Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an einen "Theuren Freund" (= mglw. Carl von Holzhausen) in < ? > v. August/September 1812 (Göttingen)


F. an einen "Theuren Freund" (= mglw. Carl von Holzhausen) in < ? > v. August/September 1812 (Göttingen)
(BN 707a, Bl 1-8, undat. Entwurf 2 B 4° 8 S. + 2 Bl fol quer = 4 Bl 4° 8 S. ohne Adressatangabe. - Datierung: F. studiert lt. L I,1, S. 105 im Sommersemester 1812 "praktische Fächer" wie "praktische Chemie", "Geschichtskunde", "Nationalökonomie" u. ihm wird die Verbindung Mensch-Geist-Bildung bewußt; in diesem Brief ist von solchen Themen wiederholt die Rede [1V, 1R, 2R, 3V, 5R, 8V] und von ökonomischer Chemie im letzten Halbjahr; im Oktober 1812 ist F. nach einem Osteroder Aufenthalt bereits in Berlin). - Adressat: Der Brief erinnert an den an Carl von Holzhausen von zw. 4. Quartal 1812 u. 1. Quartal (vor Ostern) 1813. Gründe: 1. Dort ist die Rede von mehreren Ansätzen, an Carl v. H. zu schreiben; 2. die Anrede "Theurer Freund"; 3. in beiden Briefen Wechsel zwischen "Du-" und "Sie-"Anrede; 4. die Rede von Landwirtschaft und ökonomischer Chemie [3R, 4VR, 5VR, 6VR, 7R] entspricht der Rede von "Agriculturchemie" im anderen Brief [4R])

Das sich bilden durch die Geschichte, das Ein-
dringen in das Wesen derselben, d.h. das
Erkennen des Ganges den <Ge[i]st> in der Aus-
bildung und zur Vervollkommnung zur Er-
reichung der Bestimmung der Menschheit
geschlechtes und zur Erreichung der Be-
stimmung jedes einzelnen Menschenwesens
geht, dieses Wesen der Geschichte, u
und die sein Gang diese Gesetze des Ewigen in der Entwicklung der
Menschheit
zur Erreichung der höchsten Vollkommen-
heit, zu erkennen, dieses erfordert
der ruhigen ununterbrochenen spekula-
tiven Thätigkeit unseres Verstandes.
(Es gehört um die Geschichte mit Vortheil für uns zu unserer
Lehrerin zu machen zu können[)]
Es gehört dazu, daß wenn die Geschichte
mit Vortheil unsere Lehrerin zur Erreichung
unserer Bestimmung seyn soll, daß wir
uns ihr ganz widmen, daß wir die Be-
schäftigung mit ihr zu unserm Beruf er-
wählen können - Sie mein theuerst[er]
Freund erwartet ein anderer Beruf
sich zur vollkommensten Erfüllung dieses Berufes /
[1R]
aus zu bilden ist zu befähigen um sich
die Pflicht alles das zu vereinigen alle die
Kräfte u. Fähigkeiten welche nöthig sind
um die Pflichten Forderungen dieses Berufes zu er-
füllen auszubilden, dieses steht zu le-
bendig für [sc.: vor] Ihren Augen als daß ich
erst nöthig hätte sie darauf aufmerk-
sam zu machen, ja sie selbst fühlten
diese Forderung ihres Berufes an <sich>
schon zu einer Zeit da mich noch das Ihren Geist
allseitig allgemein aus zu bilden <nur nach / mir noch> Forderung
an Ihres Alters war.- Die Mittel
zur Erreichung unserer höchsten Vollkommenheit
u. so die Mittel zur Erfüllung unser[e]r
Bestimmung und deren so viel als nur möglich an unseren Beruf zu knüpfen
dieß
ist eine Forderung deren Unerläßlichkeit
sich durch sich selbst ausspricht, d.h. unser
Wirken für das Ganze u. für das Einzelne
für unser Verhältniß u für uns
für die äußeren Bürgerlichen Verhältniße
so wie für die weit höheren moralischen Geistigen
Verhältniße, dieses Wirken muß /
[Nebentext 1R rechte Spalte:]
(NB Wir sind ver-
pflichtet zur Bildung
für die zu wirken
zu welche[n] wir uns
u das Schicksal in
Verbindung bringen
zur Erfüllung dieser
Pflicht uns selbst
in dem Maße aus
zu bilden als wir mit
den Forderungen derselben
bekannt werden ist eine
so natürliche als uner-
läßliche Pflicht. Andere
haben wir [sc.: für ?] uns zu unserer
Bildung gewirkt als in
ihren Kräften <u> Erkennt-
niß lag es ist uner-
läßlich daß auch wir
wieder zur Bildung für
die wirken mit den[en] das
Schicksal und unserer
<Erzieher> entschluß uns /
[2V oben]
verband, damit die Menschheit bestehe
von welcher wir selbst ein Glied u. Theil
sind; wollten wir aber unserer Bequem-
lichkeit schmeicheln [und] nicht durch Wirken
zur Vollkommenheit in dem Kreise in
dem wir leben, zur Veredlung des
Geschlechtes
der Menschheit bey zu tragen [suchen]
so verdienten wir gar nicht ein Glied
derselben zu seyn
so würde[n wir] indem wir
das Wirken für das Ganze vernachlässigten
auch gegen uns selbst handeln.
(2V; wieder Haupttext)
so viel nur immer mögl. in eines und
dasselbe zusammenfallen, eines u. dasselbe
seyn damit unsere Kraft nicht zer-
splittert u. so geschwächt werde,
damit wir hingegen mit der unserer Gesammt-
heit unserer Kräfte zur Erfüllung
unserer Bestimmung wirken können.
Ihr Beruf mein sehr theurer
Freund knüpft Sie an die Natur.
Werden Sie sich nun zugl. eine tiefere
umfassendere Kenntniß der Natur
zum Bildungs Mittel für Sie zum /
[2R]
Mittel zur Erreichung der höchsten
Ausbildung der höchsten Vollkommenheit
die Ihre Individualität nur immer
fähig ist wählen (und Jedes Individuum
ist einer individuellen Ausbildung in das
Unendl. fähig) so werden Ihre Be-
rufs Geschäfte Ihre bürgerl. Bestimmung u. Ihre Wirkung für ihre
Ausbildung für ihre moralische Bestimmung sich wechsel-
seitig die Hand reichen, sich unter-
stützen, und so gegenseitig eine Höhe
erreichen deren Sie getrennt nicht fähig
sind.
Seid [sc.: Seit] dem Ende des verfl[ossenen] Jahrhunderts
ist besonders unendl[ich] viel dafür geschehen die Resul-
tate des Studiums der Natur eingreifend
zu lass machen in die bürgerl. Berufsge-
schäft[e] die in den Kräften in der [sc.: den] Thätigkeiten
der Natur ihr Fundament haben, deren
Wesen darin besteht, die sich damit
beschäftigen die Kräfte der Natur, die
Thätigkeiten derselben zu bestimmtem
Zwecke (zur Erreichung unseres physischen
u geistigen Wohls) nach Maßgabe /
[3]
und Vorschrift unseres Verstan-
des zu benutzen.
Dieses ist nun auch ganz besonders
u. wird immer mehr der Fall bey
der Ökonomie u. den Ökonomischen Ge-
werben u. Künsten.-
Ich gestehe Ihnen theuerster Freund
ganz aufrichtig daß ich früher, so sehr
es mir auch der Verstand u. eigenes
Nachdenken hätten sagen sollen, daß ich
früher selbst den so allgemeinen Entschluß einer
wissenschaftl. Kenntniß u. Ausbildung
d.h. einer Kenntniß u. Ausbildung blos
rein um des Gegenstandes u. seines
Wissens u. Erkennens willen, daß
ich den allgewaltigen durchgreifenden frucht-
baren Einfluß einer solchen Kenntniß
der Natur auf die mancherl.
bürgerl. Gewerbe u. besonders
auf die Ökonomie u. ökonomischen Ge-
werbe selbst nicht in einer solchen
Uneingeschränktheit alles einsahe
als ich ihn während meines vortrefl.
Unterrichtes erkennen lernte[.] /
[3R]
Ja ich sahe oft mit Verwunderung und ich darf
wohl auch sagen mit der herr inniger Freude
daß kaum in irgend einen bürgerl. Beruf
in irgend ein bürgerl. Geschäfte, eine
wissenschaftl. Kenntniß der Natur, d.h.
eine Kenn[t]niß der Natur, ihrer Kraft u.
ihrer Gegenstände um ihrer selbst willen
tiefer allgewaltiger u. fruchtbarer ein-
greift als in die Landwirthschaft u. in die
Landwirthschaftl. Gewerbe.- Ja mit
Wahrheit darf ich sagen in nichts finden die
Kenntniße der Natur und ihrer Gegenstände
eine schönere mehr reinere und mehr unmittelbarere
anwendung als in der Landwirthschaft.
Denn die Thätigkeit des Landwirthes be-
zieht sich auf die unmittelbare Benutzung der Erfahrung
der Kräfte der Natur u. der der Natur-
körper.
Es ist kaum ein Geschäft des Landwirthes
daß sich nicht auf die Benutzung u. Erfahrung der
Wechselseitigen Einwirkung und der dadurch bedingten
Production der einfachen Kräfte der
Natur u. der Naturkörper bezieht.
Natürl. ist es nun, daß der Landwirth
der diese Kräfte so wohl in ihren [sc.: ihrem] einfachen
als in ihren [sc.: ihrem] Wechselseitigen Wirken u. /
[4]
die Producte in beyden Fällen genau
kennt, daß ein solcher Landwirth
weit besser und sicherer für die Benutzung
u. Erhöhung der Kräfte der Natur wirken
kann als ein solcher, der blos dieß
handwerkmäßig gelernt hat der
blos die Wirkung die Resultate des Wirkens
kenn u. sein Handeln im allgem. kennt
ohne sich sagen zu können was jede seiner
Handlungen wirkl. bewirkt, wo sie
wirkl. in die Thätigkeit der Natur
entweder vortheilhaft oder nachtheilig
einwirkt ohne daß er weil [sc.: weiß] welcher
seiner Thätigkeit er nun diese oder
jene Erscheinung wirkl. zu zu schreiben
hat, damit im Fall diese Erscheinung
vortheilhaft sey er in Zukunft seine
Thätigkeit wieder ebenso wirken lassen
kann oder im Fall die Erscheinung nach-
theilig sey er jene seine Thätigkeit
in Zukunft vermeiden kann.
Es ist natürl. daß ein solcher
Landwirth die verschiedenen /
[4R]
Kräfte der Natur und der einzelnen
Naturkörper weit leichter und mit unveränderl. Gewißheit zur
erreichung seines Zweckes benutzen [sc.: benutzt].
Es muß das Gefühl der höhe u. der
Würde als Mensch eines [sc.: einen] solchen Landwirthes er-
höhen wenn er sich sagt, daß er mit
bewußtseyn die Kräfte der Natur
nach seinem Verstande zur Erreichung
seiner Zwecke leitet, daß er als mit
Verstand begabtes Wesen die Natur
zur Ausführerin seiner Pläne Vorsätze
zur Beförderin seiner Unternehmen
macht, daß er sich klar u. deutl.
bewußt ist
, wo die Natur, der Über-
gewichte seiner Vernunft Folge leistend [sc.: leistet]
u wie sie seine Unternehmungen u wann
sie sie unterstützt. Es muß einen solchen
Landwirth mit dem Ganzen Gefühle seiner
Würde als Mensch erfüllen, wenn
er die Thätigkeiten der Kräfte der
Natur u. Naturkörper nach ihrem
Fortschreiten u. in ihren jedesmaligen Ursachen u.
Wirkungen verfolgen kann.-
Und lassen Sie mich zurück kehren zum unmittelbaren praktischen /
[5]
praktischen Nutzen einer wissenschaftl. Kenntniß der Natur der dem Landwirth
als in Bezug auf sein bürgerl. Verhält-
niß oben anstehen muß.- Da er der blos handwerksmäßig sein Gewerbe treibend sein Gewerbe erlernt habende Landwirth nie
Ursache u. Wirkung jeder seiner einzelnen
Thätigkeit[en] beurtheilen ihr nie folgen kann
weil er nie sagen sagen [2x] kann die Ursache
hiervon ist diese, die Ursache dortvon
jene, weil er nie mit Bestimmheit u. Bewußtseyn sagen kann wenn
ich dieses Thue so muß aus dieser u. dieser
Ursache dieß entstehen, u. wenn ich jenes
thu[e], so muß jenes u. jenes die Folge
davon seyn, so kann er wenn durch
irgend eine dazwischenkommende zu-
fällige ihm unbekannte Ursache
, die
entweder in einer speziellen Eigenschaft
des als Mittel angewandten Natur-
körpers oder in einer etwas seiner
An
veränderten Anwendung dieses
Mittel[s] liegt, so kann er dann
nie diese Ursache mit Bestimmtheit auf finden, er
ist nicht im Stande mit Sicherheit
jener Ursache entgegenwirken sie
in Zukunft vermeiden zu können
sondern er muß es ledig proben u. /
[5R]
u. Proben und sich genügen wenn er
das wahre zufällig findet, und dennoch
ist er dann noch nicht im Stande mit
Sicherheit sagen zu können, dieses ist
die Ursache jenes erhaltenen Resultates.
Sellten fast nie ist er im Stande
einen entstandenen Fehler (zum Beyspiel
beym Brantwein oder Bierbrauen beym Verackern bey Krankheiten der Thiere
pp) zu verbessern weil er die Ur-
sache desselben nicht kennt, weil er
kein Gegenmittel kennt.-
Was ich Ihnen hier sage sind besonders
die Resultate meines Studiums der
ökonomischen Chemie die mich im verfl.
halben Jahre beschäftigte doch gehen
ganz dieselben Resultate aus dem Studium
der Thier[-], Pflanzen[-] u. Mineralgeschichte
der Thier[-] u. Pflanzen Physiologie (der Lehre
von der Natur der Thiere u. Pflanzen) hervor.
Unter den verschiedenen Erklärungen der
Die Chemie lehrt, wie Ihnen aus der <physik>
bekannt ist, die Mischungs Verhältniße
der Körper u. die Kräfte kennen wodurch
diese MischungsVerhältniße abgeändert hervorgebracht [Randbemerkung siehe S. 6] /
[6]
und abgeändert u. zerstört werden.
Da sie sich nun blos zunächst mit Mischungs
(Bestandtheilen) u. Kräften welche aus diesen
Verschieden Bestandtheilen diese verschiedenen
Mischungs Verhältniße ihre <abänderung> u Zer-
richtung [sc.: Zerstörung / Vernichtung ?] hervorbringt beschäftigt so ist
zwar zunächst und in so ferne sie objectiv
ist die unorganisirte Natur der Gegen-
stand derselben,
[Text bricht ab]
[5R]
[Alternativformulierung, die in Haupttext übergeht;
beginnend auf 5R, Fortsetzung auf 6V:]
Es mag uns hier die praktische
Erklärung genügen daß
die Chemie ist die
Lehre von .... ist /
[6]
und daß in sofern
zunächst die unorga-
nisirte Natur der
Gegenstand derselben
ist - doch da durch die
Thätigkeit in den <ve-
getabilien u. annatomien>
auch Mischungen vervor [sc.: hervor]
gebracht u. Mischungs[-]
<ver>hältniß aufgehoben
u. andere bewirkt
werden so ist ja sehr einleuchtend wie sich die Kenntniß der
Chemie auf die Kenntniß der gesammten
Natur bezieht, doch dieß blos wenn
wir auch schon übersehen wollten, daß schon
jeder Körper in Bezug auf seine Mischung
auf die Verschiedenen Bestandtheile
(also abgesehen von seinem Organis-
mus seinem Leben gleichsam blos
als ein Wesen ohne Organ ohne
Leben als ein unorganisirter Körper)
Gegenstand der Chemie ist.
[6V; wieder Haupttext:]
Schon durch diese Erklärung muß wird es
Ihnen wenn sie damit die Geschäfte /
[6R]
des Landwirthes in seinem Um-
fa[n]ge deutend und aufmerksam vergleichen schon
durch diese Erklärung muß wird Ihnen schon das unmittelbar[e]
Eingreifen dieses einzelnen Zweiges der Natur-
kenntniß in die Landwirthschaft deutl.
werden; mir wurde es <fast> erst durch die
Anwendung deutl. und ich sage ihnen
nochmals daß ich mich wunderte noch nie so deutl.
u. klar bemerkt zu
haben, daß ich mich
gleichsam für mich
selbst schämte jetzt
erst zu merken
daß alle unsere ökonomischen Gewerbe
auf die [sc.: der] Benutzung u. Erhöhung der Kräfte
der Natur und der Naturkörper u.
besonders auf die [sc.: der] Kenntniß beruht [sc.: beruhen]
u. besonders die Bestandtheile von
Körpern zu verändern, Mischungen
zu vernichten und andere hervorzu-
bringen.
Wenn Du diese[n] Theil der Natur-
kenntniß, die Lehre von den Mischungen
und den Kräften durch welche sie bedingt
u verabgeändert werden (die Chemie nach dieser <Erklärung>) genau nach
jenem Gegenstande genau bet
mit den Landwirthschaftl. Gegenständen
u. Gewerben vergleichst so wirst /
[7]
Du sehr leicht einsehen daß
überall in der Landwirthschaft
dieser Theil die Natur u. die
Naturkörper in dieser Hinsicht
thätig ist [sc.: sind], daß also bey dem der
sich von dieser Thätigkeit will
Rechenschaft ablegen sie sich zum Be-
wußtseyn bringen will, er sich
im Besitz der Kenntniße u. Erfahrungen
befinden muß, deren Sammlung wir der
Name Name [2x] der Chemie gege[be]n worden
ist.
Denn betrachte das Branntwein-
brauen - Bie[r]brauen - das Flachs-
<reißen> - Betrachte das Ackern, das
Düngen - genau was <hat> es einen
andern Zweck als Mischungen zu ver-
nichten u. hervorzubringen daß gewisse
Kräfte der Natur u. der Natur-
körper, des Bodens, der Früchte
sich zur Hervorbringung gewisse[r] <El[em]ente>
(Producte) besonders wirksam
seyn können. Wie kann es anders /
[7R]
als für den Landwirth höchst vor-
theilhaft seyn diese Kräfte
durch dieß Bestandtheil durch welche[s]
dieses u. jenes Product z.B.
gutes Branntwein Bier, gute Früchte
hervorgebracht werden [sc.: wird] [zu] kennen,
genau zu kennen, um auf der einen Seite alles aus
dem Wege räumen und Fehler verbessern zu können was
der Wirksamkeit dieser Kräfte
u. Bestandtheile nachtheilig ist
und auf der andern Seite alles an-
zuwenden was die Thätigkeit jener Bestandthei[le]
[und jener] Kräfte erhöht u sie vervoll-
kommnet?
- notwendig kann es auch nicht anders seyn
[Einschub mit Fortsetzung auf 8V:]
als daß dadurch der
Ertrag des Gutes
weil der Landw.
hand in Hand mit
der Natur arbeitet
erhöht werden muß[.] /
[8V]
Kennt er nun
die Kräfte die <höchsten> Be-
standtheile die bey
irgend einer Mischungs
Veränderung thätig sind
so sehen sie leicht ein
wie er Nachtheile
verbessern kann.
[7R]
Diese Andeutungen <müßen wir>
hier u. auch blos bey diesem
einzelnen Zweig der Natur-
wissenschaft zeigen ob ich sie
gleich auch bey den andern Zweigen Wissen-
schaf
statt finden.
Aber auch für den den das mehr
spekulative Wissen der Geschichte als Bildungs[-] /
[8]
Mittel für sich als Mittel zur
Erreichung seiner Bestimmung beschäftigt
ist das Studium der Natur von
höchster Wichtigkeit.
Der Gegenstand der Geschichte
ist der Mensch u. der Gang seiner
Entwicklung bis auf den P[un]kt wo
wir ihn jetzt finden, allein der
Mensch ist zu eng mit der Natur
verbunden seine Entwicklung ist zu
abhängig von der Entwicklung der
Natur und ihrer Kräfte, daß die
Geschichte nur dann wahre Lehrerin
für uns wird, daß wir sie nur
dann vollkommen verstehen u.
ich möchte sagen nur in dem maße wahr-
haft und ihre Lehren verstehen,
fassen u. deuten können indem wir
die Natur kennen u. ihre Entwicklung
u. ihren Einfluß kennen.-
Also auch von dieser Seite /
[8R]
betrachtet kann es für Sie
sollten
[Text bricht ab]
[Randbemerkung:]
Über rationelle
Landwirthschaft und über
das Rationelle der er-
fahrungswissenschaften
überhaupt.- Das Rationelle
als das ordnende, das
begeistigende, das Leben
gebende