Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an F. Korn in Obernitz v. 16.4.1829 (Keilhau)


F. an F. Korn in Obernitz v. 16.4.1829 (Keilhau)
(KN 24,16, Abschrift 2 ½ S., Handschrift "Frl. H.", von Otto Wächter veranlasst. Das Original befand sich im Besitz v. Geh. Baurat Treibich, Rudolstadt.)

Keilhau am 16en April 1829


Hochgeehrter Herr und Freund.

Da sich die Eröffnung der Volkserziehungsanstalt in Helba
mit dem kommenden Monat May ohngeachtet der sich
durch Umstände sehr verspäteten öffentlichen Anzeige
durch den Druck, mit schnellem Schritte seiner Ausfüh-
rung nähert so wäre es mir auf das höchste erfreulich
wenn entweder durch den Überbringer dieses - was
mir freylich das liebste wäre oder doch in der Festzeit,
ich durch Ihre Güte einige Kunde erhielt, welche Früchte
die Mittheilung des Lehrplanes der neuen Erziehungsan-
anstalt entweder wirklich schon gebracht habe oder welche
davon namentlich in den Städten Saalfeld, Pösneck,
Gräfinthal oder auch sonst zu erwarten seyn.
Hätten Sie wohl die Freundschaft für mich mir die Re-
sultate Ihrer Bemühungen so wie solche vor Ihnen liegen
mir nur mit wenigen Worten durch den Überbringer
dieses mitzutheilen?- Gern hätte ich Sie dieser Mühe /
[2]
dadurch enthoben daß ich selbst gekommen sey, allein ich
habe jetzt in dieser Sache zu viel zu arbeiten daß ich kaum
die Stube verlassen kann und da sich durch einen Weg
meines Zöglings Leopold Teske nach Saalfeld mir
eine schöne Gelegenheit biethet das Wichtigste schriftlich
abzumachen, so dürfte ich solche nicht ungenutzt vorüber
gehen lassen.
Bei meiner letzten Anwesenheit in M-gen habe
ich Sr Herzogl. Dhlaucht wieder zweymal persönlich
in dieser Sache zu sprechen die Gnade gehabt so wie
solche in einer besonderen Consistorialberedung zu
welcher ich vorgeladen war in jenen Tagen besonders
besprochen wurde.
Ich habe die freudige und sichere Hoffnung daß diese
Anstalt eine Unternehmung werden [wird, ] welche die [sc.: den] Theil-
nehmenden auf das genügendste entsprechen wird.
Es zeigt sich besonders auch außer dem Meini[n]gischenge-
sammtlande an einigen Punkten ein sehr lebendiges
Interesse so daß ich hoffen kann daß die sehr mäßig /
[3]
gesetzte Anzahl der Zöglinge fast von sogenannten
Ausländern sich zusammen finden mögte; was freylich
in ökonomischer Hinsicht wohl gut wäre, doch wünsche
ich doch auch daß wenigstens einige Stellen von
Meiningisch Hildburghausischsaalfeldern und zwar
gleich im ersten freudigen jungen u frischen Feuer-
wirken besetzt wären. Nun ich werde ja hören was
Ihre Freundschaft und Theilnahme mir schreiben kann.
Mich Ihrer Fr: Gemahlin bestens empfehlend
grüße ich Sie mit wahrer Freundschaft und hochachtungs-
voller
Ergebenheit

FWAFröbel.