Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an eine "Königliche Hoheit" [weibliche Verwandte von Friedrich Wilhelm III. König von Preußen] in Berlin v. Febr. (zw. 29.1. u. 27.2.) 1814 (Berlin)


F. an eine "Königliche Hoheit" [weibliche Verwandte von Friedrich Wilhelm III. König von Preußen] in Berlin v. Febr. (zw. 29.1. u. 27.2.) 1814 (Berlin)
(BN 710, Bl 4, undat. Entwurf, Abfolge 4R/4V, erw. Halfter 1931, 399. - Auf demselben Blatt Teil des Entwurfs an S. v. Heyden von Mitte/Ende Mai (14.5. oder etwas später) 1815. – Datierung und Adressat: KN-Katalog „2.3.1814“ irrig. KN 16,3 enthält Brief-Regest und Notiz O. Wächters: „1814, im Februar. Fr. befand sich Ende Januar und während des Februar in Berlin, um dort für die Neubekleidung des Lützowschen Korps zu sorgen. In dieser Zeit muß der Entwurf verfasst sein, der wohl an eine Prinzessin des preußischen Königshauses gerichtet war.)

An Ihrer Königl. H. Gnade Freygebigkeit
u. Menschenfreundlichkeit wendet sich
hierdurch ein Mann, der zwar nicht
Preuße von Geburt, aber doch von den
erhabenen Zwecken Sr. Majest. des
Königes bey dem gegenwärtigen Kriege <erglüht> sich seine<m>dessen und dem
Dienste des edelsten Königs u des teutschen Vaterlandes
sich widmete mit Leib u. Blut Leben
nach dem zuvor Erziehung u.
Bildung der Menschen u. < ? > Wissenschaft im <Innersten> sein
Lebensberuf war gewesen war,
zu welchem erstern er bey Pestalozzi
die höhere Liebe Neigung gewann, die
er auch hier in Erziehungs Insti-
tuten verwirklichte.
Es ward mir, gnädigste Frau, durch Unterstützung Theilnahme
möglich als schon <ehe 1 Montag des n. Lagers> unter die preuß.
Massen, als Selbstbekleideter
u. Selbstbewaffneter in das Lützowschen [sc.: Lützowsche] Chor der Freywilligen einzutreten u.
mich bis jetzt zu unterhalten.
Die Dauer des Krieges erschöpft
jedoch meine Hülfsquellen und
weil ich weiß meinen Drang Wunsch
<dienen> muß und ich bin gezwungen
mir zur Vollendung meines
begonnenen Laufes
Hegte ich nicht den Wunsch bis zum
Frieden der Fahne meines Führers
zu folgen, so würde ich zurückkehren
in das bürgerliche Geschäft. Jener
Wunsch selbst aber

u. dies erschwehrt mir d. Erfüllung
meiner, mir so willkommenen
Pflicht dieser Pflicht mögl. nachzukommen. <Der Wunsch> nun selbst
nun
giebt mir d. Hoffnung,
daß Ihr. H. G. mir die unterthä-
nigste Bitte um eine momentane Unter-
stützung eben so huldvoll
verzeihen als gnädigst gewähren
werden.
Gefühle der Unterwürfig-
keit
Bedarf es einer Bestätigung
meiner Gesinnungen, so darf
ich mich ebenso <wohl> auf meine Herrn Chefs und als auch unterandern
unterandern auf auf den He.
Professor an der hies. Univers. He. Dr. Weiß berufen.
Gefühle der Unterwürf. u.
Dankbark[ei]t werden mich stets
beleben für Ihr. Königl. [Hoheit] beleben u womöglich die Verehrung nur erhöhen mit, welcher
in ich Höchstderselben ich zugl. die als der Verwa[n]dt[en]
des erhabendst[en] Monarchen verehre zu Füßen lege, dem
auch künftig in friedlichem Berufe meine Thatk. u. Ken[n]tniß mit beste[m] Willen
gewidmet seyn werden, wenn er d. Gnade
hat, sie anzunehmen.
Ich habe die Ehre respektvollest
zu verharren als
           Ihr[er] K[öniglichen] H[oheit] <u.> /
[4V unten]

unterthänigster

August Fröbel
aus Rudolstadt
jetzt Oberjäger in der 3en Komp. 1sten Bat: des v. Lützowsch[en] Korps
gegenwärtig als Kommandirter in Berlin
alte Grünstraße Nro 3.