Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Karl Christian Friedrich Krause in Göttingen v. 28.7.1828 (Keilhau)


F. an Karl Christian Friedrich Krause in Göttingen v. 28.7.1828 (Keilhau)
(SLB, Mscr. Dresd. l 35 X, 1714, Brieforiginal 1 B 8°2 S., ed. Riedel 1940, XIII,20. - In Briefliste Standortangabe zunächst "Kr.N.", v. Reinhold Wächter korrigiert in Sächs. Landesbibliothek)
(Verhältnis Originalzeile : Transkriptionszeile nicht 1 : 1)

Keilhau am 28sten July 1828.

Liebe und Treue zum Gruß.
Innig hochgeachteter Herr und Freund.
Endlich will es uns gelingen eine Reise zu beginnen wozu wir schon seit länger als zwey Jahren den Vorsatz in uns tragen.
Morgen g[ebe] G[ott] will ich mit dem größten Theile der jetzigen Glieder meines Hauses eine Reise nach dem nordwestlichen Thüringer Walde antreten. Bis Reinhardsbrunnen nächst Schnepfenthal oder bis zum Fuße des Inselberges werde ich die ganze Reisegesellschaft begleiten, dort aber mich von ihr trennen und in Gesellschaft zweyer Lehrer und Mitarbeiter und 3er Zöglinge über Göttingen nach Hildesheim u.s.w. reisen. Können wir es nur einigermaßen möglich machen, so hoffen wir spätestens künftigen Sonnabend Vormittags in Göttingen einzutreffen. So hoch erfreulich es mir nun gewesen seyn würde von Ihrem so freundlichen als freundschaftlichen Anerbieten Gebrauch zu machen so muß ich nun jetzt doch bey dieser Reisegenossenschaft darauf verzichten; doch /
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wird es mich innig freuen wenn Ihre Geschäfte es Ihnen erlauben sollten uns und mir während der Zeit unseres Aufenthaltes in G. wenigstens einige Stunden ohne Beschwerde und Nachtheil zu schenken. Um uns und besonders mir diese Freude zu verschaffen, mache ich von Ihrer gütigen Erlaubniß Gebrauch und zeige Ihnen den muthmaßlichen Tag unserer Ankunft in G. an. Sehr gern wären wir früher in G. eingetroffen um mit Ihrer Vergünstigung wenigstens eine Ihrer Vorlesungen zu theilen, doch die Umstände wollten mir diesen Genuß nicht verschaffen. Wer an so viele Entbehrungen wie ich gewöhnt ist muß sich nun eine solche Versagung schon gefallen lassen.
Bis Sie in meinem persönlichen Seyn und Leben selbst die Gewähr finden genehmigen Sie die schriftliche Versicherung des festen Theilens Ihres Zieles und Strebens.
FWA Fröbel. /
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