Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <Vetter Hoffmann> in Königsee v. 8.6.1821 (Keilhau)


F. an <Vetter Hoffmann> in Königsee v. 8.6.1821 (Keilhau)
(KN 20,13, Reinschrift ohne Adressat 1 B 4° 4 S. Bogen enthält auf 1V/2R außerdem rechnerische Notizen. KN-Katalog nennt Vetter Hoffmann in Königsee als Adressaten.)

Keilhau den 8en Juny 1821.


Mein lieber theurer Vetter und Freund.

Wenn Du mit allen den lieben und werthen Deinigen,
besonders mit Deinem guten Weibe recht gesund
und wohl bist, so freuen wir uns alle auf das
herzlichste.
Du hast mir vor einiger Zeit einen wesentlichen
Freundschaftsdienst erzeigt, daß Du so gefällig warst
mir auf meine Bitte 20 Thaler zu senden; ob ich sie
nun gleich jetzt noch nicht überschicke, weil ich gern manche Forderung
den Bau betreffend bezahlen möchte so hoffe ich sie
doch bald mit Dank übersenden zu können.
Beykommend überschicke ich die laut bey-
liegender Rechnung Dir seit Langem schuldigen
2 Rth 16 <Gr> 3 <Pf> nebst den von Middendorff /
[1R]
für mich in Empfang genommenen 3 Rth 9 <Gr> 9 <Pf>
Zinngeld [oder: -gold] zusammen 5 Rth 20 <Gr> be-
tragend.
Ferner lege ich für Deinen geehrten lieben
Vater die am 22sten Nov. vorigen Jahres
gefällig gewesenen 5 Rth Interessen von
100 Rth Capital bey mit Bitte dieses
Geld nebst unserer gehorsamen Empfehlung
von uns allen besonders aber von uns beyden
Brüdern und unsern Frauen, auszuzahlen,
und mir gefälligst dagegen eine Quittung zu
besorgen.
Solltest Du aber mein lieber Vetter
die oben gedachten 20 Rth vielleicht gerad /
[2]
jetzt zu einer Reise oder sonst nothwendigen
Ausgabe bedürfen so bitte ich Dich mir es nur
unumwunden zu schreiben, indem ich wohl im
Stande bin jenes Summe jetzt zu bezahlen ob
ich
und dann irgend einen Andern noch etwas
zu warten bitte.
Deiner brüderlichen und herzlichen Theilnahme
darf ich es nicht vorenthalten zu sagen, daß
unser ganzes Geschäfte nach jeder Seite hin
sich immer mit großer Sicherheit Ruhe u Klar[-]
heit entwickelt. Der Bau steigt mit sicht[-]
baren Fortschritten seiner Bewohnbar-
keit entgegen und wir hoffen zu Gott
daß wir in diesem Herbste sämtlich in ihn
[2R]
einziehen werden. Auftrages höchsten Ortes
war vor einiger Zeit der Herr Assistenzrath
Schwartz
He. Hofpr: Zeh u Prof. Sommer bey mir,
S sie schieden sehr zufrieden und nur wenige
Tage darauf zeigte sich die befördernde
Frucht ihres Besuches.
Meinem Georg Luther ist durch den Herrn Sup.
Berger in Eisleben von den [sc.: dem] Rußisch Kaiserlichen
Senate in Finnland eine daselbst 1814 geprägte
sehr schöne silberne Reformations Denkmünze
von ansehnlichem Werthe überschickt worden.
Wir alle wünschen sehr Euch recht bald
einmal bey uns zu sehen. Eure Ankunft würde
gewiß im Ganze[n] Hause Freude verbreiten.
Für die Pfingstwoche habe ich mit meinen Zöglingen eine
kleine Reise vor. Bleibe uns mit Deiner lieben
guten Frau immer freundschaftl[ich] gewogen    FWA Fröbel