Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Ludwig Nonne in Hildburghausen v.12.5.1829 (Keilhau)


F. an Ludwig Nonne in Hildburghausen v.12.5.1829 (Keilhau)
(BN 583, Bl 19a/19b, 1 B fol 1 ¼ S. u 1 ½ S. 19a ist der datierte Briefentwurf, 19b die hier nicht wiedergegebene Beilage.)

[19a]
         Keilh. 12 May 1829


Herrn Consistorialrath Nonne in Hildbgh

Durch die eingetretenen sich drängenden Meßgeschäfte der Druckerey wird es mir
jetzt erst mögl, durch Sie hochverehrtester Herr Consistorialrath
den Abdruck dAnzeige einem Hochpreisl Consistorio in den
beygefügten Anlagen zur letzten Prüfung vorzulegen, ehe solche, wie
ich früher angezeigt, als Beylage zu der Dorfzeitung öffentl angege-
zeigt ben worden; zu welchem Zweck ich heute der Expedition
derselben nach vorsorgiger schriftl Rücksprache 5000 Exempl.
übersandt habe, Iindem es mir nicht mögl
ist einen Punkt zu finden, welcher d. endl öffentl Anzeige in
dieser Form u Inhalt entgegen seyn könnte.
Wie In Rücksicht der alles Weitern, was ich in Beziehung auf
die zu errichtende Volkserziehungsanstalt u die transloc: der
hiesigen auszusprechen für nöthig fand, beziehe ich mich ganz
auf das vorgelegte abgezeigte Schreiben an ein Hochpreisl
Consistorium. Ihnen hochverehrtester Herr Consistorialrath bin
ich nur noch kurz die Umstände anzugeben schuldig unter welchen das
vorletzte Packet u Brief v. mir erbrochen worden sind, u es Ihrem
Ermessen ganz zu überlassen danach zu entscheiden, ob d.
vermißte Theil dEinlage hier bey mir verloren [gegangen] seyn kann.
Ich werde mich keinesweges den Folgen der dad[urc]h auf mich fallenden
Schuld entziehen, indem ich diese bey weitem lieber tragen werde
als die jetzt schwankende Ungewißheit derselben.
Das Packet empfing ich in unser[er] sogenannten Haus[-] od.<Froh>studirstube
in welcher sich nur wenige einfache Möbeln, u gar keine Papier[e] vorfinden.
Das Packet P war auf das Beste versiegelt. Ich erbrach es, weil
ich dem Inhalt etwas erwartend entgegensah, in dHausstube sogl[eich.]
Mein Blick fiel zuerst auf meinen Entwurf. Durch den Eindruck
welchen das fast gänzl Gestrichenseyn desselben machte, schloß ich das
Packet sogleich zu, um mir durch HF Middendorff, der den Hof herauf
kam u den ich durch d Fenster hereinrief, mündl Relation ab geben zu lassen. Ich ging dann gab ihm in
dStube das Paket, er setzte sich um es zu lesen nieder u las ruhig dInhalt
bis er noch bey nach Verlauf einiger Zeit sagte: ”es muß ja noch
etwas dabey seyn”, Wir suchten sogleich nach dem fehlenden Entwurf[.]
Er fand sich aber nirgends. In der gewöhnlichen Schnelligkeit meiner
bewegung wäre es nun wohl mögl, daß ich in d Zwischenzeit in meiner
A
Ob ich gleich seit der Ankunft des Pakets bis zu dessen demjenigen Augenblick
gar nicht <-> aus der Stube gekommen bin, so habe ich dennoch mehrmals
später die Papiere mehrmals die sehr bestimmt geordneten Papiere in meiner
Arbeitsstube u namentl die Helba betreffenden wiederkehrend durchsucht /
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aber bis jetzt nichts finden können. Gern würde ich, wenn
dadurch die Sache zur Entscheidung kommen kann, irgend bey [m]einer
persönl Anwesenh[ei]t v. mir in Hildburghausen sämmtl
Papiere (der Wage den Zweifel übergeben) dem Wiegen unterwerfen
denn nochmals gesagt, das schuldig finden meiner ist mir
im vorliegenden Falle lieber als die schwankende Ungewißheit darüber.
Mit hochachtungsvoller Ergebenheit unterzeichne ich
mich [ohne Unterschrift]