Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Ludwig Nonne in Hildburghausen v. 17.4.1829 (Keilhau)


F. an Ludwig Nonne in Hildburghausen v. 17.4.1829 (Keilhau)
(BN 583, Bl 18-19, dat. Entwurf 2 Bl 4° 3 S. auf Brief von C. Clemens an Barop v.1829, Abschrift 2 ½ S. von Hand Otto Wächters KN 24,18)

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D.d.17. Apr: 1829.

HE Consistorialrath Dr Nonne in Hildburghausen
Ich hatte zuerst die Absicht, Ihnen verehrtester H Consist
beyliegend angeschlossene Erklärung an E. Hochpr. Consistor.
Persönl (selbst) zu überbringen, weil ich m[einer] Natur nach
ein einmal begonnenes u. bis zu Reife gediehenes gekommenes Geschäft
gern schnell u. bündig abmache (und wenn einmal d Sache
bis auf den Pkt gediehen ist, Zögern nach jeder S. hin immer
nur schadet, auch nach k[einer] hin etw. nützt
) Doch da ich die
letzten Erfahrungen haben mich wiederkehrend gelehrt, daß zum
Schnellseyn nicht laufen hilft. So erlaube ich mir, die
Vorstellung u Erklärung an 1 Hochpr. Cons. wenigstens
zu übersch. um dadurch, wenn es mögl ist, wenigstens
einige Tage zu gewinnen. zwar nicht wie der HE Obercons.
Mosengeil zwar keinesweges
die mir bey
der so schnell herannahenden Zeit für die Sache jetzt
schon wichtig genug scheint.
Aus m. Mittheil[ungen] an d. Hochpr. Cons. werden
Sie, verehrter HE Consistor. sehen, daß mir bey
der letzten Sendung der Entwurf des HE Ob Mos[engeil]
nicht mit zu gekommen ist. Deßhalb konnte ich leider bey
der neuen Ausarbeitung der Anzeige auf s.[eine] freundl
Weisungen, gar k die s.Brief nur andeutet
gar k.[eine] Rücks.[icht] nehmen. Ich war zwar deßhalb /
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anfangs sehr in Verlegenheit; allein da sich nun dadurch
daß ich zu me[eine]r Freude erklären konnte, daß die mein
g[an]zer Kreis u sie u somit auch die bisherige Erziehungsa[nstalt]
sich mit d Volkserziehungsa.[nstalt] in H.[elba] vereinigen werde,
die g[an]ze Lage der Dinge ändert, so änderte sich somit
auch die Anzeige v. dieser Anstalt u. konnte sich so sehr
abkürzen. Möchten Sie Ich freue mich sehr, d[urc]h jene
Erklärung so wie den mir noch jüngst ausgesprochenen Wunsche
des HE Obercons. Mos.[engeil] so wie besond. auch Ihre mir freundschaftl
ausgesprochenen, verehrter HE. Cons., entsprechen zu
können. Möchte dieß allseitig 1 [sc.. einen] Beweis geben, daß ich
nie eigensinnig e[ine]r Entw[icklung] entgegen bin, die z.[um] allseit[igen] Wohle
sich mögl macht; möchte aber nun auch 1 Hochp. Cons.
nicht so g[an]z unzufrieden mit der v. mir entworfenen
Anzeige seyn. Es kann nun einmal 1 Vogel nicht
anders singen als ihn die Natur es gelehrt hat. Der Waldvogel verliert
schwerl[ich] s.[einen] Waldschlag u 1 andrer Sang kleidet immer wie 1 geborgter
Rock . u.ds Publ. <st[arrt] gar <auf seinen> Schnabel,
uns alle die schönen geliehenen Federn aufzupfropfen
mit denen man sich auch noch so versteckt schmückt. u. die
/
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Folge dann ist immer <d. S. ? ? ?>
Doch d[urc]h dieß Gesagte bin ich weit entfernt, 1 im mit dem Geiste [u] Zwecke des G[an]zen
liegende Verbesserung u. Änderung nicht auf das dankbarste
anzunehmen; denn ich weiß sehr klar, daß m.[ein] Gebiet nicht das
Reden son.[dern] das Handeln ist. Beson.[ders] möchte ich alles vermeiden,
was gegen amtl Verhältn.[isse] u. gegen d. Stellung des G[an]zen zu Sr. Herz. Dchl.
anstoßen könnte. Hier erbitte Hier erbitte ich mir vor all[em]
Ihren freundschaftl Rath[.] Ich hatte leider nicht Zeit, die Anz.[eige] nochmals
abgeschrieben beyzulegen d[urc]h 1 Copisten kann sie mir ja wohl leicht
verbessert zukommen.
Daß Vorz[eigender] dieser HE Joh Schmidt, Geh.[ülfe] an d. hies.
Erz.anst. in Gesch. u. <Aufs.> dies. eine Reise v. hier n.
Hildb.[urghausen] u. v.d. zurück macht, wird diesem zu seiner
Legitimation u. Sicherstellung hierdurch bescheinigt
K. b. Rud. D.