Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Theodor Fröbel in Göttingen v. 12.6.1829 (Keilhau)


F. an Theodor Fröbel in Göttingen v. 12.6.1829 (Keilhau)
(BN 442, Bl 17, hier: 17V, datierter Entwurf ½ S. auf der 3.Bogenseite eines Briefs (4°) Theodor Fröbels an F. v. 7.6.1829, dazu Regest OW in KN)

Antwort.

Keilhau am 12 Juny


Lieber Theodor

Die guten Nachrichten von Dir, welche mir Dein Brief vom 7. d.M. hat mich mittheilte, haben mich gefreut; da es mir aber fester Grundsatz ist in jedes
sich selbstständig u selbstthätig entwickelnde Leben nicht einzuwirken [sc.: einzugreifen] dann ist so ist es mir über die Einzelrichtung
Deiner Selbstbildung wie jeder ähnlichen <kein lauter> der Antheil erlaubt erlaubt; denn andere Personen andere Weisheit Lebensansichten.
<      > Du wünschst nun auch Nachricht von unserem u besonders meinem Leben; diese
hätte Dir nun meine Beylage zu einer Nr der Dorfz[ei]tung klar geben können; doch da diese letztere aus <einleuchtenden Gründen [nicht] / einmalnichtzuder>
gekommen ist und damit Dir, wie sonst wohl im Leben geschieht nicht sogar <auch / noch> das was doch offenkundig vorliegt falsch mitgetheilt werde
so lege ich Dir hier ein Ex: der Anz[eige] bey welche ich dem <   > Beywagen der Dorfz[eitung] zur Verbreitung aufgegeben
habe u zugleich ein[en] Lehrplan der darinne <gedachten> Volkserziehungsanstalt. Du wirst daraus sehen daß <weg>
der Anzeige
wie das einstmalige Wesen u Wirken im Meiningschen fest gehalten wird. Wann aber das Ziehen nach Helba
selbst statt finden wird, die Bestimmung dazu liegt noch ganz in der Hand der Vorsehung u ich selbst weiß darüber
nicht mehr auszusprechen als was die Anzeige selbst sagt. Daß der Plan der Volkserziehungsanstalt
welchen Du hier mit bekommst - neben dem der allgem: deutschen Erziehungs Anstalt hier in Keilhau schon seit
Monat May ausgeführt wird sagt Dir die Anzeige.- Daß darum auch hier in Keilhau zugl[eich] für diese aufge-
nommen werde darin hat <Dein Dich Unterrichtende[r] / der Dich Unterrichtende> recht[.] Auch sind seit Monat May <  > wieder 2 Zögl[inge] <eingetreten>
Felix aus dem Bayrischen u Adolph aus Königsee (letzterer war schon früher in der Anstalt). Was nun uns
persönl[ich] betrifft so sind wir alle insgesamt ganz wohl u ein schönes gemeinsames Zusammen freudiges
Zusammenleben u zusammenwirken beglückt uns alle besonders weil in völliger Übereinstimmung u der <schöne> Frühling
welcher uns in dieß Jahr einführte.
Ich schließe mit den aufrichtigsten Grüßen von mir u meiner Frau, und wünsche Dir <bleibend>
wohl zu leben.
Dein Oheim
Fr Fröbel