Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Henriette Wilhelmine Fröbel in Berlin v. 23.3.1825 (Keilhau)


F. an Henriette Wilhelmine Fröbel in Berlin v. 23.3.1825 (Keilhau)
(BN 445, Bl 21-22, Brieforiginal 1 B 8° 3 S.)

Keilhau den 23en März 1825.
Meinem einzig lieben Weibe nur zwey
Worte, daß ich mit Gott glücklich und wohl hier
angekommen bin und daß ich Gott sey Dank
alles friedlich, rein, klar, frisch fröhlich gehend
angetroffen habe. Um 10½ Uhr Nachts kam
ich an von Naumburg (:denn zweymal wurden
uns wegen des so hart gefrohrnen Weges
die Pferde lahm:) - und bis 2 Uhr
Morgens wurde geplaudert. Alles
fragte mich immer wieder wie es Dir gehe
Herzens Frau! und in[n]ig freute ich mich sagen
zu können: "Gott lob ziemlich wohl!"
Den lieben Unsern der theuren Mutter
und lieben Tante die herzlichst dankbaren
Gruß [sc.: Grüße] von mir. Freundlichen Gruß
an Malchen; an alle Freunde meine
freundlichen Grüße namentlich Blumberg /
[21R]
 welchen Du gewiß siehst.-
Nun ein Paar wirthschaftliche Worte.
Du sprachst von weißen Kleidern für Albertine[n]
und Emilien /:die lieben Töchter haben
Deiner so wie das ganze Haus des
Bruders mit vieler Liebe u. In[n]igkeit
zu meiner großen Freude gedacht:/-
so wie wäre es denn wenn wir die
Kleider vielleicht in Berlin machen
ließen und ich zu diesem Zweck ein< >
Probekleid von jeder mitbrächte?-
Schreibe mir doch darüber Deine Meinung.
Bitte bey der lieben Mutter für mich um
Verzeihung ich habe eine Stange von dem
guten rothen Siegellack genommen und habe
nachher vergessen es zu sagen. Dann wollte
ich mir von der guten Mutter noch <den kleinen> /
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rothen Türkenkopf ausbitten habe es aber
auch vergessen.
Nun muß ich eilen, denn Du kennst unsern
strengen Herrn Postmeister. Gott mir [sc.: mit]
Dir und mir, Gott mit uns. Gott
gebe daß ich Dich und alle lieben in
Berlin eben so wohl und heiter finde
als ich unser liebes Keilhau fand.
Innigst danke ich Dir, die Mittheilungen
in letzter Nacht; immer höre ich die lieben
Worte wieder die [Du] zu mir sprachst
immer empfinde ich Dich in Deiner treuen
innigen Liebe mir nahe.
Die erste Nacht habe ich hier in Deinem
Bette und sehr wohl geschlafen.
Mögest Du immer so wohl jeden Morgen
erwachen. Liebe und Treue verbinde
uns immer in[n]iger. Dein Gatte
FWA Fröbel