Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an F. Korn in Obernitz v. 29.4.1829 (Keilhau)


F. an F. Korn in Obernitz v. 29.4.1829 (Keilhau)
(KN 24,21, Abschrift 2 S., Handschrift "Frl. H.", von Otto Wächter veranlasst. Das Original befand sich im Besitz v. Geh. Baurat Treibich, Rudolstadt.)

Keilhau den 29 Apr. 29.


Hochgeehrtester Herr u Freund!

Es war bey meinem letzten Briefe gar nicht meine Mei-
nung durch diese Gelegenheit auch die Ihnen mitgetheilte
Anzeige von der Volkserziehungsanstalt zurück zu er-
halten. Ich säume darum nicht Ihnen solche zu Ihrem
Gebrauch zurückzusenden, da ich sie zunächst wenigstens
nicht so nothwendig brauche und da ich nicht möchte,
daß Sie Ihre freundschaftl Bemühungen durch einen
geringern Erfolg belohnt sehen möchten, als durch den
welchen die Umstände möglich machen. Mit der Dorf-
zeitung werde ich ohne Zweifel in 8 bis 14 Tagen eine
Anzeige ausgeben lassen; von mehrern Abdrücken
die ich für mich besorgen lassen werde, werde ich mir
das Vergnügen machen, Ihnen 1 Dtzd zum gelegentl
Gebrauche zu übersenden, immer stehen Ihnen dann
mehrere zu Dienste.
Ihren Wunsch wegen des Landschulinspectorats habe /
[2]
ich dem Herrn Consistorialrath Nonne mit folgenden Wor-
ten bekannt gemacht: "vor mehrern Wochen entfiel dem
He Pfarrer Korn in Obernitz im Laufe des Gesprächs
der Wunsch daß er wohl Mitglied des wenn ich nicht
irre in Saalfeld errichtet werden[den] Scholarchats der Land-
schulen werden möchte, da es Ihnen v. H. E. C. R. [sc.: verehrter Herr Consistorial-Rath], viel-
leicht nicht unlieb ist von dieser Äußerung Kunde zu
haben, so wollte ich sie nicht bis auf mündliche Mit-
theilung versparen, weil ich sie dann doch wieder
vergessen könnte." Ich hielt diese Form der Mit-
theilung in jeder Hinsicht für die prakmäßigste; viel-
leicht zeigt sich mir später Gelegenheit mündl darauf
zurückzukommen. Je leichter u. absichtsloser so et-
was hingeworfen werden kann, um so leichter dünkt
mich wirkt es.
Mit hochachtungsvoller Ergebenheit grüße ich Sie

FWAFröbel