Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Georg v. Holzhausen in Frankfurt am Main v. <Ende Dez. 1808> (Yverdon)


F. an Georg v. Holzhausen in Frankfurt am Main v. <Ende Dez. 1808> (Yverdon)
(BN 494, Bl 47, undat. Entwurfsfragment 1 Bl fol 1 ½ S. )

Hochwohlgeborner
Hochverehrter Gnädiger [/ darüber: Hochver] Herr

Nicht die Gewohnheit bestimmt mich Ihnen gnädiger [Herr] am Schluße des Jahres
zu schreiben, Nein es ist Forderungen meines Herzens Ihnen die Überzeugungen
Gefühle und Wünsche auszusprechen die mich ganz erfüllen als da ich prüfend
das verfloßene Jahr überdachteenke. Sie gnädiger Herr handeltenden [sc.: handelten], in als vor
diesem Jahre mit der größten Aufopferung für das Wohl Ihrer Söhne
dieß erfüllt mich mit der Ihnen größten vollkomms. schuldigen HochAchtung für Sie denn ich erkenne den gütevollen vorsorgenden Vater. Sie wünschten und
handelnden eifrigst thätigst für das Wohl Glück Ihrer Söhne,
Sie über-
trugen mir mit angstvollem Zutrauen einzig die Ausführung Ihres Wunsches, die Durchführung dessen
was Sie für Ihre einzigen Söhne begonnen, Sie bewiesen mir in der
letzten Zeit mit Ihr uneingeschränktes Zutrauen, sie bezeugten mir, daß
Sie tief fühlten welches Zutrauen Sie mir gaben, je mehr Sie mir sagten
daß Sie dieses Zutrauen kennen welches Sie mir um so größer muß das Gefühl
und daß Bestreben es ganz zu verdienen u. würdig zu seyn, seyn, mit der
es mich erfüllt. Natürlich sind die mich Fragen die mein[e] <Ho[c]h[ach]t[u]ng> u. mein Dankgefühl mir auf tringen [sc.: aufdringen], werden
die Wünsche des Vaters erfüllt, wie und, in wie weit werden dieselben
erfüllt? Fahre ich fort nach den [sc.: dem] kraftvollen Anfange des Vaters für
Ihre Söhne zu handeln? Nur das letzt[e] Viertel des Jahres sind wir
hier, die Zeit scheint kurz, aber sie ist lang in Rücksicht auf das was
für ihre Söhne geschehen muß. Ein Anfang in der Erfüllung Ihrer
Wünsche, ein kraftvoller merklicher Anfang muß gemacht seyn.
Ist dieser Anfang gemacht? - Schon seit Wochen prüfe ich mich und Ihre
Söhne zur Beantwortung dieser Frage, um sie treu und gewißenhaft
zu beantworten um Ihnen nicht dem Zweifel raum zu geben, der in Ihnen
aufsteigen, könnte u. in ihnen fragen könnte: ist auch wahr was ich höre, wird
dadurch wirklich das sorgende Gefühl durch <daßelbe> von mir genommen
kann ich wirklich dadurch mich beruhigen lassen. Ich habe oftmal geprüft
was ich Ihnen Antworten wollte, und ich darf mit Überzeugung sagen[:]
er ist gemacht. Erlauben Sie mir, daß ich mich größtentheils auf
Karln beschränke, da bei diesem der Raum den er zu seiner Bildung
noch zu durchlaufen hat am kürzesten, ist und da also bei diesem /
jede Äußerung seines Seyns am Wichtigsten ist. Mit innigstem Vergnügen
bemerke ich seit einiger Zeit Karl und seine die Herzens Güte und Gutmüthig-
keit die sich immer mehr bei ihm entwickelt und die ihm [sc.: ihn] würdig macht Ihr Sohn
zu seyn. Die harte sehr harte Schale die Karls Besseres Seyn bisher
durchbrach ist durchbrochen, das gute in ihm hat dadurch an Stärke ge-
wonnen und er wird bestimmt darinne wachsen. Gebildet sind die
äußerungen seiner Herzensgüte noch nicht, und können es noch nicht seyn
sie erscheinen oft rauh z.B. in seinem Betragen gegen seine
Brüder, doch glaube ich jetzt <nic[ht]> [Text bricht ab]