Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Caroline von Holzhausen in Frankfurt/M., wohl v. zwischen 1820 u. 1822 (Keilhau)


F. an Caroline von Holzhausen in Frankfurt/M., wohl v. zwischen 1820 u. 1822 (Keilhau)
(BN 492, Bl 63-64, undat. Entwurf 1 B 4° 2 S., ed. H V, 210f. mit Dat. "1822"; OW hält zwischen 1820 u. 1830 für möglich)

[auf dem Kopf geschrieben am oberen Seitenrand:]
Irdische setze an die Erringung des himmlischschen Ihnen
Gnädige Frau
Todt ist die Form u der Buchstabe, lebendig ist der Geist u das Leben:
möchte Ihnen aus den beyliegenden Worten nicht allein der Geist u das
Leben meines Wirkens und Strebens, sondern überhaupt auch der
Geist u das Leben meines ganzen Seyns Wesen u meiner Seele hervorgehen. Durch
Giebt es jedoch für diesen innern Geist äußere entsprechende

Möchten Sie finden daß es gar nicht anders seyn könne, daß der
Erscheinungen und sind diese die Liebe meiner Zöglinge, das Zutrauen
so sind
daß nach demselben die Erscheinungen meines Lebens und Kreises nothwendig seyn müssen was sie sind[:] Friede im Ganzen
Friede im Einzelnen, Freudigkeit in Gott bey allem Druck u Kampf des
Lebens des geistigen und körperlichen irdischen u himmlischen kindliche Liebe der Zöglinge zu mir brüderliche Liebe unter
sich u soweit es das Bewußtseyn und die Kraft giebt gemeinsames
Streben nach unserm gemeinsamen Ziel[:] Darstellung des Reiches Gottes
auf Erden, möchten Sie finden daß so sind wir meine Zöglinge mir Söhne liebe Söhne und <wir Ihnen treue> Eltern diese <reinsten> Ihre Eltern
und innige mir Brüder u Schwestern <ganz> mit In[n]igkeit sind möchten Sie finden und daß meine Freunde
möchten Sie finden daß mir I mir /wer sonst hindurchgedrungen ist/ durch den Schein zu dem Sein von der
Form zum Leben sein Leben und höchstes Streben in meinem Leben u
Streben finden muß und u findet und er durch dasselbe gelangt vom Glauben zum Schauen und
daß das Schauen zurückführt zu dem so in[n]igen lebendigen festen Glauben[.]
Und gehen alle diese Überzeugungen und die höchste, die der Mensch im Menschen
nur ahnet, hofft und ersehnt die das Menschen Herz fordert und bedarf Ihnen, daß er <alles seine dies> aus dem Geist meines Wirkens hervor, so lassen
Sie sich denn durch nichts mehr selbst nicht durch die vielleicht unverständlichen Formen
meiner Schriften selbst irre an mir u mein[em] Wirken machen sondern
halten Sie fest Ihren Glauben an die Göttlichkeit des Menschlichen
Geistes die uns Paulus verbürgt da er spricht[:] in Gott / 
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[leer] /
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leben weben und sind wir. Sie haben dann mich erkannt wie
wenige und durch Sie hat die Menschheit erhalten was ihr so
Noth thut Glauben an die Göttlichkeit
. Sie wußten wo nur ich
Frieden u mein Geist u Seele ruhe finden konnte, aber mein Weg
machte Sie fürchten für mich das Dunkel die Irdischkeit die ich mit Bewußtseyn durchlief u durchlaufen wollte und mußte dieser macht Sie vielleicht jetzt noch fürchten
für mich aber tritt diese Furcht ein so wichtig für mein
erstes Kindes Bewußtseyn in mein[en] frühesten Jahr[en] ging mir auf u lößte sich in dem
Ausspruch[:] Ja sie trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes
und ich habe es im Leben <[im] harten Kampf> festgehalten[;]
vergessen Sie in Augenblicken der Furcht u des Zweifels nicht[:]
denen die Gott lieben denen müssen alle Dinge zum Besten
dienen; darum so habe auch ich festen Glauben an die Menschen
und ich habe auch Glauben an die einzelnen Menschen, haben es ist
schön und ist gut ja es ist Gottes Wille um Gottes Willen an die Menschen zu glauben.
Glauben an Sie an mich Gott wird um seiner Liebe zu den Menschen
willen und der Würde willen die er den Menschen gab ihren
Glauben rechtfertigen.
Es wird eine der Freuden der Seeligen seyn Iihren
Glauben an die Menschen einst vor dem Angesicht Gottes u Jesu wo wir ganz vom Glauben
zum Schauen hindurch gedrungen sind gerechtfertigt zu sehen. Es wird
die höchste Freude seyn wenn einst jeder von dem Andern sagen kann
was Paulus von sich sagte: Ich lebe doch nicht ich sondern Christus lebt
in mir.
Gott sey mit Ihnen u mir u uns allen. Der Friede Gottes u Jesu
ruhe auf uns. Sollte Jemandem mein Gruß lieb seyn den grüßen Sie
mit der reinsten lautersten Hochachtungs voll
[keine Unterschrift] /
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[leer]