Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Emilie Fröbel in <Rudolstadt> v. 22.7.1823 (Keilhau)


F. an Emilie Fröbel in <Rudolstadt> v. 22.7.1823 (Keilhau)
(KN 20,19, Brieforiginal 1 B 8° 3 S.)

Keilhau den 22en Julius 1823.
Guten Morgen herzige Emilie.
Innig freuen wir uns alle daß Du so schönes
freundliches Wetter zu Deinem Besuche hast,
mögest Du nun auch recht viele Freude darüber haben,
uns aber auch in unserm einsamen stillen
Keilhau nicht darüber vergessen; um dieses
nun zu verhüten und sich auch des herrlichen
Wetters zu freuen hat sich unser Freund
Herzog entschlossen auch das Vogelschießen
zu besuchen, er will nun eigentlich zwar bey
einem alten Bekannten bey einem Woll-
händler vorsprechen, allein es wird mir
und uns allen sehr lieb seyn wenn Du
ihn auch eine freundschaftliche Aufnahme
bey dem Bruder und in dem Hause desselben
bereitesr, welches gewiß geschehen wird,
wenn Du ihn als geliebte Jungfrau Gevatterin
als unsern liebend Hausfreund und biedern /
[1R]
muntern Schweizer vorstellen willst.
Dich geliebte Tochter darum zu bitten ist
die mir liebe Veranlassung zu diesen
Zeilen an Dich. Du schlägst mir doch
meine Bitte nicht ab? - und machst
mir doch wegen derselben auch kein
finster Gesicht? - Nicht wahr, dafür
bin ich dießmal wohl sicher? - "Ja wenn
"sie mich auch immer um so etwas
"bitten so will ich ihre Bitte recht freund-
lich anhören und auch recht gern er-
füllen!" sagst Du, da wird nun frey[-]
lich dem armen Oheim noch manches trüb[e]s
Gesicht bevorstehen. Nun jetzt aber
zunächst an den Bruder und die liebe
Schwägerin viele Grüße mit der Bitte
es nicht übel zu nehmen Ihnen [sc.: ihnen] noch
einen Jahrmarkts Gast zu geführt zu
haben.- Eben kommt aber auch Albert /
[2]
und sagt daß Herr Herzog ihn mitnehmen
wolle; auch diesem unserm wackern
Vetter wirst Du gewiß einen freund-
schaftlichen Willkommen bereiten.
Doch nun flugs lebe wohl, sonst wirst
Du mir böse wegen des langen Briefs
den ich Dir zu lesen mache.
Lebe recht wohl und vergiß nicht,
daß wir alle Deiner mit herzlicher
Liebe gedenken. Nochmals
Einen heitern Morgen
Einen fröhlichen Tag
Einen zufriedenen Abend und
Eine stille ruhige Nacht
      Dir
von Deinem Oheim
      FWAF.