Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Christian Samuel Weiß in Berlin v. 20.11.1813 (Rethem)


F. an Christian Samuel Weiß in Berlin v. 20.11.1813 (Rethem)
(GNM Bl 56, Brieforiginal/Fragment 1Bl 8° 1 ¼ S., ed. Neuhaus 1913, 145; Briefanfang weggelassen. N. vermerkt, das Briefende sei „abgeschnitten“)

Rethem an der Aller am 20sten 9br 13.
Nur schüchter[n] ergreife ich die Feder um schon wieder Ihnen hochverehrter
Herr und Freund zu schreiben, denn seit dem Wiederausbruch des Krieges
erfreute ich mich keiner Zeilen von Ihnen welche mir hoffen ließen daß
Sie auch ferner Briefe von mir gütevoll u. freundschaftlich aufnehmen
würde[n], doch meine Lage giebt mir Muth Ihre frühere Erlaubniß
mich Ihnen offen mittheilen zu dürfen auch noch bis auf diesen
Brief auszudehnen.
Von Boizenburg aus machte ich mir zum letztenmale das Vergnügen
Ihnen zu schreiben und um gütige Bestellung Besorgung bittend legte ich einen
Brief an das Militär Gouvernement bey, in
welchen ich um meinen Abschiede vom Korps und Versetzung unter
die Berliner Landwehr bat. – Ehe ich vom königl. Gouvernement
noch Resolution erwarten durfte mußte ich leider schon das jen[-]
seitige Elbufer wieder verlassen. Den 9ten Novbr marschirten
wir wieder von Klein Zechgow ab und gingen in Eilmärschen nach
Celle und von da wieder an der Aller herab nach Rethem
2 M von Verden wo wir nun seit dem 16ten im StandQuartier
jedoch so stehen, daß wir jeden Augenblick des Abmarsches
gewärtigen, wohin? – einige sagen nach Bremen, andere
nach Osnabrück in Celle soll unsere Bestimmung Wesel
gewesen seyn, so wie man als unsere jetzige Bestimmung Holland
nennt [unterer Briefrand abgeschnitten, Text fehlt]/
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zu lassen. Im Vertrauen auf diese Ihre gütevolle Erlaubniß
wage ich es einen Brief an den HErrn Berghauptmann Gebhard
bey zu legen, welcher diesen [bricht ab]