Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Wilhelm Middendorff in Berlin v. <7.>11.1816 (Osterode)


F. an Wilhelm Middendorff in Berlin v. <7.>11.1816 (Osterode)
(BN 687, Bl 11-12, undat. Entwurf 1 B 4° 2 S., auf gleichem Bogen 11V oben undatierter Briefentwurf an Weiß von einer halben Seite Umfang; tw. ed. H V, 135-136, nur erster Abschnitt mit Datierung „etwa 10.11.1816“ und Regest des ganzen Briefs, ohne Archivsignatur. Die Plausibilität der hier vorgeschlagenen Datierung ergibt sich aus zwei Hinweisen: An Langethal bemerkt F. am 23.10., er werde bis 6. Nov. in Osterode bleiben. Im vorliegenden Brief wird die Verzögerung der Abreise nach Griesheim betont. Der Entwurf ist mit Sicherheit erst am 7. oder noch später geschrieben worden. Der erste in Griesheim geschriebene Brief an Weiß stammt übrigens vom 21.11.1816. )

[Osterode, <7.>11.1816]


Middendorf[f].

Da mein hiesiger Bruder hat das Vertrauen u die Liebe meines hiesigen Bruders seine beyden Knaben jetzt schon
auch meiner Pflege u auch Erziehung übergiebt deßhalb bin ich noch hier u werde erst morgen mit denselben von hier
nach Griesheim zurück reisen. Ob Du mirnun gleich Du mir auf meinen
letzten Brief nicht geantwortet hast so kann mich dieß doch nicht abhalten Dich zu
bitten mir nun so bald als möglich meine im Universitäts Gebäude zu[-]
rückgelassenen Effecten bestehend in den Dir bekannten beyden Koffern dem Schreib[-]
Pult u dem Landkarten Kasten durch Fracht nach Rudolstadt an den Dr. C. P. Froebel
Besitzer der Hofbuchdruckerey zu senden.
Ich bitte daher Dich deßhalb an den
Güterschaffner Schade in dem
alten <Backhaus> zu wenden damit er mir solche d[urc]h die sogenannte Journaliere, das ist
ein Frachtwagen welcher wöchentl[ich] von Berlin nach Halle geht u von dort
d[urc]h Gräfenthaler Fuhrleute nach Rudolstadt zu sen durch Fracht zu sende[.]
Ich wünschte daß wenigstens der Schreibpult um für das Aufspringen /
[11R]
des Schlosses und auch für Nässe gesichert zu seyn zuerst geschnürt u alsdann emballirt
würde. Eben so wirst Du ja sehen u der andern
und durch den Gütherschaffner erfahren ob für den Landkarten Kasten
noch etwas zu thun ist.
Mit Ablieferung der Sachen an den Gütherschaffner hast Du demselben oder auf der Siegelstube im <Backhaus> sogleich eine Declaration mit Deines Namens Unterschrift zu übergeben, daß die
Koffer nichts als getragene Wäsche, gebrauchte Bücher u Schriftthum enthalten
zu übergeben; gegen welche Dir dann die Kasten plombirt werden, dieß

Das G[an]ze Geschäft wird Dich überhaupt folgenden Gang rc gehen kosten. Zuerst versiehst Du
Dich mit einer mit einer mit Deiner Namens Unterschrift versehen von Dir gel[esenen] u unterschriebenen Dekla-
ration, daß die beyden Koffer u die zwey Kasten nichts als getragn[e] Wäsche,
gebrauchte Bücher u Schriften enthalten. Damit gehst Du zum Güther
Schaffner Schade u fragst was Du wieder zu thun hast übernimmt er
nicht das g[an]ze Geschäft was mir freylich um Deinerwillen am liebsten wäre
so will ich Dir nur zum Voraus sagen daß Du einigen Zeitaufwand damit
hast, dann
alsdann wirst Du mit den die Sachen zuerst nach der Rathswage
in der Nähe der ehemal[igen] Petrikirche fahren lassen und dort wägen lassen
müssen. Hier bekommst Du einen Wagezettel. Von hier läßt Du die Sachen sogleich zurück in die Nähe
der Siegelstube bringen läßt Dir gegen Übergeben Vorzeigen der Declaration so viel Bley an Siegel
geben als Frachtstücke näml[ich] 4. Sollte sich hier noch nicht ein solcher Mann der Dir
Sachen versiegelt an Dich angedrängt haben so wirst Du leicht auf der Stube einen solchen
erfragen können. Irre ich nicht so bekommst Du auf der
Siegelstube wieder einen Schein alle diese Papiere giebst Du
nun an den Schaffner ab. Da alle[s] dieses vielleicht mit 2 Thalern
Auslage verknüpft ist so läßt Du dir solches, was jeder
Schaffner ohne wiederrede thut, von demselben zurückbezahlen /
[12]
indem wogegen Du auf dessen Frachtbrief schreibst
„ - th – gl hiermit für Berliner Auslagen
            baar erhalten. Berlin. Middendorf[f]“
Sobald die Sachen an den Gütherschaffner abgegangen sind bitte ich mir von Dir
Nachricht aus welche mir meldet
a) wie viel sämmtl[iche] Sachen gewogen
b. wie theuer wie viel die Fracht pr. Ct bis Rudolstadt
beträgt.