Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Karl Ludwig Nonne in Hildburghausen v. 28.2.1828 (Keilhau)


F. an Karl Ludwig Nonne in Hildburghausen v. 28.2.1828 (Keilhau)
(BN 203, Bl 48R u. 49V, undat. korrigierte Reinschrift 1 Bl fol 2 S. Datierung nach Korrespondenzkontext. Die „Nachschrift“, ein undat. Entwurfsfragment in BN 583, Bl 20, 1 Bl fol 1 S., fügt sich hier gut an.)

Herrn Consistorial-Rath Nonne
       in Hildburghausen

Durch ihre [sc.: Ihre] gütigen u offenen Mitthei-
lungen des Förderlichen u Hinderlichen,
was die Einführung u Begründung
einer Volkserziehungs-Anstalt in
Ihrem Herzogthum finden würde,
u namentlich durch Ihre Andeutungen
über Landstände u Finanzministerium
wurden Gedanken in mir erweckt,
die ich sogleich nebst andern auf
dem Wege von Hildburghausen nach
Veilsdorf in mir bearbeitete u die
ich gern sogleich als dritte Beilage
zu Plan u Grundsätzen pp beyge-
fügt hätte, wenn ich nicht durch
Mangel an Zeit daran verhindert
worden wäre. Ich nehme mir deshalb
die Freyheit, das mir über genannten
beyden Punkte, so wie über einige an-
dere das Verhältniß der A dieser
Anstalt zu den übrigen andern
klar Gewordene als Beylage C zu
dem Plan u Grundsätzen in A Ihnen
angeschlossen noch zu übersenden.
Freuen würde es mich, wenn Sie auch
diese Beylage als eine wesentliche Ver- /
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Vervollständigung des Ganzen an Se Her-
zogl Durchlaucht mitzutheilen für gut
finden sollten.
Sollten nach diesen Gesammt-Mitthei-
lungen Se Herzogl Durchlaucht mir
erlauben, demselben aufzuwarten,
so würde mir diese Erlaubniß Be-
fehl seyn, welchem ich möglichst
bald nachzukommen mich bemühen
würde.
Genehmigen Sie verehrtester Herr
Consistorial-Rath von mir die
Versicherung vorzüglicher Hochachtung
u Ergebenheit [Unterschrift fehlt]

[BN 583, 20]
N.S. Da mir viel daran liegt daß sich Ihnen geehrte[-]
ster Herr u Freund das Verhältniß klar ausspre-
che in welchem ich wünsche, wie daß wie, oder wenn Ihnen
der Ausdruck lieber ist: unsere vorhabende
Bildungsanstalt zum Lande stehe, so erlauben Sie
mir Ihnen dieß in einem Bilde auszusprechen[.]
Ich wünsche daß das Land oder der Fürst desselben
eine oder unsere künftige Anstalt als ein Kind
Sohn oder Söhne des Landes, und daß das Land und der
Fürst gemeinsam sich als unsere Eltern fühlen
erkennen und besonders beweisen sollen: wie
nun Eltern ihre hoffnungsvollen Kinder und Söhne
im Beginn ihrer Entwicklung und Ausbildung un[-]
terstützen selbst noch dann wenn sie sich selbst
ständig zu machen suchen, so wünsche ich später
aber der ächte Sohn und die ächten Söhne dem Vater und Eltern
reichlich und dankbar zurück geben was sie vom
Vater von Eltern früher zur Unterstützung erhalten haben, so wünsche ich
daß Ihr Land und Ihr Fürst uns im Beginn unse-
rer Entwicklung und Ausbildung mit dem Nöthigen
unterstützen möge, daß wir nicht auf halben
Wege mit unserm begonnen[en] Werke stehen bleiben
wogegen welche frühere Unterstützung wir dann später
auf den verschiede mittel- und unmittelbaren Wege
dem Staate als treue Söhne dankbar zurück geben
würden. /