Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Friedrich Günther Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt in Rudolstadt v. 22.11.1817 (Keilhau)


F. an Friedrich Günther Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt in Rudolstadt v. 22.11.1817 (Keilhau)
(ThStA Rudolstadt, Regierung Rudolstadt, Nr. 1087, Bl 8, Abschrift 1 Bl 8° 2 S. v. unbekannter Hand, wohl amtliche Abschrift, ed. H V, 183 auf Grundlage der Abschrift OW in KN 19,4)

Copie.

        Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Landesherr.

Der Todt meines Bruders des gewesenen Pfarr-
Substituten Fröbel
in Griesheim bestimmte mich,
im verfloßenen Jahre meine Stelle als Gehülfe
an dem Mineralogi[schen] Museum der Universität
in Berlin niederzulegen, um mich persönlich der
Erziehung und dem Unterrichte der von demsel-
ben hinterlaßenen Knaben zu widmen.
Dieser mein Zweck, und der Umstand, daß es mir
nicht möglich ist, auch den Unterhalt dieser Knaben
zu bestreiten, machten es nöthig, daß ich meinen
künftigen AufenthaltsOrt so nahe als möglich mit
dem Wohnorte der Mutter jener Kinder vereinigte.
Durch diese Umstände wird meine Schwägerin bestimmt,
mir von dem Hofe ihres in Keilhau gekauften Guthes
eine Baustelle zu einem Wohnhause zu überlaßen;
so zeigt sich mir zugleich auch die Erfüllung des
längst gesagten Wunsches, wieder in meinem Vater-
lande und als ein nüzliches Glied deßelben leben
zu können. In der sichern Ueberzeugung, daß
Ew. Hochfürstl. Durchl. weder mein Vorhaben, noch den
Entschluß der Witwe meines Bruder mißbilligen
würden, benuzte ich die sich mir bisher nach und nach /
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zur Ausführung meines Vorsatzes darbie-
tenden günstigen Umstände.
Ich erfülle nur meine Pflicht, indem ich
Ew. Hochfürstl. Durchl. dies unterth[än]igst anzeige und
zugleich Höchstsie um Ihre gnädige und huld-
volle Landesherrliche Bestimmung ehrfurchts-
voll bitte. Zuversichtsvoll hoffe von Ew.
Hochf. Durchl! gnädigste und huldreichste Er-
füllung meiner unterthängsten Bitte, em-
pfehle mich höchstIhrem Landesherrln Schutz
und Gnade, und verharre in tiefster Ehr-
furcht
      Ew. Hochf. Durchl.t
meines gnädigsten Fürsten
      und Landesherrn

unterth[än]igster Diener und
treuer Unterthan
Friedr. Wilh. Aug. Fröbel.
Keilhau
d[en] 22. Nov.
1817.