; ich war in Verlegenheit und wußte
nicht was ich sagen sollte, was sollten
ihre Söhne seyn?-
Einmal kamen gebr[atene] Kast[anien] auf den
Tisch: Ihr steht jetzt auf sagte He. v.
Türk
zu den Kindern, K. F. u. A. standen
auch auf; Am Abend des nächsten Tages kam[en] wieder
geb: K: natürl. schlug ich es Ihren Söhnen
ab: He. v. T. sagte wollt ihr welche?
und gab jedem nebst Butter.
Wußten jetzt Konnten Ihre Söhne u. ich wissen
was wir thun sollten?-
[links neben dem vorigen Absatz:]
Ich fand dieß natürl. da es mir eine schwere
unverdaul. Speise schien, auch glaubte
ich sey es eine seltene Speise.
He. v. T: sagte immer zu einem seiner
Zöglinge, jetzt hast Du genug jetzt be-
kommst Du nichts mehr, einmal ant-
wortete einer, aber ich habe ja noch
Hu[n]ger He. v. T. sagte mit sehr unfreundl. Mi[e]ne u.
Stimme wer 2 mal Sup[p]e 1 mal
gemüß u. Fleisch ist kann nicht mehr
hungrig seyn.
Konnte der He. v. T. sich nicht auch
manchmal selbst sagen, aber die Holzh.
könnten auch satt haben? zumal
da Ihre Söhne doppelt stark als früher
aßen. wer stand mir dafür
Setzen Sie sich einmal an meine Stelle.
Sollte ich nicht ängstl. bei Tisch seyn
wenn und doch sind sie bestimmt nie
hungrig vom Tisch aufgestanden[.]
Das 2te Gesetz sch<r> ist ohne Wider-
rede ein unnatürl. Gesetz, das Kind
zu zwingen mehr zu essen als es hunger
hat, sollte ich nicht besorgt seyn
daß diese nie Gelegenheit da war es
auf Ihre Söhne anzuwenden; und
doch ließ ich erlaubte ich Ihnen ohne
Rücksicht ihre Speise stehen zu lassen
wenn Sie satt waren.
Es war Gesetz nicht zu fordern u.
doch war er böse wenn ich über dieß
Gesetz hielt /
[44]
He. v. Holzhausen wie war es mögl.
daß ich u. Ihre Söhne wissen sollten, was
wir thun u. nicht thun sollten?
Herr v. Türk war sagt daß sich ihre
Söhne nicht getraut hätten bei Tisch
ein Wort zu reden; ich getraute
mir es als Erzieher nicht um Ihrer S. willen auch nur durch eine Mi[e]ne
Beifall oder Mißbilligung auszudrücken
geschweige daß ich es Ihren Söhnen
erlauben könnten [sc.: konnte] doch urtheilen Sie
selbst. Die Tisch gespräche waren
alltäglich
1) die Fehler des Pest. Institutes
2) [die Fehler] des Personals
3) die Mdell [sc.: Mademoiselle] <Treviranus>
a) Ihre Liebeley (dieß 8 Tage nachein-
    ander thags u. Abends[)]
    das ich selbst nicht mehr wußte ob
    was ich machen, ob ich es Ihnen mit-
    theilen, oder ob ich schweigen sollte
b) oder wo man sich wie man zu sagen
    pflegt an ihr rieb, u. sie auf
    eine feine Art zum Besten hatte.
4) 2mal andere HeirathsAnektoten
1) He. v. T. v. sich selbst wie er als
    Bräutigam eine Liebhaber rolle spielte
2) Wie ein anderer 20 Jahr versprochen
    war u. dann auch seine Verlobte
    heirathete.
In den Reibungen mit der <Demoiselle> Trevi-
ranus
fielen oft sehr plumpte sachen
vor, so sagte einst Ter: zu He.
Hascher das war dumm.
He. H. wo haben Sie dem [sc.: den] Unterricht
in der Höflichkeit bekommen, ich
glaube es ist noch eine Mitgabe
von Bremen.
In das Eßzimmer war ein Cabinet zum
Schlafen für Dem: T. gemacht.
He. v. T: nannte es in Beisein der Großen
Mädchen Stall.
Den andern Tag sagte ein Cnabe bei Tisch
Mädchen (so nannten sie <unumschl.> D: T.
da ist Dein hühner Stall, Du schläfst im
Hühnerstall. /
[44R]
Mußte ich nicht selbst über mich
wachen daß mir nicht ein Beifall
oder Mißbilligung, oder etwas was
als eines von beiden gedeutet
werden konnte entschlüpfte.
Was würde Fr: v. Holzh. von mir
denken und sagen, wenn ich Ihre
schriftl. Aufforderung geben sie doch meinen Söhnen die Glück-
seligkeit sich Ihnen frei u. über
über [2 x] alles frey zu äußern. wörtlich befolgte
Übrigens haben es Ihre Söhne gegen mich
gethan sie haben gesagt, ach! wenn
wir doch aufstehen könnten, mir
ist heute die Zeit so lange geworden
ich bin bald eingeschlafen.
Nun noch den letzten Punkt jenes
Fasten von Adolph.
He. v. T. spricht es sey für ein
so junges Kind wie Adolph schädl.
wie kann He. v. T. der <um> 2 Jahr
jüngere Kinder hat, diese mehr-
malen so gar des Mittags fasten lassen
Heinrich sollte ein Knabe v. 6 J. konnte einmal des Mittags
seine Serviette nicht mit einer Schleife
oder Schlopp zu binden. He. v. T.
sagte wenn Du es bis abend nicht
kannst fastest Du; hier erscheint
die Strafe als Wilkühr, bei mir
war es natürl. Folge.
Ich erlaube mir über den Charakter
u. die Handlungs W. des He. v. T.
keine Bemerkung; allein daß bin
ich überzeugt
, würde sich mein Handeln
u. Sprechen Reden auf eine solche Weise
wiedersprechen ?, würde ich Ihre Söhne
einen Mon[at] s[o] behandelt haben wie der He. v. T. seine
ihm zur Erziehung anvertrauten
Zögl. immer behandelt? Wie lange
Würde[n] Sie mir Ihre Söhne einen Tag
zur Erziehung anvertrauen?-
[links neben dem vorigen Absatz:]
He. v. H. was würden Sie thun
Die Akten die ich für mich noch mit vielen Belegen bereichern könnte
sind geschlossen, entscheiden Sie nun He. v. H. /
[45]
Ich <eile> Ihnen nur noch den [sc.: die]
Überschl. der Kosten mitzutheilen
was dur der jährl. Kosten nach der

jetzigen Einrichtungen mitzutheilen u[m] sie beide
die an den He. v. T. jährl. zu zahlenden S[umme]
mit dem jetzigen KostenAufw[and] zu
vergleichen.
He. v. T. (ohne Wäsche) für Kost u. <Pensiohn> jährl. 143 L[ouis d'or]
Ans Institut -----------------------------------------------------------   24 "
-------------------
167
Hausmiethe u. Frühstück ---  42 L.
an Inst: für 3 Söhne à 26 ---  78
für mich --------------------------------------------------------   18
-------
138
138
--------------------------
- 29
  11
-----
  29
  29
-----
319
[Multiplikation: 29x11; wahrscheinlich Umrechnungsfaktor von Louisd'or in fl.]
Wodurch also die jährl. Ausgabe
um 319 fl. oder 29 Louis verringert
wäre. /
[45R/46V]
[leer]/
[46R]
[nur kleine Zeichnung unten
  rechts]