Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Susanne von Heyden in Frankfurt/M. v. 25.6.1811 (Göttingen)


F. an Susanne von Heyden in Frankfurt/M. v. 25.6.1811 (Göttingen)
(BlM F 1031, Bl 23-25V, 1 B 8° 3 ½ S. dat. Entwurf, ed. H V, 46f. mit Auslassungen und Lesefehlern .)

Nachts am 25 sten Jun[y]


Hochverehrte Freundin

Wie freue ich mich, wie glücklich bin
ich, innig freue ich mich, innig glückl[ich] bin
ich, ds [sc.: daß] Sie die Freundin Freundin
meiner Freundin auch mein[e] Freundin
Sind[.]
Sie stehen der mir so theuern
Freundin zur Seite, sie darf auf Sie
trauen, sich auf Sie stützen, dieß ist die
schönste Begegnung in meinem Leben[.]
Sie stehen gn: Fr: vor mir und
mein Blick ruht zutrauensvoll auf
Ihnen, mit solchem zutrauen wie
er <wie> noch in meinem Leben
auf, keinen Menschen ruhte[.]
Indemstillen in Indemernsten geheimsten was
mein[e] {Seele <Ganz>[sc.:Herz] als wahr heit u Über[-]
zeugung erkennt /
[23R]
habe ich Ihnen das tiefste meines
Herzens ausgesprochen, Sie sind die
einzige Seele, gegen die ich es je that
Sie werden die Einzige seyn u bleiben
der es je ausgesprochen wird[.] Es müßte
u könnte mir dieß dieß [2x] zarte Ge-
heimniß der Seele nicht so theuer seyn
als mir es ist, wenn ich es zum 1ten
male u wie es zum 1ten male
meine Lippen berührte.
[Hoffmann: wenn es zum zweiten Male meine Lippen berührte]
Ich betone es Ihnen, ich freue
mich des Ihnen geschenkten Zutrauens
lassen Sie mich es Ihnen aussprechen
es wahr [sc.: war] geprüftes männl[iches] zutrauen
nicht die Stimmung des Augenblicks; ich
hatte diesen Vorsatz lange mit mir
herum getragen ich wog was ich
gab, ich prüfte wem ich’s gab. Ich
sage kein Wort mehr ich weiß
es ich schenkte [H: schenke] es einer edlen /
[24]
Frau [S.24 vakat] /
[24R]
Halten Sie es nicht für nöthig beeilen sie [sc.: Sie] sich nicht mir auf
diesen Brief so wie auf irgend einen
andern den ich Ihnen vielleicht noch zu schreiben mir
vielleicht die Erlaubniß <nehme> von Ihnen erbitte zu
antworten; es <ist> keines weges nöthig ich erwarte sie nie
ich weiß es wie außer ordentl[ich] schwer
es ist sich sich in die Stimmung des andern zu
versetzen ich weiß das fallen [sc: fühlen] können
wo wir es wohl gern thun nöthig
oder zu thun für nöthig halten
bey <den Zeichen allgem Nothwendigkeit auch des Könnens>; aber
gnädige Fr: Sie sind eine edle und
deßhalb freye Frau, antworten
Sie mir je oder nie[.] Ich habe Ihnen
[ein]mal mein Zutrauen geschenkt sie [sc.: Sie]
haben es aufgenommen sie [sc.: Sie] werden
es unerschüttert besitzen bis Sie
es mir zurück geben, und dann
weiß ich auch, daß <ihnen> [sc.: Ihnen] noch unver-
letzt theuer da das I[hnen]
das Anver[-]
traute noch unverletzt theuer
seyn wird und verborgen in <ihnen> [sc.: Ihnen]
ruhen wird[.] /
[25]
Ich bin glückl[ich] indem ich dieses ausspreche denn
In einer edlen Seele Freundes Gesinnung
für uns zu wissen ist doch etwas un
aus sprechliches[.]
Nicht lesen des jetzigen Briefes Ge[-]
<dacht> seyn[.]
<Frägt> die Freundin wovon ich <nie> schreibe
<heute> habe versprochen[.]
Was ich soll liegt hart auf mir
<euer> befremdete Sinn[.]