Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Christian Samuel Weiß in Berlin v. 21./27./28.11.1813 (Rethem/Boitzenburg)


F. an Christian Samuel Weiß in Berlin v. 21./27./28.11.1813 (Rethem/Boitzenburg)
(GNM Bl 57-60, Brieforiginal 1B 8°+2Bl 8° 8 S., ferner Bl 61: Quittung, 1 Bl 8° quer. Die Blätter des Briefs liegen tw. falsch. Richtige Reihenfolge: 57, 59R, 59V, 58, 60. Bei der Edition durch Neuhaus 1913, 145-149 fehlen zwei Abschnitte:S.58 unten und S.60)

Rethem den 21sten 9br 1813.
Immer mehr entfernen wir uns von Berlin und unsere Richtung
ist so unbestimmt, und was ja von unserer ferneren Bestimmung ver-
lautet, der Hoffnung: bald Orte zu finden, wo ich Bekannte oder
Anverwandte treffe so ungünstig, daß ich, so unangenehm es
mir auch ist Ihnen hochverehrter HErr u Freund einen Brief dieses
Innhaltes zu senden zu müssen, daß ich dennoch von Ihrer güte[-]
vollen u. freundschaftlichen Erlaubniß auch über meine ökono[-]
mische Lage offen zu Ihnen zu sprechen, Gebrauch machen muß.
Schuhe ist das ein[z]ige dringende Bedürfniß was uns in der letzten
Zeit und nach unserem Zuge nach Bremen zu völliger Befriedigung
unseres Bedarfs gereicht worden ist, von allem andern ist
uns außer sehr spärlicher Munition wie seit langem gar
nichts gereicht worden, und außer 2 <Gr.> welche Tettenborn
jedem dießseits der Elbe detaschirten Jäger als eine Art Ge-
schenk hat auszahlen lassen ist haben wir auch seit vielen
Monaten an Gelde nichts vom Corps erhalten; nehmen Sie
dazu daß wir die ersten Monate nach Wieder[aus]bruch des Krieges
beständig haben bivouakiren müssen, und in der letzten Zeit
immer große Märsche durch die Sumpf[-] u. Moorgegenden der
Hayde, aus der wir seit August fast nie gekommen sind
und seit längerer Zeit immer bey Nacht bey Nebel und Regen haben machen müssen
berücksichtigt man noch, daß der
Winter vor der Thür ist, so läßt sich leicht zeigen, daß
mancher bes Mangel an wesentlichen Bedürfnissen, eine Folge
dieser Umstände ist. Da auch mich dieser Mangel besonders
bey dem hereinbrechenden Winter immer mehr zu betreffen
droht, so wagte ich es die mir von dHE.
Berghauptmann [Gebhard]
gemachte Hoffnung, von dem Bergamte auch während der
Fortdauer des Krieges einige Unterstützung zu erhalten
aufzufassen und gestützt auf diese Hoffnung mich bittend
an ihn zu wenden. Ich lege den deßhalb an ihn geschriebenen
Brief unverschlossen hier bey, mit der freundschaftl[ichen]
Bitte an Sie daß, wenn Sie denselben Ihrer gefälligen
Prüfung unterworfen haben, und daß wenn Sie es für
schicklich finden daß ich mich in diesem Anliegen und /
[57R]
in dieser Form an ihn den HE. Berghauptmann wende, daß
Sie dann die große Güte für mich haben, den beyliegenden
Brief gefälligst an ihn zu besorgen.

Boizenburg Sonnabends den 27ten Novbr. Wie ich diesen Brief
begann glaubte ich nichts weniger er[n]stlich, daß noch so viele Tage
verfließen würden ehe er an Sie abgehen könnte, und dann daß
ich ihn dießseits der Elbe fortsetzen würde. Der Ort von dem
ich die Fortsetzung dieses Briefes datire sagt Ihnen schon welchen Marsch
wir seit den letzteren 6 Tagen wieder machten. Es waren wie
gewöhnlich angreifende und zum Theil wieder eigentliche Nachtmärsche
der angreifendste war von Soltau bis fast nach Lüneburg
wo wir von Morgens 6 Uhr bis Nachts 11 Uhr ununterbrochen auf dem Marsche <->
waren und am Ende desselben
noch das Vergnügen hatten daß sich unser Bothe den Weg ver-
lohr und uns in einen von Wassergräben durchschnittenen
Birkenbruch führte. Dieser Marsch war der angreifendste den
wir noch machten, und noch am 2ten Tage war mein Körper
so zerstaucht und gleichsam gerädert daß ich mich auf dem
nun wieder folgenden Nachtmarsch wo wir doch schon um 9
Uhr es an den Ort unserer Bestimmung kamen, nur mit Mühe fort
bewegen konnte. Jetzt sind wir in Boizenburg und wie es heißt
noch auf einige Tage um uns wieder zu etwas zu erholen.
Unsere Was dann unsere Bestimmung seyn wird wissen wir
noch nicht mit Bestimmtheit; man vermuthet in Verbindung
mit nahmhaften Kriegeskräften die Steckenitz und das rechte
untere Elbufer von den Franzosen endlich zu reinigen (die
Punkte Möllen, Büchen, Lauenburg sind noch besetzt) Hamburg
und Haarburg möchten daher wohl vorerst die nächsten Ziele
unserer Operationen seyn, und es macht uns viele Freude
daß wir endlich einmal solche Ziele mit Bestimmtheit vor
Augen haben. – Bey unserem Durchmarsch d[urc]h Lüneburg sahen
wir noch die Ehrenpforte welche dem Kronprinz[en] errichtet
worden war. Zufällig hielt meine Comp[agnie] vor seinem Quar-
tier wo alles zwar den königl. Gast doch Einfachheit
verrieth. Ein Bürger versicherte mir bestimmt daß 12 000
M. Schweden in der Stadt lägen; 36-50 u. mehr Mann /
[59R]
lagen in einem Quartier. Die Bürger waren sehr zufrieden mit ihnen.
Man sagte daß sie sämtlich in einigen Tagen über die Elbe gehen würden.
Gestern Abend war der Kronprinz schon hier an der Elbe wo eine
Schiffbrücke über dieselbe geschlagen wird, damit leicht schweres
Militär übersetzen kann; weil sie noch nicht fertig war kehrte
der Kronprinz nach Bleckede zurück, doch wurde hier schon erleuchtet
weil die Nachricht kam, er würde noch heute den Abend hieher kommen.
Der Kronprinz soll nach vielfachen Nachrichten besonders
gut gegen unser Corps gesinnt seyn. Als er d[urc]h Gutemuhlen [sc.: Hudemühlen] (an der
Aller) kam lag eben das 3e Bat: daselbst; es paradirte vor
ihm, da er erfuhr daß es Lützower wären, soll er in die Hände
geklatscht u. vive Lützow gerufen haben. Er hat dann dem
Bat: ein Geschenk auszahlen lassen von dem, wie ich höre jeder
Jäger 10 <Sols>, jeder Oberjäger 20 <Sols> bekommen soll, natürlich die HE.
Offiziere haben den besten Theil erhalten. – Der Batterie des HE. Rittm: <-> Fritz,
welcher viel mit ihm gesprochen haben soll, hat [er]
einen Frd’or und wie ich höre der reitenden Batterie gestern 2 Frd[’ors]
geschenkt. Gestern hat er aber in etwas mehr Wesentl[ichem] gezeigt das
uns hoffen läßt, er werde auch in der Zukunft unser Recht vertreten.
Unsere gestrigen Ordre waren bis hieher. Wir kamen an und glaubten nichts
sicherer als in erholende Quartiere zu kommen. Dörenberg war (und ist noch) Comman-
dant der Stadt, dieser muthete uns erst wieder zu daß wir in der Nacht
noch 2 ¼ M.[eilen] marschiren sollten; da ihm aber vor[ge]stellt wurde daß dieß
g[an]z unmögl[ich] sey, so wieß er in der elendesten Vorstadt jedem
Bat: incl. Staab u. Offiziere 4 kleine Häuser an, so daß 150 M
in ein Häuschen kamen wo kaum die Hälfte stehen konnte. Schon
sobald er dieß dem Staabsquartiermeister zugemuthet hatte, war
eine Staffette an den Kronprinz abgegangen und nach Zurückkunft
derselben zeigte sich, daß die russisch deutsche Legion auf Befehl des
Kronpr: uns z. Theil hatte Platz machen sollen. Dörenberg aus
Achtung und Liebe zu unserm Korps hatte uns nun in die für ihn sein Korps bestimmten
schlechteren Cantonirungen schicken, und sein Korps, welches z.
Theil sich schon seit Wochen hier gepflegt noch länger hier liegen lassen
wollen. Der Kronpr: soll sich sehr unzufrieden über Dörenberg deß-
halb geäußert haben, und noch gestern den Abend mußten russisch
teutsche Legionen ausrücken, und wir kamen noch am Abend in die <in>
Quartiere. Es war auch nöthig daß es so kam die Unzufrieden- /
[59]
heit unserer Leute war auch auf das höchste gestiegen, und wir
hätten gewiß in dieser Nacht mehr als 100 d[urc]h Desertion ver-
lohren; dieß ist aber was die Chefs anderer ähnl[icher] Korps wollen
denn überall umschwärmen uns Werber, und es ist merkwürdig
daß bey allen Strapazen, bey allem drückenden Mangel <-> die Liebe der
Leute zum Korps doch so sehr groß ist, daß uns verhältniß[-]
mäßig nur Wenige und großentheils nur die Schlechteren deser-
tirt sind. Sie wünschen alle daß wenn nicht ein Hoffnungsstrahl
sie erquickt daß es noch einst gut, recht gut mit uns gehen werde.
Dann wünschen sie alle nicht nicht mehr im Korps zu seyn allein
desertiren wollen sie doch nicht. – Jetzt hofft das Korps viel
vom Kronprinz und - vom König, der Himmel gebe daß
das arme so oft geteuschte Korps nicht abermals geteuscht werde,
dann wenigstens wäre die Geduldsprobe auf das Höchste gestiegen.
Zunächst sehen wir jeden Tag den Operationen zum wirklichen
Angriff des Feindes entgegen. Der Kronprinz soll uns wenn
wir in dieser Operation und bey Hamburg alles unsere thun
mehrere Wochen Erhohlung rc in Altona versprochen
haben. Man sagt den Leuten viel, wer kann bestimmen, was
wahr ist.
Heute Mittag habe ich Ihren freundschaftlich gütevollen Brief
erhalten für welchen ich Ihnen als Brief den herzlichsten Dank
sage, denn ich gestehe Ihnen ganz offen, daß ich glaubte Sie wären
aus irgendeiner Ursache sehr unzufrieden mit mir, und ich freue
mich innig daß mich dieser Ihr lieber herzlicher Brief deßhalb be-
ruhigt, denn ich wünsche wirklich sehr so glücklich zu seyn, vereinigt
mit und geleitet von Ihnen einst das Studium der unorganischen
Natur fortzusetzen; geböte jetzt nicht die Nothwendigkeit so be-
stimmt ich glaube die Sehnsucht nach diesen Studien würde mich
wie die Schweizer die Sehnsucht nach ihrer Heimath befallen daher
blicke ich sehnend nach der Zeit wo ich wieder stet wissenschaftl[ich] arbeiten, stetig
arbeiten, stetig denken kann. Und Ihr lieber
Brief bestätigt mich ja in der frohen Hoffnung, daß mich wenn ich
gesund das Kriegesende erlebe eine solche Lage mich erwartet.
Ich freue mich sehr: daß Sie meinen Entschluß vom Korps zu
gehen nicht tadelten so wie mein Handeln dafür; auch die Folge /
[58]
des beym Korps und meinem Bataillon Vorgefallenen recht[-]
fertigte es. Bald nach Abgang jenes Briefs nämlich forderten
zwar einzeln doch in der Zeit von kaum 2 mal 24 Stunden nicht
nur sämtl.[iche] Büchsenjäger des 1ten sondern auch des 2ten Bat:
ihren Abschied. Die Folge davon vereitelte die unsern Herrn
Korps Chefs sehr gelegen kommende Ordre nach Celle zu mar[-]
schiren, wo man uns als bestimmt sagte daß es ununter[-]
brochen bis Münster, Wesel gehen würde. Niemand ver[-]
gißt auch das größte Ungemach wenn es überstanden ist
und wenn sich ihm eine heitere Zukunft die Vergangenheit
leichter und ich möchte sagen augenblicklich als der Soldat.
Neue Hoffnung, längst erwünschte Thätigkeit für ein bestimmtes
Ziel, und dieses Ziel: Westphalen, der Rhein, und alles
Abschiednehmen war vergessen. Allein ehe diese Marsch Ordre
kam, beruhigte mich während mehrerer Tage
zwischen dieser und der Abschiedseinreichung, der schon früher
von mir gethanene Schritt, denn ich hätte nicht gewußt was ich
ohne denselben hätte machen sollen, wenn nicht nur der größte
und beste Theil der Comp: sondern sogar mehrere Offiziere
ihren Abschied erhalten hätten, um welchen letztere auch sehr
bestimmt nachsuchten. – Daß ich aber bis jetzt meinen Abschied
vom Korps noch nicht erhalten habe ist mir – wie Sie schon
g[an]z richtig vermuthen sehr lieb. Bey dem neuen Verhältnisse
unseres Korps zum Kronpr: will ich wenigstens noch einige
Zeit abwarten was mit ihm werden was es thun würde,
denn es ist wahr es würde mich tief schmerzen, wenn unser
Korps irgend etwas namhaftes leistete an welchem ich
nicht auch Antheil genommen hätte. Und so fesselt uns
Freye – wenn es nur nicht gar, gar zu schlecht bey uns
dem Korps geht – eine unerklärliche Liebe an dasselbe;
jeder der Guten selbst g[an]z Gemeinen seufzt, was könnte
mit diesen Menschen aus dem Korps werden, wenn –
tüchtige, an Geist u. Gemüth gGebildete unter sich über[-]
einstimmende Chefs an der Spitze unseres Corps stünden.
So angenehme Hoffnungen uns aber auch jetzt von der Zukunft /
[58R]
unseres Corps umschweben, so bitte [ich] Sie doch, das einmal
bey dem Militär Gouvernement Eingereichte fortwirken zu
lassen. Nach meiner vielfach im Leben als wahr erprobte[n]
Überzeugung sollte jeder Schritt wenn er einmal geschehen ist
<-> ausschließend geschehen, denn er bewirkte etwas was
in diesem Augenblick ausschließend geschehen sollte; deßhalb
lasse ich gern was einmal dem Schicksal übergeben ist
ruhig in demselben fortwirken.
Die mir durch Ihre und des HE. Staatsr: S.[Süvern] gewordene namhafte
Unterstützung hat mir mehr als Freude gemacht, sie hat mich
wie Ihnen schon diese Blätter sagten aus Verlegenheit, aus
bedeutender Verlegenheit gerissen. Es war schon weit mit mir
gekommen, denn meine Unterkleider waren gleich denen meiner
Kameraden schon ziemlich lebendig geworden, und es schien bald
als wenn diese nie erwartete Einquartirung mächtiger als ich
werden wollte. Wie war es aber auch anders bey den Mengen in
welchen wir immer zusammengelegt wurden möglich. Ob ich gleich
durch Anschaffung ganz neuer Unterkleider kräftig dagegen
wirkte, so half dieß doch nicht da ich nicht zugl[eich] Pflege
des Körpers und Reinlichkeit damit verbinden konnte. Erst
seit den letzteren Tagen seit welchen ich Oberjäger der
3en Comp. des 1ten Bat: bin, lebe ich in dieser Hinsicht
wieder als Mensch, weil man als solcher doch wenigstens einiger[-]
maßen der Reinlichkeit pflegen kann. – Was ich Ihnen jetzt
noch gestehen muß damit werden Sie nicht zufrieden seyn
doch es war eine Folge meiner eben gedachten Lage.
Eben als wir mit Bremen genommen hatten, war jene Lage bey
mir auf das Größte gestiegen; wir kamen zwar nicht nach
Bremen sondern wurden nach Ottersberg verlegt, allein da ich
aus der Schweiz her einige Kaufmannshäuser in B. [Bremen] kannte
und da wir dort nichts sicherer glaubten als über die Weser
vorzudringen, so konnte ich mir nicht anders helfen als
mir durch Urlaub nach Bremen die Benutzung jener Be-
kanntschaften mögl[ich] zu machen. Im Vertrauen auf Ihre Nachsicht
ließ ich mir vom Hause Joh. Lange, Sohn <Wittw. d Comp>
in Bremen
3 Frd’or auszahlen, Mit dem Vorsatze so bald /
[60]
als möglich an Sie zu schreiben und Sie freundschaftlichst
zu bitten bey Eingang meines Empfangscheines, <noch>
das von mir zurückgelassene <Besteck> zum Theil mir das
Fehlende durch eine gütige Unterstützung des HE Berghauptmann
an welchen ich mich deßhalb schon dortmals bittend wenden
wollte zu bezahlen; Mit diesem festen Vorsatz
war ich so frey meinen Empfangsschein auf Sie anzu[-]
weisen. Durch die unerwartete Unterstützung d[urc]h den
HE: St.R. S. würde es mir mögl[ich] werden wenigstens
den größten Theil jener Summe baar abzutragen, und
ich wünschte jetzt wohl daß mir die Zeit das <einige->
mal erlaubt hätte diesen Schritt Ihnen zu sagen da-
mit Sie wenigstens die Hälfte oder 2/3 der mir über-
sandten Summe zurückbehalten und damit und dem
obengedachten <Besteck> jene Anweisung zu berichtigen.
Ich weiß auch daß es Pflicht wäre einen Theil des
Empfangenen sogleich wieder an Sie zurück zu schicken,
und ich wollte auch das Fehlende an Goldeswerth bey[-]
<legen>, wenn mir nicht die Äußerung des HE. Kahlen-
kamp (dessen Handlung das gedachte Firma hat) sicher hoffen
ja erwarten ließe, daß er von jener Anweisung
erst nach beendigten Kriege Gebrauch machen wird,
und wenn die Zukunft nicht gar zu unbestimmt vor
stände und wenn ich mich von dem Andern <früher> als in
dem höchsten Nothzwang trennen möchte. Falle ich in dem noch
vorherge[he]nden Gefechten so wird es leicht möglich seyn
jene Summe von dem Zurückgelassenen zu bezahlen
sind wir so glückl[ich] vorzurücken so werde ich die Be-
zahlung von Hamburg aus zu besorgen suchen wo ich
Verwandte habe.

Sonntag am 28ten 9br. 10 Uhr Vormittags. Eben erhalten /
[60R]
wir wieder Ordre zum Ausmarsch doch nicht um weit
von hier zu gehen. Sämtl[iche] Lützowsche Infanterie
wird näml[ich] an die Steckenitz nach der Horst u in
die Gegend von Büchen auf Vorposten kommen.
Die Schweden werden heute hier von Lüneburg ein-
rücken. Wie man bestimmt hofft muß in den
nächsten Tagen hier etwas vorgefallen seyn.
Dr. Bercht welcher eben bey mir ist läßt Sie
auf das herzlichste grüßen er hätte Ihnen gern
längst geschrieben hätten es die Umstände erlaubt.
Ein gewisser Dr. Eiselen aus Berlin, ein ausge-
zeichneter Mann ist Mitoberjäger bey meiner Comp:
der HE. Geh: Rath Beust ist OrdonanzOffizier beym
Kronprinzen.
Die Zeit drängt mich. Den herzlichsten Dank
nochmals für Ihren Brief und das mir Überschickte.
Dem HErrn Rector Savigny u. HE. Staats-R. S. [Süvern] sage
ich für ihre so thätige Theilnahme herzlichen und gehor-
samsten Dank. – Leben Sie recht, recht wohl.
Ihr
innig dankbarer Freund

A. Fröbel

Briefe addressiren Sie vor der Hand gefälligst
immer über Lüneburg Ludwigslust.
[61]

[Quittung als Beilage]
Daß ich durch die Güte des Herrn Prof: Weiß
sechs Ducaten in Gold, welche Ihm aus der Hand
theilnehmender Personen zur Unterstützung für mich
übergeben worden sind, mit der <heutigen> erhalten
habe bescheinige ich mit schuldigem Dank.
Boizenburg den 27ten 9br 13.

Fröbel
gegenwärtig Oberjäger in der 3n Comp.
des ersten Bat: