Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Adolph von Holzhausen in Frankfurt/M. v. 25.12.1811 (Göttingen)


F. an Adolph von Holzhausen in Frankfurt/M. v. 25.12.1811 (Göttingen)
(BN 494, Bl 77, dat. Entwurf ½ Bl 4° 1 S., ed. Hoffmann 1952, 18f. mit "Berlin" als falscher Angabe des Abfassungsorts.)

Am Morgen des Weyhnachtsfest 1811.
Seit ich Dich kenne Herzlich geliebter Adolph freute ich mich jedes Jahres mit Dir des heutigen Tages des Tages
welcher Dich ins Leben rief und obgl[eich] mit <wegg> [sc: wenigen] Worten so sprach ich Dir doch jederzeit mein
Wunsch Dir
meine innig aufrichtigen Wünsche <meines Herzens> für Dein Glück Deinen Frohsinn den Frieden
Deines Herzens aus; auch dieses Jahr obgleich entfernt von Dir soll mir
die Freude nicht rauben mich an dem heutigen Tage mit Dir zu freuen, und Dir wenn
auch nicht unmittelbar doch mit vollester Innigkeit die Wünsche meines
Herzens für Dich welche schon der frühe Morgen empfing auszusprechen.-
Du bist ein glücklicher Knabe und sicher einst ein glücklicher Mann; hoher
Bedeutung voll <  ?   ?   ?   die Vorsehung> führte Deine güte[-]
volle Vorsehung Dich an demselben Tag ins Leben ein, da fromme Menschen
vertrauend der Ahndung ihres Herzens mit hoher jubelnder Freude in
einem neugeborenen Kinde den künftigen Beglücker, ja den Geber
der [sc.: des] unvergänglichen Seelenfriedens, den der die Menschen zur Erkenntniß
ihrer Würde und hohen Bestimmung als Kinder eines liebenden Vaters
führen würde zu seyn und zu dieser zu einem dieser Würde würdigen Leben
führen würde [erkennen;] [Hoffmann ergänzt: erschauten]. Sey auch Du lieber Adolph des Sinnes und der Bedeutung
Deines Geburtsfestes eingedenck ein Beglücker in dem größeren
oder geringeren Kreis in dem das Schicksal Dich stellte u. noch stellen [wird]. Strebend und nacheifernd nach diesen Ziele stehe Dir als Muster vor
ruhe in Deinem Herzens der der unser aller Vorbild ist.- Erhalte
Dir rein Dein Herz, daß alle die Gaben die Du als ein Beglückender
in Deinem Kreise einst spenden mögest, die erste Eigenschaft
die der Reinheit haben durch die sie einzig Freude bringend seyn können.- Erhalte
Dir den Frieden des Herzens, daß Du wo Du erscheinst
d[en] l[i]ebsten Frieden u. Frohsinn um Dich verbreitest.-
Erhalte rein an Geist u. Herzen Dich.
<nimm> diesen Wunsch von mir zur bleibenden Erinnerung an Deinen
Dich unveränderl[ich] treu
lieben[den] Freund
      August Fröbe[l]