Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an "Major und Kommandeur"<Müller> in <Berlin> v. 21.4.1815 (Berlin)


F. an "Major und Kommandeur"<Müller> in <Berlin> v. 21.4.1815 (Berlin)
(KN 17,4, dat. Entwurf 1 B 4° 3 S. ohne Adressatangabe. - F. korrigiert durchweg 1. Person Singular in Plural ! - aber keine 2. Unterschrift. - Auf 2R u. 1V des Bogens: Fortsetzung des Entwurfs an Caroline von Holzhausen v. 29.4.1815, Erster Teil in BN 492, Bl 31-32. – Adressat könnte Major Müller sein, der in Briefen F.s an Weiß 1813/14 mehrfach erwähnt wird.)

     Hochwohlgeborner Herr,
Höchstzuehrender Herr Major und Kommandeur;

Indem Sr. Majestät der König diejenigen, welche schon in den letzten Feld-
zügen als Freywillige dienten, abermals zu den Waffen ruft, um an dem
wiederbegonnenen Kampfe ehrenvollen Antheil zu nehmen, trägt er denen unter
ihnen, welche in jenen Feldzügen von ihren Herrn Chefs und Kommandeurs
der Beförderung zu Offizieren und des eisernen Kreuzes würdig erklärt, und
dazu vorgeschlagen wurden - besonders auf: die Zeugnisse darüber bey
den Herr kommandirenden Herrn Generalen ihrer Provinzen auf das schleu-
nigste einzureichen um darnach ihre neuen Stellen im Militär zu bestimmen. /
[1R]
Von dem Herrn Kommandeur meiner unserer Kompagnie und dem Herrn
Hauptmann Stak als Kommandeur des ersten Bataillons in welchem
ich zu dienen die Ehre hatte, wurde[n] ich wir in den, in Estaires und Fre-
linghien
vom 21 22sten bis 29sten April vorigen Jahres angefertigten
Listen als des eisernen Kreuzes und der Beförderung zum Offizier
würdig erklärt erkannt und eingetragen. Da jene Listen den Herrn Chefs
des Korps übergeben worden sind, so bitte[n] ich wir Endes unterzeichneten Ew: Hochwohlgeborn
als Chef und Kommandeur der sämtlichen Infanterie des Königl.
preußisch: Freykorps, aufgefordert durch den Befehl Sr. Majestät
des Königs, ganz gehorsamst: mir uns durch ein an den kommandirenden
Herrn General der hiesigen Provinz abzugebendes Zeugniß zu be-
glaubigen, daß ich unter der Zahl derer begriffen bin, welche
d.d. Estaires und Frelinghien zum eisernen Kreuze und zur
Beförderung zum Offizier würdig erkannt und vorgeschlagen worden bin
sind.

[Einfügung v. S. 2:]
unsere von unsern Herrn Chefs u Commandeurs
vorgeschlagene Beförderung zu Offizieren
zu beglaubigen[.]
Da ich wir jeden Tag den [sc.: dem] Befehl entgegen sehen müßen, wieder in
die Reihen der Krieger einzutreten und da Sr. Majestät der König
fordert, seinen Befehlen schleunigst nachzukommen, so bitte[n] ich wir Ew:
Hochwohlgeborn gehorsamst und dringend um die baldigste und
gütige Ausfertigung und Übersendung jenes Zeugnisses. /
[2]
Ew: Hochwohlgeborn ist zu wohl bekannt wie das militärische
Glück von dem Augenblick abhängt und ich wir dürfen überzeugt seyn,
daß Sie Herr Major und Kommandeur sich innig freuen etwas
zum Wohl derer beyzutragen, welche unter ihren Befehlen zu dienen
die Ehre hatten als daß ich wir an einer gütigst baldigen Erfüllung unserer
gehorsamsten Bitte zweifeln sollte könnte[n].
Mit der vollkommensten Ehrerbietung bin ich sind wir
Herr Major und Kommandeur
        Ew: Hochwohlgeborn
        gehorsamster

        August Fröbel, Studirender
gewesener Freywilliger Oberjäger in der
        3ten Kompagnie 1sten Bat. des K. pr: Freyk[or]ps
Berlin
(in dem Universitäts-
Gebäude
)
den 21sten April
1815/:.