Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <?> in <?> v.19.1.1812 (Göttingen)


F. an <?> in <?> v.19.1.1812 (Göttingen)
(BN 273, Bl 18 dat. Entwurf 1 Bl 8° 1 S., 18V untere Hälfte-18R Mitte ohne Anrede, mit Schlussfloskel)

Der Mensch ist das Maaß aller Dinge u in
diesem Betracht
, u wegen dieser sichersten aller
Wahrheiten der
tief begründeten Wahrheit dieß[es]
Satzes
ist die delphische Aufforderung Erkenne dich
selbst die wichtigste u höchste die an den Menschen ergehen
kann u soll es seyn wenn er seinen Zweck erreichen soll[.]
Stammbuchblätter <bilden> eine Art Silhouetten[-]
Sammlung jeder Silhouettirt sich u soll es thun
aber was ist zu thun wenn das Gesicht
2 Profile zeigt?
aber jeder Mensch ist 2<fach> das zu was ihn die Welt, das zu
was er sich selbst machte, doch welche kann er welche
will er nehmen? – Doch wer sich so silhouettir[e] /
[18R]
muß es im Stillen thun (ohne es gleichsam
zu wollen) ohne ein Signun [sc.: Signum] [Zeichnung einer
            Hand] zu machen
deßhalb dad[urc]h habe ich mir nun selbst jeden
Platz in Ihrer Samml[ung] beraubt, doch erinnern
Sie sich meiner was bedarf es der Silhouette
u vergessen sie [sc.: Sie] mich werde ich Ihnen auch
in der Silhouette fremd werden. Bittend
sich meiner zu erinnern daß letzteres bey Ihnen nicht
der Fall seyn möge stehe wenigstens mein Nahm [sc.: Name]
hier[.]
Ihr
    aufrichtig[er] Fr[eu]nd
       AFröbel
Am 19/1 XII