Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Caroline von Holzhausen in Frankfurt/M. v. 11.9.1820 (Keilhau)


F. an Caroline von Holzhausen in Frankfurt/M. v. 11.9.1820 (Keilhau)
(BN 281, Bl 142, undat. Entwurfsfragment 1 Bl fol 1 ½ S.; ed. H V, 199-200. Hoffmann datiert „1821“. Der Briefentwurf steht in den Tageblättern zu “Das Streben des Menschen“ von 1820, die Datierung „11 Septbr 1820“ auf 141V. Der Briefanfang fehlt. - Hoffmann hat das anschließende Brieffragment – mit Du-Anrede! - diesem Entwurf an Caroline v. Holzhausen in etwas willkürlicher Weise zugeordnet: Aus „theurer Frd“ wird „teure Freundin“, aus „mein l. Fr.“ wird „meine liebe Frau“. Es handelt sich aber um einen Briefentwurf an Gustav Natorp. Dieser wird Bl 142R namentlich genannt.)

[142]
[Keilhau, 11.9.1820]
[Briefanfang fehlt]
machte, denn der älteste Luther Georg jetzt
ein Jüngl[ing] von 19 Jahr wird in seinem
Volke ein kräftig Kerntheologe von Luthers
Schrot u Korn, Sinn u Herzen werden, dazu wird Gott das
weis[s] ich seine Gnade geben u mir die Kraft
u Mittel schenken das Werkzeug dazu zu werden.
Durch eine Fügung [Hoffmann: Eignung] deren äußern Grund ich selbst noch
nicht kenne erscheint die 2e Anzeige früher als die
erste. Die erster[e] hat obgleich sie Zweck u Grund[-]
sätze u Zweck unseres Wirkens nur in einzeln abgerissen[en] Sätzen aus-
spricht doch eine mehr wissenschaftl[iche] Form, u so
mag es denn recht gut seyn daß die 2e Anzeige
früher als die erstere erscheint. Damit bey
u nach Absendung dieses Briefes nichts Verborgenes
in meiner Seele u Gemüth mehr lebe will
ich es Ihnen unverho[h]len aussprechen, so wie ich alle
Edle und Strebende in unsern Zwe in dem am
Ende jener Blätter ausgesprochnen unsern Zweck ver-
einigen möchte so wünschte ich daß sie auch ein
Mittel werden mögte[n] uns und besonders
meine unveränderl[ich] bleibend innig geliebten ehemaligen
Zögl[inge] zu unvergängl[ichem] Zweck zu dem Zwecke der Menschheit innigst zu ver[-]
einigen.
Brechen auch Sie nun hochverehrte gnädige Frau
nun endl[ich] das so lange beobachtete Schweigen
nichts Ihn[en] Stöhrendes ich sage es <ehe> mit offen[em]
klaren Auge u freudigen friedl[ichen] Gemüthe steht
mehr zwischen noch in meinem Leben [zwischen] uns das äußere vergängl[iche] ist gesunken
das innere bleibende klar u rein hervorge-
brochen reichen Sie mir nun wieder vereint /
[142R]
u geeint mit den lieben Ihrigen die immer
meinem Herzen theuer bleiben werden, wieder
freundschaftl[ich] die Hand die Hand zum allgemein[en] Werke Fortbil[dun]g der Mensch[heit] zu;
wo der Geist
das Ewige waltet wo das Göttliche hervor-
gebrochen ist da ist aller Schein u so auch alles
Mißverständniß [H: Missverständliche] gesunken.
Herzlichst grüße ich alle die lieben Ihrigen, mögte
keines derselben mich verkennen ihnen ist
sehr
sehne ich mich nach Nachricht von denselben Ihren Söhnen innigst freuen würde ich mich wenn
Möchten Sie mich recht bald d[urc]h Ihre damit erfreuen. Seyen Sie so gütig der Ihrer Freundin der Frau
v Heyden
das Beyl[iegende] nebst herzl[ichem] Grus[s] von mir einzuhändigen; seyen Sie so gütig <der[selben mein]>
erwarten [zu sagen] daß dieselbe lieb seyn möchte. Möchte
auch Sie [sc.: sie] mich nun [bricht ab]