Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Schwarzb.-Rud. Steuerkasse in Rudolstadt v. 3.10.1821 (Keilhau)


F. an Schwarzb.-Rud. Steuerkasse in Rudolstadt v. 3.10.1821 (Keilhau)
(BN 282, Bl 88-93V, dat.1. Entwurf 3 B 8° 11 S.; BN 729, Bl 7-11, 2. Entw. 2 ½ B fol. 10 S. Die Blätter des zweiten Entwurfs enthalten außerdem eine dazu gehörige Aufstellung der Finanzen Keilhaus 1821. 7V enthält eine Grobangabe/Überschrift, 11R eine detallierte Übersicht. Zum Gesamtzusammenhang gehört auch F.s Schreiben an Kanzler Ketelhodt vom gleichen Tag.)

a) 1.Entwurf

An die hochlöbliche, hochfürstliche Steuer-
Casse in Rudolstadt.
Die seit 1816 von mir zu begründen und
auszubilden begonnene allgemeine deutsche
Erziehungsanstalt hier in Keilhau
hat sich jetzt in so weit befestigt u.
entwickelt daß eine solche d[urc]h die jährliche
Einnahme gesichert gleich je ist welche die jährl[iche] Aus[-]
gabe gedeckt ist ja, daß bey der einigen Verbrüderung
und Einigungrichtung Einrichtung dem einenden Sinn
welcher im G[an]zen
herrscht wodurch
jeder für das Ganze und das Ganze
für jeden steht und Jeder das Bestehen
des Ganzen gleich seinem Selbstbe[-]
stehen achtet und sich so
/
[88R]
freudig Jeder dem Ganzen hingiebt
und eher an das Ganze als an sich denkt
ja bey diesem einenden und einigen
Sinn bleibt
mit dem nächsten Jahr
wohl so gar noch etwas von der Ein[-]
nahme zur Förderung und weitern
Entwicklung des Ganzen übrig bleibt so
daß also auch außer uns und er
und wir uns
auch äußerlich nicht nur das Fortbestehen
sondern auch die weiterentwicklung
des Ganzen durch eigene Mittel u Kräfte wohl
nachweisen können. Da es aber klar
vor uns wie vor den Augen jedes Un-
partheiischen Prüfenden liegt, daß der Überschuß
zur Förderung u Ausbildung des Ganzen
sich schon vom künftigen Jahr an
[*] bey dem ächt vaterländischen Sinne ächten Gewinn welcher
im Ganzen lebt [*] be-
deutend erhöhen würde, wenn
nicht nur der Ausbau sämtl[icher] Gebäude
die innere u äußere Ausbildung des Ganzen
jetzt kräftig u lebendig gefördert /
[89]
werden könnte, so indem dadurch
die hierdurch zu erreichende größere
Ordnung u Einheit aller Geschäfte
und besonders durch die von äußern
Druck frey werdenden Geisteskräfte
des Vorstehers sowohl wie
alle wohl aller Mitarbeiter
auch das Innere – die Erziehung wie der
Unterricht an Vollkommenheit gewinnen und so die
Anzahl der Zögling[e] der zunächst
bestimmten von 30 gewiß immer näher ge-
bracht würde werden könnte da fast jeden
Monat Zöglinge zur Aufnahme gemeldet
dadurch verschlägt oder wenigstens verzögert
weil sich das Ganze seinem Zwecke ge[-]
mäß noch nicht concen[-]
triren und jeder Kraft der ihr ganz
eigenthümliche Wirkungskreis an[-]
gewiesen werden kann
überhaupt das Ganze an Vollkommenheit gewinnen würde [.] /
[89R]
Diese Betrachtung besonders die letztere,
die mit mir geeinten Kräfte in größt[-]
möglichste und angemessenste Wirk[-]
samkeit zu setzen und sie nicht d[urc]h
einen zu langen Druck zu lähmen und zu schwächen
machten es mir als Stifter u Vor-
steher der Anstalt zur Pflicht dar
auf Mittel zu denken das Ganze von dem
Punkte aus auf welchen es nun schon
steht möglichst schnell zu fördern[.]
Da wir so nach den GesammtVerhältnissen
in u d[urc]h welche das G[an]ze sein Entstehen u Be-
stehen hat wir aber der Überzeugung seyn
müssen u können daß jedes Capital auf
das G[an]ze u zur Ausbildung des G[an]zen
verwandt sich mit mehrseitiger /
[90]
Fruchtbarkeit auf das Dankbarste
gewiß ersetzt so muß eigens ich es als unerläss[l]iche
Pflicht erkennen dahin mit den mir zu Gebote
stehenden Mitteln und
auf den mir bekannten
u zugänglichen zum Zweck führenden
, zweck-
mäßigsten Wegen für die Erlangung
eines solchen Capitals zu wirken[.]
Durch alles dieß Betrachtung bestimmt
ich es eine hochfürstliche Steuercasse
u hochlolöbl [sc.: hochlöbliche] Landschaftsschafts[2x] Kasse
zu Rudolstadt auf f auf fünf Jahr um einen
unverzinslichen Vorschuß von 1000 Thr auf 5 Jahr
unterthänig u gehorsamst zu bitten[.]
Die Gründe welche mich bewegen
mich mit diesem unterthänige[n] u gehorsame[n]
Gesuch [an] hochfürstl[iche] Steuer[-] u hochlöbl[iche] /
[90R]
LandschaftsKasse zu wenden sind
nachstehende:
Schon d[urc]h unser bisheriges Wirken u nach
der bis jetzt bestehenden Steuerordnung
wurde es mehreren mit uns in Geschäften
stehende Steuerpflichtigen aller einig mögl[ich] namentl[ich] besonders Ihre [sc.: ihre] <Wein>
Steuern richtig abzutragen, durch nach der
nach Höchstem u Ständischem Beschluß aber
mit künftigen Jahre zu [er]hebende Personal[-]
u Einkommensteuer ist unmittelbar
mit der Anstalt ein Steuerpflichtiges
Personale wohl von 20 - 25 Pers Personen ver[-]
knüpft; außerdem sind noch viele
Personen wegen unmittelbar mit
der Anstalt verknüpft welche jedoch
eine bedeutende Summe ihres Ein[-]
kommens von der Anstalt ziehen [.]
[91]
Hierzu kommt noch daß wir hoffen
dürfen daß selbst die Anstalt als ein Ganzes
vorallem später auch einen nicht unbedeutenden steuerpflichtigen Fond
erhalte und wir werden es uns zur
Pflicht machen unsere ächt vaterländischen
Gesinnung auch dadurch zu {dokumentiren bethätigen
daß wir den sich gewiß bildenden Fond
des Ganzen immer der Wahrheit gemäß
besteuern werden.
Weiter liegt klar vor Augen daß
durch unser Wirken eine nicht
unbedeutende Summe Geld aus
dem Ausland in das Inland
gezogen wird wodurch und so das Einkommen
des Landes überhaupt erhöht wird
denn schon jetzt sind unter den Zögl[ingen] der /
[91R]
Anstalt 6 aus Preußen 2 aus dem
Copurl [sc: Coburgischen] u 2 aus dem meiningschen [.]
Endlich werden selbst mehr steuerpflichtige
Personen aus dem Auslande in das
Innland gezogen wie ein einfacher leichter Blick
auf das Personale der Anstalt zeigt[.]
Alle diese Gründe die ich der Zahl
und wohl auch der Wichtigkeit nach noch
bedeutend vermehren könnte
forderten mich auf[:]
Eine hochfürstl[iche] Steuer[-]
u hochlöbliche LandschaftsCasse
unterthänigst u gehorsamst
zur schnelleren Förderung und
Beförderns äußerer Ausbildung der
von mir begründeten allge[:] d:
Erziehungsanstalt um einen un[-]
verzinslichen Capitalwechsel /
[92]
von Tausend Thalern auf fünf
Jahr gegen die von mir zu geben[de]
mögliche Sicherheit auf unter[-]
thänig u gehorsamst zu bitten.
Ich habe auch dieses Gesuch
So weit als es mir mögl[ich] wurde
habe ich dieses Gesuch verehrlichen
Gliedern der Landes Deputirten [Kammer] aus[-]
gesprochen und sowohl die HErrn
Landes Deputirte für das Amt
Hoffmann als [auch] Möller haben
geglaubt mir ihre Beystimmung zu Erfüllung
meines geziemend gehorsamen Gesuches nicht
versagen zu dürfen und versprochen ihre
bestimmte Meinung schriftlich an Sr Excellenz
dem HE Canzler von Ketelhodt als <Sachsenmeiningschen Haupt-> Fürstl
Commissar mitzutheilen gelangen zu lassen auf welche ich
mich hier zuletzt noch beziehe[.]
[92R]
Indem ich hiermit meine unterthänige
u gehorsamste Bitte hochfürstl[icher] Steuer[-]
u hochlöblicher LandschaftsCasse
zu gnädigster Prüfung u gnädiger Entscheidung
vorlege glaube füge ich nur noch hinzu
fügen zu dürfen
die Hoffnung hinzu, daß durch das daß das Ange[-]
führte in seiner Ausdehnung auch dem genügend entbegegnet werde
was dem Gesuche entgegen gestellt
werden könne, und daß wir
in uns die feste Überzeugung haben
daß noch nie ein Capital von dieser
Casse aus als Unterstützender Vor[-]
schuß ausgezahlt worden ist u aus[-]
gezahlt werden kann, welcher frucht[-]
barer und mit mehr Interessen in die
Casse zurück geflossen sey.
[93]
Mit In die wahrer Ehrerbietung
verharrend
     der Hochfürstl Steuer[-] u
     Hochlöböbl [sc.: Hochlöblichen] Landschafts[-]
Casse
unterthänig u gehorsam[-]
ster
FWAFröbel
     Eigenthümer u Vorsteher der
allg. d. ErziehungsAnstalt in Keilh[au]
K. d 3en Okt
1821 /

b) 2. Entwurf

[7]
An die Hochlöbl Hochfürstl Steuer-
casse in Rudolstadt.
Die seit 1816 von mir zu begründen
u. auszubilden begonnene allgemeine
deutsche Erziehungsanstalt hat sich jetzt
so weit befestiget u. entwickelt
daß die jährliche Ausgabe durch die
jährl. Einnahme gedeckt ist, (ja daß
bey der innigen Verbrüderung, welche
im ganzen herrscht, mit dem nächsten
Jahre wohl sogar auch noch Etwas von
der Einnahme zur Förderung u. wei-
tern Entwicklung des Ganzen übrig-
bleibt,) (u. wir nun, auch äußerlich,
nicht nur das Fortbestehen, sondern
auch die weitere Entwicklung durch
eigene Mittel u. Kräfte wohl
nachweisen können)
. Da es aber
klar vor uns wie vor den Augen /
[7R]
jedes unpartheiisch Prüfenden liegt,
daß der Ueberschuß zur Förderung
u. Ausbildung des Ganzen sich schon
v. künftigen Jahre an bey dem
ächten Gemeinsinne, welcher im
Ganzen lebt, bedeutend erhöhen
würde, wenn die innere u. äußere
Ausbildung des Ganzen jetzt
kräftig u. lebendig gefördert
werden könnte, indem durch die
hierdurch zu erreichende größere
Ordnung u. Einheit aller Geschäfte
u. besonders durch die vom äußern
Drucke frey werdenden Geistes-
kräfte des Vorstehers sowohl
wie aller Mitarbeiter auch das
Innere, die Erziehung u. der
Unterricht an Vollkommenheit
gewönne, u. so die Anzahl der
Zöglinge der zunächst bestimmten
[Rand:]
Anstalt sich der leben-
digen Theilnahme eines
<deut[schen] Fürsten ? > /
[8]
von 30 gewiß immer näher gebracht
würde, da fast jeden Monat Zög-
linge zur Aufnahme gemeldet
werden, deren Eintritt sich gewöhnl[ich]
dadurch verschlägt oder wenigstens
verzögert, weil sich das Ganze seinem
Zwecke gemäß noch nicht concentriren
u. jeder Kraft der ihr ganz eigenthüml[iche]
Wirkungskreis angewiesen werden
kann.
) Diese Betrachtungen, besonders <so nun bei>
die letztern: - die mit mir geeinten
Kräfte in die größtmöglichste und
angemessenste Wirksamkeit zu
setzen, u. sie
nicht durch einen (zu) über-
langen Druck zu schwächen u. zu
lähmen, machten es mir als
Stifter und Vorsteher der Ganzen
Anstalt zur Pflicht, auf Mittel
zu denken, das Ganze von dem /
[8R]
Punkte aus, auf welchem es nun schon
steht möglichst schnell zu fördern.
zu suchen[.] Da Wir aber müssen und können nach den Gesammt-
verhältnissen, in und durch welche
das Ganze sein Entstehn u. Bestehen
hat, der Ueberzeugung seyn
müssen u. können, daß jedes Capi-
tal auf das Ganze u. zur Ausbild[un]g
des Ganzen verwandt sich mit
mehrseitiger Fruchtbarkeit auf
das dankbarste gewiß ersetzt.
so muß ich es als unerlaßl[iche] Pflicht
erkennen, auf den zweckmäßigsten
Wegen für die Erlangung eines
solchen Capitals zu wirken.
Durch alles dieß bestimmt wage
ich es Eine Hochfürstl[iche] Steuer-
u. Hochlöbl[iche] Landschaftscasse
zu Rudolstadt um einen unver-
zinslichen Vorschuß von 1000 rth /
[9]
auf 5 Jahr unterthänig u. gehorsamst
zu bitten. Die Gründe, welche mich hierzu bestimmen
mich hierzu bewegen, bewegen [2x] sind diese: mich mit diesem
unterthänigen u. gehorsamen Ge-
such an Eine Hochfürstl[iche] Steuer-
u Hochlöbl[iche] Landschaftscasse zu
wenden,
sind nachstehende:
Schon durch unser bisheriges Wirken
u. nach der bis jetzt bestehenden
Steuerordnung wurde es mehreren
mit uns in Geschäften stehenden
Steuerpflichtigen nur einzig mög-
lich, namentlich ihre Kriegssteuern
richtig abzutragen. Nach der nach
Höchstem u. Ständischem Beschluß
(aber) mit künftigem Jahre zu hebenden
Personal- u. Einkommensteuer
ist unmittelbar mit der Anstalt
ein steuerpflichtiges Personale
von wohl 20 Personen und mehr verknüpft. /
[9R]
Außerdem sind noch viele Personen
weniger unmittelbar mit der Anstalt
verknüpft, welche jedoch eine be-
deutende Summe ihres Einkommens
von der Anstalt ziehen. Hinzu
kommt noch, daß wir hoffen dürfen,
daß selbst die Anstalt als ein Ganzes
später auch einen nicht unbedeutenden
steuerpflichtigen Fond erhalte (u.
wir werden es uns zur Pflicht machen,
unsere ächt väterländl[iche] Gesinnung auch
dadurch zu bethätigen, daß wir diesen
Fond des Ganzen immer der Wahrheit
gemäß angeben besteuern werden.)
Weiter liegt klar vor Augen, daß
durch unser Wirken eine nicht un-
bedeutende Summe Geld aus dem
Auslande in das Inland gezogen
u. das Einkommen des Landes über-
haupt erhöht wird; denn schon jetzt
sind unter den Zöglingen der Anstalt /
[10]
6 aus dem Preußischen, 2 aus dem Coburgschen
u. 2 aus dem Meiningischen. Endlich
werden selbst mehrere steuerpflichtige
Personen aus dem Auslande in das
Inland gezogen, wie ein leichter
Blick auf das Personale der Anstalt
zeigt. Ueberhaupt kann auch gar
nicht geläugnet w. daß durch erhöhte
u. vermehrte intellectuelle Kraft
u. durch vermehrte geistige Ausbild[un]g
der Bewohner eines Landes der
wahre Reichth[um] desselben wirklich vermehrt
u erhöht wird, u. so auch des
Landes Einkommen.
(Alle) diese Gründe (die ich der
Zahl u. auch wohl der Wichtigk[ei]t
nach bedeutend erhöhen vermehrt werden könnten)
forderten mich auf zu der oben aus-
gesprochenen unterthänigen Bitte
auf.
[Rand:]
Diese Gründe u andere
die tief aus diesen folgen
sich ergeben <enth> fordern
<ohne andern aus
>
Ich habe dieses G Bitte auch, soweit
als es mir möglich wurde, verehrlichen /
[10R]
Gliedern der Landesdeputation
ausgesprochen, u. die Herren
Deputirten Hoffmann u. Möller
haben auch geglaubt, mir ihre
Beystimmung zur Erfüllung derselben meines
gehorsamen Gesuchs
nicht versagen
zu dürfen, u. versprochen ihre
bestimmtere Meynung an S[ein]e Exz[ellenz]
den Herrn Kanzler v. Kettelhodt
als Hochfürstl[ichen] Commissär gelangen
zu lassen, auf welche ich mich also
hier zuletzt noch beziehe.
Indem ich hie[r]mit meine unterthä-
nige u. gehorsamste Bitte Hochfürstl[icher]
Steuer- u. Hochlöbl[icher] Landschaftscasse
zu geneigter Prüfung u. gnädiger
Entscheidung vorlege, füge ich
nur noch die Hoffnung hinzu, daß
das Angeführte in seiner Ausdehnung
auch dem genügend begegnen
werde, was dem Gesuche entge- /
[11]
gengestellt w. könne, u. daß wir
in uns die feste Ueberzeugung haben,
daß (noch nie) ein kein Capital von
dieser Casse uns als unterstützender
Vorschuß ausgezahlt worden ist oder <werden> kann
u. ausgezahlt w. kann, welches
fruchtbarer u. mit mehr Inter-
essen in die Casse zurückgeflossen
sey u. zurückfließen werden.
In wahrer Ehrerbietung ver-
harrend
       der Hochfürstlichen Steuer-
       u. Hochlöbl[ichen] Landschaftscasse

 unterthäniger u. gehorsamster
       FWA Fröbel
Eigenthümer u. Vorsteher der allgemeinen
deutschen Erziehungsanstalt in Keilhau
Keilh. den 3.Oct.
1821.

[Beim Briefentwurf v. 3.10.1821: Aufstellung der Finanzen Keilhaus, im folgenden nicht mehr 1:1-Zeilenwiedergabe:]

[7]
[enthält Überschrift:]
Übersicht der äußern, ökonomischen Standes meiner Unternehmung.
Mein das von der vorigen Fr: Besitzerin
für 1650 rth erstandenes [Anwesen] /
[11R]
[enthält Auflistung, sehr unübersichtlich, daher ]
Übersicht
des ökonomischen passiv Kapital-Standes meiner Unternehmung
Meine von Die vorigen [sc.: vorige] Fr: Besitzerin meines halben Anspannguthes hier in Keilhau, welches jetzt g[an]z zum Besten der Anstalt benutzt wird, hat dasselbe für 1650 rth. erstandenes halbes AnspannGuth hier in Keilhau, welches g[an]z zum Besten der Anstalt Erziehungsanstalt benutzt wird habe und ich habe es derselben mit 1950 rth. bezahlt.
Die auf dem Guthe stehenden Gebäude stehen sind in der Magdeburger Brandassecur[anz] versichert mit 4700 rth. Auf diesem Guthe stehen noch 400 Thaler mit 5 p. Cent zu verinteressirendes aber nicht aufkündigbares Kaufgeld. Dann so wie noch 200 rth nach Bedürfniß auszu nach und nach aus zu zahlende aufkündigbares aber nicht zu verinteressirendes Kaufgeld. Die Interessen von diesen obigen 400 rth und letz[t]genannte nach Bedürfniß nach u. nach auszuzahlende 200 rth sind einer gewissen Fr: Amt<männin> Schumann [nach] Kaufcontract zum Unterhalt angewiesen[.]
Außer obigen zu verinteressiren[den]   400 rth Kaufgeld
ruht auf dem Guthe noch eine Consensual
Schuld an <d He. von Monich> in Rudolst:  500 rth ------ "
weiter auf dem Gesammt <Eigenthum> eine Handschrift an d[en] He. Assistens-
rath Schwarz von   500 rth. ----- "
zuletzt noch die Ihrer Obligation über die von
Ihrer Hochfürstl. Durchl. als Unterstützung ausgezahlten1000 rth ------ "
Alle übrigen Fond Summe zur Summen welche die Errichtung und Ausbildung der Anstalt erfordert hat sind sind von den Gliedern der Unternehmung unter sich gegenseitig gesichert beygetragene verwandte Summen und haben sich dieselben unter sich u <ge ausgezählt> beygetragen, [Text bricht ab]