Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Daniel Falk in Weimar v. 20.10.1820 (Keilhau)


F. an Johannes Daniel Falk in Weimar v. 20.10.1820 (Keilhau)
(GSA 15/55, 12 Bl. 471, Brieforiginal 1 Bl 4° 2 S., ed. Saupe 1985.1986.1988)

Keilhau den 20sten Oktober 1820:.


        Wohlgeborner Herr,
Hochgeehrtester Herr Legationsrath.

Sie sind so gütig gewesen meinem beginnenden
Werke Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Gegenwart
zu schenken; mir und meinem Freunde Middendorff
hat es sehr leid gethan, daß wir eben abwesend waren.
Mein Freund Langethal hat mir gesagt, daß Sie
einige vielleicht mehrere meiner ErziehungsGrundsätze
und Ansichten so weit solche aus dem Äußerlichen meines
Wirkens hervorgehen nicht mit mir theilen könnten.
Das Gesammtstehen meines Werkes hatte es mir bis
jetzt noch nicht möglich gemacht, mich über die Grund-
sätze und den Zweck meines erzieherischen Wirkens /
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öffentlich und ausführlich auszusprechen; nur eben erst
ist es mir möglich geworden dieß in einer, auf wenig[en]
Blättern zusammengedrängten Darstellung thun zu
können. Ich nehme mir die Freyheit Ihnen solche zur
Prüfung mitzutheilen. Freuen würde es mich, w[enn]
diese Blätter Veranlassung geben könnten uns für
den am Ende derselben ausgesprochen[en] Zweck näher u[nd]
inniger zu verknüpfen.
Meine Freunde und ich grüßen Sie hochachtung[s-]
vollst und freundschaftlichst

F.W.A. Fröbel.