Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an F. Korn in Obernitz v. 3.4.1830 (Keilhau)


F. an F. Korn in Obernitz v. 3.4.1830 (Keilhau)
(KN 26,2, Abschrift 2 S. Handschrift "Frl. H.", von Otto Wächter veranlaßt und durchgesehen. Lt. weiterer Materialien hatte das Original eine Empfängernotiz bez. Beantwortung am 4.7.1830. - Das Original befand sich im Besitz v. Geh. Baurat Treibich, Rudolstadt.)

    Keilhau am 3 April 1830.


Hochgeehrtester Herr und Freund.

Auf Ihren freundlichen Brief vom 12en Febr. d. J. erwiedere
ich jetzt blos, daß es mir und uns allen sehr erfreulich seyn
wird, wenn Sie die uns gemachte Hoffnung erfüllen und
uns in dieser Festzeit mit Ihrem lieben Besuche beehren
wollen; dann werde ich Gelegenheit nehmen Ihnen die
Gründe auseinander zu setzen die mich bestimmen die
Bemühung aufzugeben durch Schwarz auf Weiß das
Verständniß mit der Außenwelt herbeyzuführen und
es abzuwarten bis an diesem oder jenem Orte an
den Wirkungen meines Unterrichtes sich die Menschen
über meine Erziehungsweise selbst eines bessern be-
lehren; so wie ich jetzt Hoffnung habe, daß es mit Zög-
lingen aus dem Großherzogthum Posen der Fall seyn
wird; wo "einige Eltern sich von der Zweckmäßigkeit
meiner Erziehungsweise durch den Erfolg der dahin
zurück gekehrten und in den bürgerlichen Beruf /
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eingetretenen Zöglinge überzeigt haben", und diese Eltern
mit dem nächst kommenden Sommerhalbjahr Söhne zur Er-
ziehung übersenden werden. Überhaupt darf ich den vorliegen-
den Umständen nach erwarten, daß der nun kommende
Frühling, mir auch einen neuen Frühling meines erziehen-
den Wirkens bringen werde.
Sollte es nun möglich werden können, daß mit diesem
neuen Leben auch ihr Sohn in die Anstalt eintreten könn-
te, so spricht es sich leicht aus warum mir dieß für ihn
und uns gleich lieb wäre.
Empfehlen Sie uns gütigst achtungsvoll Ihrer werthen
Frau Gemahlin, grüßen Sie freundlich Ihre lieben Klei-
nen und seyn Sie der bleibend aufrichtigsten und hochachtend-
sten Gesinnungen versichert
       Ihres
ergebenen Dieners und Freundes

       FWAFröbel

Sehr eilig, daß ich wünschte daß dieser Brief mit einer sich
mir so eben zeigenden günstigen Gelegenheit an Herrn
Niese abgehen möchte.