Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an das Hochfürstliche Amt in Rudolstadt und Blankenburg v. 22.1.1828 (Keilhau)


F. an das Hochfürstliche Amt in Rudolstadt und Blankenburg v. 22.1.1828 (Keilhau)
(BlM III,9, Bl 101-102, dat. Entwurf 1 B fol 3 S., 102R enthält eine Notiz F.s: "Mache Deinen Zögling [...]")

Keilhau den 22 Jan. 1828.

An das hochfürstliche Amt zu Rudolstadt u Blankenburg

In Hinsicht der
(In Beziehung auf das) auf den heutigen auf
Anforderung mehrerer meiner Gläubiger und
deren Herren Anwaldte vom hochfürstl Amte
zu Rudolstadt u. Blankenburg, mir festgesetzte Execution
Ex- u Immission u.s.w. sehe ich mich durch
den Stand meiner Lage nothgedrungen zu er-
klären:
1, daß ich in dem Augenblicke mich außer
allen Stand befinde den Forderungen
gedachter meiner Gläubiger und den
an sie zu machenden Zahlungsleistungen
zu genügen; daß daher, wenn gedachte
meine Gläubiger und deren Herrn An-
waldte mit ihren Forderungen darauf
dringen, die Sache ihren äußern Rechtsgang
gehen zu lassen, daß ich mich demselben jedoch
mit Vorbehalt der mir zu kommenden
Rechtswohlthaten, ganz und ungehemmt
fügen muß und fügen werde
indem ich gänzlich dem Drange der Umstände und Lage weichen muß[.]
Dagegen
       sehe ich mich aber
2, daß aber auf diesen Fall
zweytens nothgedrungen zu ferner zu erklären,
daß auf diesen Fall mein der gesammter gegenwärtige Aktiv-
u Passiv Zustand meines Vermögens von
der Art ist, daß nach Befriedigung der con-
sensualischen und der übrigen gesetzlich
unverkürzt vorberechtigten Gläubiger
für die anderen zur Bezahlung der anderen
diesen gesetzlich nachstehenden Gläubigern
von der gesammten Activmasse, auf keinen /
[101R]
Fall etwas übrig bleiben kann u wird.
E Zuletzt erkläre ich
drittens gleich dem vorigen auf das
bündigste und rechtskräftigste, daß ich
keinesweges wünsche und die Absicht
habe, daß irgend einer meiner
Gläubiger, wie er und dessen rechts
begründete Forderung an mich auch Namen haben möge im
geringsten etwas verlieren u verkürzt
werden solle; indem ich nur daß ich aber für diesen
Augenblick, (wenn Gläubiger u deren
Anwaldte auf ihren Rechtsansprüchen
bestehen ich) dem Drange der Umstände
weichen muß
im Gegentheil
jeder auf das Vollständigste befrie-
digt werden soll wenn mir nur
die mir dazu und zur Entwicklung
meiner Verhältnisse u Lage unum-
gängl[ich] nothwendige Frist u Zeit gelassen
wird; daß ich aber
und
sosehr ich mich auf das ernst-
liche bemühen werde diese
Befriedigung nach Umständen
möglichst bald zu bewirken
ich dennoch, obgleich meine
hemmenden u fesselnden Verhältnisse
sich in diesem Augenblicke zu lösen
beginnen, ich dennoch wegen der
vielfachen Verflochtenheit u dem Um-
fange und der Weitgreifen[d]heit derselben ich ganz außer allem
Stand bin ihre die Entwicklung derselben ohne
selbst den größten Nachtheil für meine nachberechtigten Gläubiger
-gänzlichen Verlust ihrer Forderungen)-
auf das geringste zu beschleunigen, sondern
ich, wie auch auf der andern Seite ihres fortgesetzten Drän[gens] die Entwicklung immer seyn möge
meiner jetzigen äußern Lage kommen möge - ich
ihrer sie doch mit Hingabe mich ganz den Umständen entgegen gehe ruhig erwarten
muß. /
[102]
Indem ich Vorstehendes vor einem hoch-
fürstlichen Amte u demselben treu der
Wahrheit gemäß erkläre ersuche ich dasselb[e]
ziemend u ergebenst, dieses meinen
Gläubigern u deren resp. Herrn
Anwaldten bekannt zu machen
u nach deren Erklärung
u denselben
einsichtig zu machen, daß vorstehende Er-
klärung nur einzig u allein ihren Vortheil beabsichtige
und in meiner Rechtlichk[ei]t u in dem Bestreben
das mir von meinen resp. Gläubig[ern] u bisher gewordene
große Zustrauen zu rechtfertigen, ihren
Grund habe.
Alles hierauf u nach Erklärung meiner Gläubiger
u deren resp. Herrn Anwaldte amtl[ich]
weiter zu Verfügende überlasse ich
voll wahren Vertrauen hochfürstlich[em]
wohl löbl[ichem] Amte zu Rudolst[adt] u Schwarzb. [sc.: Blankenburg].
In schuldiger Hochachtung unter-
zeichne ich mich g[an]z ergebenst. [keine Unterschrift]

[102R]
[Notiz auf Briefentwurf an das Hochfürstliche Amt in Rudolstadt u. Blankenburg v. 22.1.1828]

Mache Deinen Zögling in sich (Dich) in Dir:) in seiner
(Deiner) Persönlichkeit Individualität
und d[urc]h dieselbe das Wesen die Menschheit
erkennen, und in Deiner derselben u d[urc]h dieselbe
Deine Persönlichkeit diesselbe
darstellen u darleben