Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Karl Ludwig Nonne in Hildburghausen v. 30.3.1828 (Keilhau)


F. an Karl Ludwig Nonne in Hildburghausen v. 30.3.1828 (Keilhau)
(BN 583, Bl 15-16, hier: 15V, undat. Entwurf 1 B fol 1 S.; BN 583, Bl 17, Abschr. 1 B fol 2 S. Im BN befindet sich ferner eine korrigierte Reinschrift (=2. Entwurf) / BN 203,Bl 62R-63V. - Zum (1.) Entwurf: Der Bogen enthält außerdem Entwurf an Bernhard II. Erich Freund Herzog von Sachsen-Meiningen v. 8.11.1828 [15R/16V] u. Entwurf an Nonne v. 9.11.1828 [16R]. An den 2. Entwurf in BN 203 schließt sich ebenfalls eine korrigierte Reinschrift des Briefs an den Herzog von Meiningen vom 8.11.1828 unter BN 203, 63-65V an.
Zur Abschrift: Sicher eine ursprünglich zum Absenden gedachte Version, es fehlt nur die Unterschrift; Otto Wächter vermutet Handschrift Barops, nicht gesichert, eventuell doch F.s Handschrift, mgl. aber auch Handschrift Middendorffs. Das zweite Blatt des Bogens ist leer und nicht foliert.)

a) Entwurf

An den Herrn Consistorialrath u Hofpre Dr. Nonne in Hildburghausen
Sr. Durchl. der Herr Herzog von Meiningen
haben mir als ich mir vor 8 Tagen erlaubt[e]
Hochdemselben in Meiningen persönlich aufzuwarten
mir den Auftrag gegeben über das mir
mündl. Mitgetheilte u zur Prüfung empfohlene Ihnen schriftl die
Antwort u. die Ergebnisse der Prüfung schriftl.
Ihnen an Sie verehrtester Herr Consistorialrath einzusenden. Indem ich
diesen bestimmten Willen Sr. Herzogl. Durchl.
durch die Anlage (D.:) zu erfüllen, hoffe
ersuche ich Sie gehorsamst ergebenst dieselbe
möglichst bald an Sr Herzogl. Durchl. zu be-
fördern.
Ich würde mich nun sehr glückl. fühl[en], wenn
es Sr. Herzogl. Durchl. nun gefallen wollte
sich möglichst bald wegen der Ausführung
des Ganzen wenn auch vielleicht nur im
Allgemeinen zu entscheiden, damit es mir
nun mögl. würde für meinem Denken auch einen < ? > bestimmten
äußern Beziehungspunkt wenigstens zunächst
in Hinsicht auf das Land in welchem sich
verwirklichen könnte mögte, mit Festigkeit
geben könnte; denn Sie kennen gewiß aus
eigener LebensErfahrung wie geistig vernichtend es
ist, wenn man für sein geistiges und Gemüths-
Streben keinen festen äußern Beziehungspunkt
hat, und damit ich überhaupt weiß welche
von meine[n] jungen besonders helfenden jungen Leuten
ich gehen lassen u welche ich halten kann - und
mir durch Sie darüber Bestim[mun]g zukom[men] zu
lassen.

b) korrigierte Reinschrift

[62R]
Keilhau den 30ten März 1828


An den Herrn Consistorial-Rath Dr. Nonne
          in Hildburghausen

Sr. Dchlcht. der Herr Herzog von Meiningen
haben, als ich mir vor acht Tagen erlaubte
dessen persönliche Mittheilung in Meiningen
erbat, mir den Auftrag zu geben ge-
ruht über die mir vorgelegten Fragen u
das mündlich zur Prüfung Empfohlene die Ant-
wort u. die Ergebniß der Prüfung schriftlich
an Sie, verehrtester Herr Consistorial-Rath
einzusenden. Indem ich diesen bestimmten
Willen Sr. Herzogl. Dchlcht durch die Anlage
D zu erfüllen hoffe, ersuche ich Sie zugleich
ergebenst, solche (möglichst bald) gütigst an Se Herzogl.
Dchlcht zu befördern.
Ich würde mich sehr glücklich fühlen, wenn es
Sr. Herzogl. Dchlcht. gefallen wollte, sich nun auch
wegen der Ausführung des Ganzen nach Mög-
lichkeit bald zu entscheiden
u mir durch Sie geehrtester HE Csstrl[sc.: Consistorial] Rath darüber
Höchstihre Bestimmung zukommen zu lassen damit es auch mir
möglich würde, meinem Denken auch wieder
einen bestimmten äußern Beziehungspunkt, we-
nigstens zunächst in Hinsicht auf das Land
in welchem es sich verwirklichen mögte, mit
Sicherheit geben zu können, - denn Sie kennen
gewiß auch aus eigner Lebenserfahrung, wie /
[63]
vernichtend es ist, wenn man für sein
geistiges u GemüthsStreben keinen äußern Be-
ziehungspunkt hat.
Mit wahrer u ausgezeichneter Hochachtung
unterzeichne ich mich (ganz) ergebenst

c) Abschrift

[17]
An den Herrn Consistorialrath Dr. Nonne in Hildburghausen.
Keilhau, den 30. März 1828.
Sr. Durchlaucht der Herr Herzog von Meiningen haben, als ich mir vor
acht Tagen dessen persönliche Mittheilungen in Meiningen erbat, mir
den Auftrag zu geben geruht, über die mir vorgelegten Fragen und
das mündlich zur Prüfung Empfohlene die Antwort und das Ergebniß
der Prüfung schriftlich an Sie, verehrtester Herr Consistorialrath, ein-
zusenden. Indem ich diesen bestimmten Willen Sr. Herzoglichen Durch-
laucht durch die Beylage D zu erfüllen hoffe, ersuche ich Sie zugleich
ergebenst, solche gütigst bald an Sr. Herzogliche Durchlaucht zu be-
fördern.
Ich würde mich sehr glücklich fühlen, wenn es Sr. Herzogl. Durchlaucht
gefallen wollte, wegen der Ausführung des Ganzen nach Möglichkeit
bald zu entscheiden, und mir durch Sie, geehrtester Herr Consistorialrath,
darüber Höchstdesselben Bestimmung zukommen zu lassen, damit es auch
mir möglich würde, meinem Denken auch wieder einen bestimmten /
[17R]
äußern Beziehungspunkt wenigstens zunächst in Hinsicht auf das
Land, in welchem es sich verwirklichen möchte, mit Sicherheit geben
zu können, - denn Sie kennen gewiß auch aus eigener Lebenser-
fahrung, wie so vernichtend es ist, wenn man für sein geistiges
und Gemüths-Streben keinen äußern Beziehungspunkt hat.
Mit wahrer und ausgezeichneter Hochachtung unterzeichne ich
mich ergebenst
[keine Unterschrift]