Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <den Vetter> Hoffmann in Königsee v. 3.10.1827 (Keilhau)


F. an <den Vetter> Hoffmann in Königsee v. 3.10.1827 (Keilhau)
(KN 22,10, Brieforiginal 1 B 4° 3 S.)

Sehr lieber Vetter.

Wegen den [sc.: dem] Eintritt Deines kleinen Vetters wird Herr Lange-
thal
das Weitere schreiben, der Gegenstand dieser Zeilen
soll nur das seyn was zunächst uns beyde allein betrifft.
Ich schuldige Deinem lieben Bruder Wilhelm      Spez[thaler] zu 35 <Groschen>
zunächst erst die Zinsen von 100 Capital a 5%
vom Nov. 22. 1821 bis dahin 1824 also 3 Jahr mit
 
     <Rth> 15 --- "
desgleichen dieselben Zinsen von Nbr. 22. 24 bis dahin 1826.      <Rth> 10 ---"
weiter sind vom 22sten künftigen Monats d. Jahres
wieder verfallen die 1jährigen Zinsen mit
 
     <Rth> 5 ---"[.]
Wenn nun Dein lieber Bruder welcher bisher so sehr nach-
sichtsvoll gegen mich war mir in diesem Augenblick noch
etwas gefällig seyn wollte, so würde ich den Vorschlag
thun, daß Herr < ? > Hemleben die Güte hätte und auf unsere
Rechnung <Rth> 15- Spez[thaler] à 35 <Groschen> jetzt beym Eintritte von dessen
Mündel an Deinen lieben Bruder auszahlte, wogegen wir
die 3jährige Interessen-Quittung von diesem gern als Baar-
zahlung auf das erste Vierteljahr annehmen würden. /
[1R]
Bey der nächstvierteljährigen Zahlung des Erziehungsgeldes
würde ich dann ohne fernere Bestimmung die Quittung über
die noch schuldigen 3jährigen Interessen vom Nov. 22. 24 bis dahin
1827 wieder über <Rth> 15- Spez. à 35, von Deinem lieben
Bruder gern an Zahlungsstatt annehmen. Willst Du
die Freundschaft für mich haben und dieß kleine Geschäft so-
wohl mit Deinem Herrn Schwager als lieben Bruder ab-
machen so wird es mich sehr freuen, sollte es noch der be-
sonderen Freundlichkeit einer Anweisung für Deinen Herren
Schwager bedürfen, so bedarf es nur eines kleinen Wortes.
Noch schuldige ich Dir und Deiner Güte seit dem Nov. 30.
1820. <Rth> 20- Spe à 35 <Groschen> freundliches Darlehen. Willst
Du nun so gefällig gegen mich seyn und noch ferner einige
Zeit mit mir Nachsicht haben, so wird es mich sehr freuen
wenn ich diese Zahlung auch auf eine der nächst späteren
Zahlung[en] des Erziehungsgeldes anweisen kann und darf.
Du kannst gar nicht glauben welch eine große Sorge
es für mich gewesen ist, daß ich Dein und Deines lieben
Bruders Schuldner so lange bleiben mußte, zumal
da einigemale die von mir getroffene Bestimmung
[2]
Deinen lieben Bruder durch Herrn Voigt in <Bikler> zu bezahlen
nicht ausführbar war.
Grüße Deinen lieben, werthen Bruder auf das Freund-
schaftlichste von mir, und bitte ihn meine große Ungeschlif-
fenheit, ihn auf keinen seiner Briefe geantwortetet zu
haben nachsichtsvoll zu verzeihen; allein es wäre mir
ganz und gar nicht möglich gewesen, ihm leere <Vertröstungen>
zu schreiben, da es außer meiner Macht gelegen habe
eine gewisse Zeit der Zahlung bestimmen zu können.
Willst Du und Deine liebe Frau nicht zu gütig seyn und
bey diesem schönen Wetter Deinen kleinen Vetter zu uns zu
geleiten?- Nachtlager steht für Euch bereit wenn Ihr
uns die Freude machen und eine Nacht bey uns zubringen <woll[t]>.
Mit alter Liebe und Treue

stets
der Deine
Friedrich WA Fröbel
Keilhau den 3. Octbr
          1827. /

[2R]
[von anderer Hand:]
1827.
Keilhau d 3 October
Friedrich Fröbel.
empfangen d 4 <ej: mota> [sc.: ejus monita ?]