Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Carl Bauer in Berlin v. 22.10.1816 (Osterode)


F. an Carl Bauer in Berlin v. 22.10.1816 (Osterode)
(BN 277, Bl 156, hier: 156R, undat. Entwurf, entstanden im Kontext des dat. Briefentwurfs an Caroline v. Holzhausen v. 22.10.1816 und der undatierten Entwürfe vom gleichen Tag an Middendorff und Langethal.)

[Osterode 22.10.1816]


Lieber Bauer

Zuforderst mein[en] Dank für Deine mir während der g[an]z[en]
Zeit unseres Zusammenlebens <innige Freundschaft achtend-
er> Liebe[.] Und nun einige Worte von mir. Daß mir
die Kinderwelt u die Pflege derselben einzig[er] Gegenst[an]d meines Handelns seyn könnte
dieß ist Dir gewiß unzweydeutig aus demselben hervorgegangen. Die Kinder
Zunächst sind die Kinder bisher meines 1813 und an den Folgen jenes Feldzuges
(näml[ich] d[urc]h Ansteckung gepflegter L[ützower] Krieger Schützen gestorbenen Bruders Gegenst[an]d
meiner Sorge. Ihrem Kreise werde ich mit liebend sorgenden Sinne
die vereinen welche die Natur an der Hand des Vertrauens
mir noch weiter zuführen wird. Der Ort meines Wirkens liegt
an den freundl[ichen] Ufern des Flusses Deines Göthe u zwar in dem obern <reifenden> u freundl Thale des[elben.]
In einigen Tagen kehre ich von hier dahin zurück, und
so wie mein Wirken sich ausbreitet bald sollst Du dann mehr von mir hören
doch hoffe ich lieber vorher einige Zeilen von Dir an die Dir zurückgelassene
Adresse von Dir <Bruder> Hand <denke> zu erhalten u oder gieb sie bald an Mid[dendorff] <ob von welchem> ich noch hier <eine> Antwort auf meinen Brief <abwarte> sende an ihn Brief <weiter.>
Lebe recht wohl.