Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Friedrich Schleiermacher in Berlin v. <Mitte/vor 31.> 8.1821 (Berlin)


F. an Friedrich Schleiermacher in Berlin v. <Mitte/vor 31.> 8.1821 (Berlin)
(BN 282, Bl. 10-11V, undat. Entwurf 1 B 8° 3 S. ohne Anrede und Schlussfloskel. Datierung gemäß Tagebuchkontext. Für F. Schleiermacher als Adressat spricht die durchgehende theologische Tendenz des Schreibens, die Mittlerrolle Langethals, sowie F.s Andeutung persönlicher Aufwartung.)

HEr Candidat Langethal einer Ihrer früheren
Zuhörer, mein Freund Gehülfe u Mitbegründer an
meinem erziehenden Werke hat mir bey meiner Reise
hieher g[an]z besonders aufgetragen Ew. Hochwürden auf
das hochachtendste u innigste von ihm zu grüßen.
Da meine Zeit u Geschäfte mir es in den nächsten Tagen noch nicht vergönnen
mich dieses schönen Auftrags
persönlich zu entledigen, so erlaube ich mir dieses
schriftlich zu thun. Zugleich nehme ich mir
aufgefordert d[urc]h HE Langethal und d[urc]h die mir
bekannte Theilnahme welche Ew Hochwürden
von einer andern Seite her - als Mitglied der Luther[-]
schen Stiftung an unserm Wirken nehmen die Freyheit
Ihnen die wenigen Bögen beyden Schriftchen zu güte[-]
voller Einsicht bey zu legen in welchen ich mich
bis jetzt öffentl[ich] über den Geist u Zweck unseres /
[10R]
erziehenden Wirkens ausgesprochen
habe. Möchten Ew Hochwürden so gütig
seyn u sie nicht g[an]z unbeachtet aus der
Hand legen möchte Ihnen in u d[urc]h dieselben
die Gründlichkeit, Gediegenheit, Wissenschaft[-]
lichkeit das wahrh[af]t Deutsche u ächt Christliche unsers
Strebens nicht entgehen sich mit
Klarheit u Sicherheit aussprechen
möchten Sie es zur in jeder dieser
Hinsicht Ihrer besondern Beachtung u
thätig befördern[den] Theilnahme <werth> finden
möchten Sie es als ein Werk eine
Unternehmung erkennen die unserm lieben
schönen Vaterlande besonders Noth
thut und es in dieser Beziehung g[an]z be-
sonders streng prüfen, denn wir
scheuen nicht sondern wünschen eine
solche Prüfung an der Kopf u Herz Geist
u Gemüth gleich unverkürzt Antheil
haben. /
[11]
E[w] vergönnen Sie mir so bald nur
es meine Zeit erlaubt Ihnen
auch persönlich die ausgezeichnetste
u innigste Hochachtung u Verehrung
aussprechen zu dürfen mit welcher
ich unausgesetzt bin Ew
Hochwürden
[kein Unterschrift]