Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an August Broeml in <?> v.<8.>12.1821 (Keilhau)


F. an August Broeml in <?> v.<8.>12.1821 (Keilhau)
(BN 282, Bl 171R-173V, undat. Entw. 1 ½ B 8° 3 S., Datierung aus Tagebuchkontext – Die Vermutung, bei Broeml könnte es sich um einen Keilhauer Zögling handeln, geht irre. Der Name Broeml taucht weder in der Zöglings- noch in der Lehrerliste von Keilhau auf.)

An Aug[ust] Broeml
Für Deinen freundl[ichen] Brief ohne Datum welchen
ich eben jetzt empfange danke ich
Dir herzl[ich]. – In Deinem Entschluß
u Wunsch die Ferne u Weite zu
sehen stimme ich g[an]z ein u stimme
schon aus Gr[un]d völliger Überzeugung
ein als er mir bey Deinem letzten /
[172]
hierseyn angedeutet wurde. In
der Ferne u Fremde muß der Mensch
gewesen seyn ehe er sich in der
Heymath wahrhaft u mit Überzeugung
u Thätigkeit wohlfühlen u wohlthätig
wirken kann. Also ziehe künftige
Ostern in Gottes Namen u bleiben wir
uns gegenseitig in Liebe Wahrh[af]t
zugethan so wird auch unsere
treue Fr[eun]dschaft nicht ohne gute
Früchte seyn.
In Bezug auf die H[au]ptsache Deines
Briefes kann ich sehr kurz seyn:
- Du kennst unsern gastfreundlichen Sinn -
Veranlasse Deinen Freu[n]d <Alois>
uns zu besuchen und wenn ihm auch
gleich der erste Eindruck <-> in ihm gefällt dann abstößt einige Zeit
prüfend bey uns zu leben, ich /
[172R]
damit er entscheide ob es ihm
bey uns
*und ob ihm der sich ihm hier öffnende Kreis des Wirkens befriedige [*]
und besonders bey u mit
mir gefalle und befriedige. Dieß muß er zu [prüfen] wissen, dann wird <es>
<Alois> wird
das selbst <sehen> u erkennen was mein Wirken <wie>
es für ihn gut sey wenn
<ob u wo>für das was wir auch sind unser Streben
<wie> dieses alle ruhig u still
als Bedürfniß <-> sehen, durch sich mit Handeln
<und> ohne viele u laute Worte
u wirken kann
muß
das Andere sich das Andere finden.
Maßmann hat uns nicht besucht warum? -
wer kann weiß ich zwar nicht vielleicht aber eben
weil unser u besonders mein Leben u mein
Streben ihm nicht gefällt und ihm beydes vielleicht
zu ruhig ist und so vielleicht zu unbedeu-
tend erscheint. /
[173]
Freuen wird es uns wenn Du uns das [sc.: am] Fest
besuchst, kann Du dann so sey so gut uns
dann eines von den erwähnten Programmen über
die teutsche Spr des HE Prof. Göttling über
die teutsche Sprache uns mit zu bringen[.]