Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an E. L. Blumberg in Berlin v. <Ende 1827> (Keilhau)


F. an E. L. Blumberg in Berlin v. <Ende 1827> (Keilhau)
(BN 386, Bl 6, undat. Entwurf/Fragment 1 Bl 4° 1 S. ohne Adressat. Der Brief ist mit Sicherheit an Blumberg in Berlin gerichtet, bei dem F. vielfach Kredite aufnahm. Die Eindeutigkeit des Adressaten ergibt sich aus der Erwähnung der ”Kinder” des Adressaten als Keilhauer Zöglinge. Blumbergs Tochter Marie war in Keilhau von 1824/27, Blumbergs Sohn Louis von 1823 bis 1828. Demnach muß der Brief spätestens Ende 1827 abgefaßt worden sein.)

Brief bey Ihnen anzufragen ob ich durch Ihre Güte u Vertrauen in einiger Zeit
noch 500 Th[ale]r darlehensweise zur letzten in sich Abgeschlossen[en] Ausbildung des G[an]z[en] empfangen kann[.]
Ich sage nichts weiter darüber als daß mich die freund-
schaftl bejahende Antwort mit großer Freude erfüllen würde: weil
dann alles Äußerliche u ökonomische in dem Maaße beendigt
vor mir liegt, daß ich dann ganz nur der innern Ausbildung des G
u Vollendung des Ganzen frey u ungehindert leben und die fernere äußere Entwicklung
sich dann ganz sich selbst überlassen kann.
Möge Ihre Güte u Theilnahme mir die Unbefangenheit verzeihen
mit welcher ich meinen Wunsch u Anfrage Ihnen ausspreche, so
wie aber auch meinem Herzen, welches Ihnen dadurch daß es Sie gern
in das Leben u Stehen des G[an]zen versetzen wollte, Ihnen
vielleicht dieses manches Ihnen überflüssig erscheinende Ihnen mittheilen
was Ihnen
anmuthete so vieles zu lesen was freylich mit 2 Worten
sich hätte sagen lassen: es geht gut u wir hoffen immer besser erfreul wäre
es freylich gewesen Sie wären selbst gekommen u hätten es gesehen. Kommen Sie vielleicht
noch? – Ihre Kinder lassen Sie herzlich grüßen wäre es eine große Freude!
Ihnen u Ihrer empfehle ich mich
Meine Frau empfiehlt sich mit mir der Fortdauer Ihres warmen Wohlwollens.