Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Leo Blumberg in Berlin v. <17>.6.1828 (Keilhau)


F. an Leo Blumberg in Berlin v. <17>.6.1828 (Keilhau)
(BN 524, Bl 15-16V, undat. Entwurfsfragment 1 B 8° 3 S., Schluß fehlt, ed. Riedel 1940, XIII, 23. Riedel ordnet irrtümlich diesem Entwurf Krause als Adressat zu. Dagegen sprechen die Bitte um Kredit und der im Brief genannte Keilhauer Zögling „Luis“. Es handelt sich um den Sohn des Berliner Brauereibesitzer Leo Blumberg, der Keilhau Ende der 20er Jahre mit Krediten finanziell unterstützte. Luis Blumberg
hat Keilhau im Oktober 1828 verlassen. Der Entwurf könnte zusammen mit der „Nachschrift“ - Brief an Krause vom 17.6.1828 - geschrieben worden sein.)

Hochgeehrtester Herr u Freund
In Beziehung Auf Ihren mit vorletzter Po[st] jüngsten Brief melde
ich Ihnen rücksichtlich Ihres Sohnes Luis, daß ich, sobald es mir nur
[in] meiner Lage möglich macht wird, ich eine Geschäftsreise
nach Göttingen machen die mir schon lange oblag endl. machen
werde; auf diese[r] Reise nun werde ich
über Cassel gehen und mich dorten nach von alledem Noth-
wendigen
dann selbst genau unterrichten was wegen der Lehre
Luis uns zu wissen nothwendig ist, und ich
werde Ihnen darüber dann das weitere sogl.[eich]
mittheilen. Zunächst halte ich aber seinen Abg[ang] Ihre die Bestimmung fest
daß <Loui[s] [Blum]berg> Ende 7br zurück nach Berlin <gelegenst> kehrt [.]
Rücksichtlich Wegen meiner Angelegenh[ei]t
nun bin ich Ihnen für Ihre wahrhaft freund-
schaftl[ichen] Bemühen bleibenden Dank schuldig.
Meine Frau u. ich haben auch in Beziehung auf
Ihre Mittheilungen u. Versicherungen mit der ge-
strigen
heutigen Post an unsere liebe Mutter ge-
schrieben und sie um ihre Garantie bei Ihnen
für 1000 – 2000 <Rth> gebeten /
[15R]
(in dem Briefe steht aus einem wirklichen Versehen
oder vielmehr <falsch[en] Schr[eiben]> welches wegen der Schnelligkeit des Post-
Abgangs zu verbessern vergessen wurde
2 – 3 000 Rth.) Ich hoffe nun zwar nicht das[s]
dieser Schreibfehler eine stöhrende
Wirkung hat haben wird und ich nur die Garantie
für 2 000 Rth wirklich wünsche doch spreche
ich es Ihnen hier aus damit Ihre
Freundschaft einem etwa Hemmenden
entgegen kommen könne.
Nach den Mittheilungen von meiner u
meiner lieben Frau Seite an unsere
gute Mutter hoffe ich nun mit Ihnen
daß sie uns die erbetne Garantie
nicht versagen wird, als bey einer
durchschauenden Kenntniß meiner
gesammtlage sich klar ausspricht
daß die Unterstützung zur tiefern [Riedel: fertigen]
Begründung u Sicherstellung u zur schönern /
[16]
Entwicklung des Ganzen für bleibende
Früchte wirken wird. Ich hoffe darum
das[s] die l. Mutter Ihnen recht bald
ihre Entscheidung aussprechen wird
und Sieso in den Stand und so Ihnen zur Absendung
des Geldes kein weiteres Hinderniß im Wege [Riedel: entgegen]
stehen wird, von welcher ich dann auch d[urc]h Ihre Freund-
schaft überzeugt bin daß sie möglichst bald geschehen
wird um mit Sicherheit meine Geschäfte
darnach ordnen zu können. Ich Am besten
Geschieht wohl die Sendung in Cassenan-
weisungen u ich ersuche Sie wenn es Ihnen
keine zu große Mühe machen sollte, mir
zunächst 1000 Rth - dann 8 Tage später
500 Rth und dann wieder in 8 Tagen 500 Rth
zu senden.