Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an F. Korn in Obernitz v. 7.5.1829 (Keilhau)


F. an F. Korn in Obernitz v. 7.5.1829 (Keilhau)
(KN 25,2, Abschrift 3 S., Handschrift "Frl. H.", von Otto Wächter veranlasst. Brief enthält Eingangsnotiz v. 19.5.1829. Das Original befand sich im Besitz v. Geh. Baurat Treibich, Rudolstadt.)

Keilhau am 7en Mai 1829


Hochgeschätztester Herr und Freund.

Dem in einem Ihrer jüngsten Brief[e] gütig geäußer-
ten Wunsche gemäß nehme ich mir die Erlaubniß Ihnen
zu Ihrem gefälligen gelegentlichen und freundschaftlichen
Gebrauche
50 Ex: Anzeige von der Volkserziehungsanstalt und
10 Ex des ausgeführten Planes
angeschlossen zu übersenden.
Diese Anzeige mußte zur Vermeidung zu großer
Druckunkosten und weil sie für das größere Publi-
kum war, sehr viel gegen die Anzeige abgekürzt
werden wovon ich Ihnen einen Auszug schriftlich mit-
zutheilen mir das Vergnügen machte. Diese schriftliche
Anzeige kann also für die mehr Eingehenden immer
eine Art Commentar zu der kürzeren gedruckten
machen, und so ist es sehr schön daß Ihre freundschaftliche /
[2]
Theilnahme die Mühe über sich nahm und einige Ab-
schriften davon machen ließ und solche in einige Städte
vertheilte.
Von diesen hier beykommenden Anzeigen können
Sie nun ganz nach Gefallen in der Nähe und Ferne
Gebrauch machen[.]
Sollten Sie bey der Ausgebreitetheit Ihrer Bekannt-
schaft der Exemplare noch mehr wünschen, so würde es
mir Vernügen machen diesem Ihren Bedürfniß ent-
gegen zu kommen.
Vorzüglich zweckmäßig wäre es wohl wenn Sie
von dieser Anzeige welche unmittelbar an solche Väter
oder Vormünder mittheilen könnten, die sogleich in
der Lage sind von der Anstalt Gebrauch zu machen.
Von der Zweckmäßigkeit des Planes schon immer
ganz durchdrungen habe ich ihn, wie Sie aus der An-
zeige ersehen seit Anfang dieses Halbjahres schon
hier in Keilhau ausgeführt, und so wenige Woche[n]
auch nur erst verflossen sind, so bestätigt sich mir /
[3]
doch täglich die Wahrheit der Grundsätze auf welche
derselbe beruht.
Es würde mich darum mehrseitig freuen wenn Ihre
so thätige Theilnahme auch ihre, ihr gebührende Krone
empfing[.]
So bald Ihnen etwas von der Art wie diese An-
zeige vom Publikum aufgenommen wird, bekannt
worden ist, haben Sie die Güte mir es gefälligst mit-
zutheilen.
Ich mit meiner Frau und meinen Freunden
empfehlen uns Ihnen beyderseits freundschaftlichst.
Mit hochachtungsvoller Ergebenheit
der Ihrige
FWAFröbel