Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an F. Korn in Obernitz v. 10.7.1827 (Keilhau)


F. an F. Korn in Obernitz v. 10.7.1827 (Keilhau)
(KN 229, Abschrift 3 S. Handschrift "Frl. H.", von OW veranlasst. Das Original befand sich im Besitz v. Geh. Baurat Treibich, Rudolstadt.)

Keilhau den 10en July 1827


Geehrtester Herr und Freund.

Zwar scheint es als ob es endlich morgen möglich werden
wollte Sie persönlich zu sprechen denn der Wagen der uns
nach Saalfeld und von dort auf einen Augenblick nach
Obernitz bringen soll, ist schon bestellt; dennoch will ich
lieber das Gewisse nehmen und sende Ihnen darum an-
geschlossen die mir gütigst communicirten Guths-
anschläge von Obernitz. Es war mir unerwartet die-
se Anschläge noch zu erhalten da mir das Gerücht ge-
sagt hatte der Durchl Herzog habe schon 20/Mille Thaler ge-
boten; doch was sagen nicht alles die Gerüchte!-
Von dem Stande der Sachen in Meinigen weiß ich fast
weniger als Sie. Die Herren v. R und Hohnbaum, die,
wie Sie wissen hier waren haben sich zwar höchst
theilnehmend bewiesen, haben mir auch gesagt daß
der Durchl. Herzog unsere Eingaben mit Interesse
gelesen habe; doch zu einer bestimmteren Äußerung /
[2]
als solcher die sich höchst anerkennend und auch wohl für Meining-
en ersprießlich aussprachen ist es nicht gekommen. D[er] He. Hof-
rath pp Hohnbaum
hat einige Zeichnungen rc von hier
mitgenommen von welchen ich mir einige mir zurück er-
bat. Bis jetzt ist nun diese Zurücksendung noch nicht er-
folgt und [ich] vermuthe darum auch daß das Ganze noch
der Berathung unterliegt. So sehr ich nun auch wirklich
nicht allein die endliche Entscheidung wünsche und ihr seh-
nend entgegen sehe, so sehe ich doch nicht ein wie ich et-
was zu ihrer Beschleunigung thun kann; ich wenigstens
so dünkt es mich darf jetzt schlechterdings nichts thun, bis
ich wenigstens durch He. <S. P.> Hohnbaum privatim ir-
gend etwas gehört habe, wozu ich jedoch demselben mehr-
seitige Veranlassung gegeben habe; auch selbst Sr Exel-
lenz der He. M. v. R. dünkt mich hätte Veranlassung
mir privatim einige Zeilen zu schreiben. Also ich so
scheint es mir muß warten. Was Sie zu thun für
nöthig erachten muß ich Ihnen ganz überlassen doch
vielleicht können wir uns morgen noch bestimmter /
[3]
darüber sprechen wenn Amts- oder Hausgeschäfte Sie nicht
vom Hause entfernen sollte[n]. Auf jeden Fall sende ich
Ihnen durch einen meiner Zöglinge unmittelbar Nachricht
wenn ich etwas höre wie ich von Ihrer Freundschaft hoffe
daß auch Sie mir sogleich die weitere Entwicklung
mittheilen so wie Ihnen solche bekannt wird.
Immer mit derselben hochachtungsvollen
Freundschaft verbleibe ich
Ihr
treu ergebener
Diener u Freund
FWAFröbel