Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johann Friedrich Hennicke (= Red. "Allg. Anzeiger der Deutschen") in Gotha v. 8.10.1830 (Keilhau)


F. an Johann Friedrich Hennicke (= Red. "Allg. Anzeiger der Deutschen") in Gotha v. 8.10.1830 (Keilhau)
(Der Brieftext liegt als Reinschrift, aber in geteilter Form vor, ein Teil 1 Bl fol 2 S. im BlM III, 12; der zweite größere Teil 2 B fol 7 S. in BN 717, Bl 1-4, 4. Das Blatt im BlM ist links oben abgeschnitten; am Schnittrand noch ein Zahlenstreifen, wohl von rechnerischen Notizen; außerdem rechnerische Bleistiftnotizen an den Rändern ohne Bezug zum Brieftext. Der Text in BN enthält auch ein Begleitschreiben an anonymen Autor (W.P.P. in F-ch) ab 2R-4, 4R vakat)

[BlM]
Keilhau den 8ten Octbr. 1830.

Herrn Legationsrath J. Fr. Hennicke
Redacteur des allg. Anzeigers der Deut-
schen (in Gotha).
Nur auf den ersten Blick kann es Ew.
Wohlgeboren auffallend erscheinen, in
der Anlage zum Theil Aufsätze wie-
derzufinden, in welchen schon früher
durch das Organ Ihres, eigentlich des
einzigen allgemein deutschen Blattes,
welches wir besitzen, zu den Deutschen
als einem Volke gesprochen wurde.
Jene Aufsätze aber kamen, wie das auf
ganz natürliche Weise so oft geschieht,
entweder zu früh oder zu spät; genug
wie ausgezeichnet eingehend u beystimmend
auch einzelne Männer selbst öffentlich
dafür u darüber sich aussprachen, die
Sache selbst blieb als allgemeine Volks-
sache so gut, als unbeachtet.
Abhandlungen, Aufsätze, Vorschläge
Aufforderungen werden durch neue,
diese durch neuere u durch die neue-
sten verdrängt, Worte sind keine
Thaten, Vorschläge u Aufforderun-
gen sind keine Ausführungen, u
nur in den allerseltensten Fällen
giebt sich der Mann u die Gemein-
samheit, welche Vorschläge zum all-
gemeinen Besten macht, die er oder
sie als die durchgreifendsten und
genügendsten hinstellt, auch mit
gänzlicher Selbstverläugnung /
[207R]
(u persönlicher Aufopferung) der Aus-
führung hin. Wegen dieser so häufigen
(und fast gewöhnlichen) Erfahrung nun
ist es ganz natürlich, daß frühere
an die Allgemeinheit ergangene Vor-
schläge u Aufforderungen schon in
dem nächsten Jahre vergessen sind.
Anders, ganz anders ist es jedoch der
Fall
bey den Aufforderungen und
Vorschlägen, auf welche sich die zum Theil in
früheren Jahren
in Ihrem (echten)
Volksblatte vor mehrern Jahren zum Theil mitgetheilten Auffor-
derungen und Vorschläge beziehen,
(u) welche ich (hier), um Ew. Wohlgebo-
ren die schnellere Einsicht in dieselben
zu erleichtern, in besondern Abdrüc-
ken beylege; -für für die Darstellung
der darin enthaltenen Wahr- u Gewiß-
heiten hat sich, wie dieß schon vor-
her der Fall war, nicht nur ein
Einzelner, sondern eine durch die menschlich-
sten Bande verbundene Mehrheit
selbst verläugneted in Aufopferung hingegeben.
Nicht nur haben sich aber diese Wahrheiten in einem nun
schon mehr als vierzehnjährigen vielseitig
verschlungenen, wohl den größten Theil
der menschlichen Verhältnisse berührtenenden
(gemeinschaftlichen und vielseitigen)
u. eben darum höchst kampfvollen
und prüfenden Leben, -- auf
das klarste (unzweydeutigste u offen-
kundigste) bewährt, sondern, was
eben dieses Leben schon als dasey-
end zeigt u als That giebt, das spre-
chen uns die durchdachtesten, tief
eingehend(st)en u erfassend(st)en Ab-
handlungen, welche uns der reine [bricht ab]
[BN]
[1]
Geist Ihres Blattes giebt, als
Vorschläge u Wünsche aufs.
Zu dieser Überzeugung kamen wir schon
früher u wollten [Sie] darum auch früher schon
mit dem Fortbestehen der hiesigen unserer
Anstalt in Iihrem bleibend rein menschli-
chen Sinn rc deutschen Geiste rc Charakter
bekannt machen. Doch es unterblieb, weil
dazu wohl noch nicht die rechte Zeit ge-
kommen seyn mochte; jedoch jetzt nun
erfaßt ein Aufsatz eines gewissen
W. P. P. in F-ch, welchen uns
Ihr Blatt in No 26 mittheilt, unser
ganzes Leben u erfaßt es in seinem
innersten Streben, so daß wir es als
eine Verletzung des allgemeinen Wohles
ja als eine Versündigung an den In-
teressen der Menschheit ansehen würden
Sie als deutscher Mann und als das
Organ des deutschen Sinnes u (deutschen) Le-
bens und der (Forderungen u) Bedürfnisse
deßselben, nicht mit dem Fortbestehen dieser
Anstalt u mit dem seinem Geiste (u Sinn desselben)
in u durch welchen sie besteht, bekannt zu machen.
Um Ew. Wohlgeboren selbst möglich zu machen,
das u sich von dem, namentlich in der jetzigen Zeit höchst
wichtige[n] Zusammentreffen zweyer, nicht
meh nur in ihrem äußern Leben u Bil-
dungsgange, sondern sich auch sonst noch
ganz unbekannten deutschen Männer[n]
in fast wörtlich gleichen Ergebnissen
ihres Nachdenkens u Strebens - selbst
zu überzeugen, erlauben wir uns Ihnen
einen Auszug aus dem Plane zu einer
Volkserziehungsanstalt, wie solche nach
dem ausdrücklichen (u bestimmten) Willen
Sr Durchlaucht des Herzogs von Meinin-
gen
in dessen Lande laut Beylage (wie auch schon
durch Ihr Blatt im vorigen Jahre
bekannt gemacht wurde) ausgeführt/
[1R]
werden sollte, beyzuschließen. Ob nun gleich
diese auf solchen Lebens- u Erfahrungswahrhei-
ten ruhende Volkserziehungsanstalt aus
Ursachen, die der Denkende auch ohne
alle Kenntniß von örtlichen u persönlichen
Einzelheiten leicht selbst finden kann,
nicht zu der schon fast erreichten Aus-
führung kam, so wurde u wird die Ausfüh-
rung jenes Planes doch von uns in der
hiesigen Anstalt u hiesigen Orts fest-
gehalten u geschieht dies an den uns in
dieser Hinsicht anvertrauten Zöglingen
wirklich, wie wir auch schon im Schlusse
der im vorigen Jahre auch in Ihrem Blatte er-
schienenen Ankündigung der Volkserziehungsan-
stalt in Helba <dahin doch nur zu denkend>
das verschleiert Hemmende schon ahnend
bereits schon bestimmt aussprachen.
Um Ew. Wohlgeboren in den innersten
Geist u Zweck jener in Helba bezweckten
u nun hier in Keilhau in ihrer Reinheit
angestrebt werdende Volkserziehung
bekannt zu machen, erlauben wir uns
noch, Ihnen einen Brief abschriftlich mit-
zutheilen, welcher gleichsam den Keim
dieser bleibend in dem Auge behaltenen
(und behaltenden) Volkserziehung enthält,
weil wir es für zweckmäßiger halten
durch geschichtliche Thatsachen u Actenstücke
sprechen zu lassen, als durch eine, wenn
auch gedrängtere, ja selbst erfassende-
re (u somit genügendere aber) neuere
Darstellung (zu sprechen).
Überhaupt gehören unsere Bestrebun-
gen u unser Wirken in dem Innersten
erfaßt weder einer vorübergehenden
Zeit, noch einem einzelnen in sich abge-
schlossenen Menschenganzen, sondern sie
gehören der Menschheit, wie auch schon
bald nach der Erscheinung der Abhandlung
über deutsche Erziehung überhaupt u üb[er]
das allgemein deutsche der hies. Erziehungsanstalt
in einer der gediegendsten deutschen
Zeitschriften von einem mir dort /
[2]
ganz unbekannten Punkte ausgesprochen
wurde; u viele Documente der neuen
Entwicklung des Lebens u Bestehens der
hiesigen Anstalt gehören auch jetzt
schon der Geschichte an; daß, wenn sie auch
noch zu jung sind, um einen öffentli-
chen Gebrauch davon zu machen, man
ihre Einsicht da nicht vorenthalten darf,
wo es sich zum [sc.: um das] Wohl des Ganzen
um eine gründliche Kenntniß der
Sache handelt und diese Mitthei-
lungen an Ew. Wohlgeboren ha-
ben schlechterdings keine übelwollende persön-
liche Nebenabsichten, sondern Ew
Wohlgeboren nur mit dem Fortbe-
stehen des hiesigen Erziehungszwec-
kes u dem Geiste der hies. Erzie-
hungsanstalt bekannt zu machen[;]
denn wir glauben, daß ein Werk, welches
in einer Zeit, wie der jetzigen unter Käm-
pfen wie den unsrigen eine solche Reihe von
Jahren rc in sich immer gleich frisch u gesund
fortbestehe, könne schwerlich ein anderes als
auch in sich tüchtiges rc in dem allg. Men-
schenwohl, Menschenstreben rc allg. u bes. Men[-]
schenbedürfnisse tief begründete seyn.
Daß was uns nach unserer , aus vorstehen-
den klar hervorgehenden Ueber-
zeugung lieb seyn muß, wenn
Hr. ZW. FrP. P in F-ch mit dem
faktischen Bestehen Daseyn unserer Volks-
erziehung u mit den Grundsätzen
in u durch welche sie besteht, be-
kannt werde, werden Ew. Wohlgeboren
natürlich finden. Deßhalb ersu-
chen wir Sie, die Anlage, welche
die ganz gleichen Ew. Wohlgeboren
mitgetheilten Schriften enthält,
gefälligst möglichst bald an denselben
zu befördern. Sollte es jedoch für
Ew Wohlgeboren zu schwierig seyn (obgleich
wir uns zur Erstattung des etwaigen Portos
gerne verstehen) so ersuchen wir Sie er[-]
gebenst uns bey Rücksendung des Packets
mit der bestimmten Nahmens[-] u Ortsangabe
des Hrn P. -- bekannt zu machen, /
[2R]
um uns persönlich mit demselben
in Wechselverkehr zu setzen,
welcher Wunsch Hr P. -- eben so
natürlich als leicht erfüllbar erken-
nen wird. Mögen sich Ew Wohlgeboren durch die[se]
Mittheilungen nun bewogen finden die A[n-]
lagen nicht unbeachtlich aus der Hand
zu legen; mögen Sie besonders den Ha[upt-]
gedanken aller dieser schriftlichen Da[r-]
legungen [beachten], welcher
den Zielpunkt, gleichsam den Schlußstein
derselben ausmacht, daß die Erziehung
die Bildung des Menschen
zur Religion, Versittlichung des Menschen
zur productiven Thatkraft
zur gründlichen u lebendigen Erkenntniß
die Erziehung u Bildung des Menschen
      an und für sich
      für Familie und
      für das öffentliche Leben
darum die Erziehung und Bildung des Menschen
      zur Selbst-
      zur Gottes-
      zur Natur[-] Erkenntniß u Erfassung
zur Einigung
      mit der Menschheit
      mit Gott und
      mit der Natur
also eine dem deutschen Charakter Gesinnun-
gen und Bedürfnisse entsprechende Erziehung
und Bildung des Deutschen, ein
gemeinsames und dadurch einendes
Werk aller Deutschen, ein deutsches Natio-
nal- u Volkswerk werden müsse -
mögen Sie besonders diesen Grundgedanken
Ihrer ernsten Prüfung werth u würdig finden.
Mit der ausgezeichnetsten Hochachtung
unterzeichne ich mich
FWAFröbel

Herrn W. P. P..in F--ch
Verfasser mehrerer Aufsätze im allg.
Anz. der Deutschen namentlich des Aufsatzes in No 204 1830
über Erziehungskunst und Staatskunst.

Schon oft als wir Ew Wohlgeboren
deutsches Wohl u deutsche Bedürfnisse
erfassenden Aufsätze im a. Anz. d. D.
lasen, kam uns der Gedanke, Sie
unmittelbar mit unsern Erziehungs-
bestrebungen u den Grundsätzen
desselben bekannt zu machen. Zwar
haben wir unsern Erziehungszweck
u deßen Grundsätze schon früher zum
öftern in deutschen Zeitschriften u auch
in a. A. d. D. ausgesprochen, doch die
Fluth der Abhandlungen u Vorschläge
dieser Art ist ja so groß, daß immer
die folgende die vorhergehende ver-
schlingt; wer kann da wissen, welche
selbstthätig Boden anfaßt, Wurzel
treibt.
Doch dieser Gedanke trat uns immer wieder zu-
rück weil dessen Ausführung wohl noch nicht
in der Zeit seyn mochte. Jetzt erscheint
aber ihr [sc.. Ihr] jüngster Aufsatz in No 264 d a A. d. J.
über Erziehungskunst u Staatskunst u dieser erfaßt unsere
Grundsätze der Volks- u Menschenerzieh[un]g
so in seinem Innersten, das schlagend
Gleiche, zu welchen sich persönlich ganz
unbekannte Männer ohne Zweifel
auf dem verschiedensten Wege des /
[3]
des Denkens u der Lebenserfahrung [finden]
trat uns so merkwürdig entgegen
daß wir den auch bey dieser Gelegenheit
wiederkommenden Gedanken der unmit-
telbaren Mittheilung nicht wieder
zurückdrängen mochten. Zwar ha-
ben wir unsern Erziehungszweck u dessen
Grundsätze schon früher zum öftern in deutschen
Zeitschriften u auch im a. A dD ausge-
sprochen, daß uns. Bestrebungen u deren
Geist Ew. Wohlg[e]b[oren] wohl nicht unbekannt
seyn mögen; Doch die Fluth der Ab-
handlungen u Vorschläge dieser Art ist
ja so groß, daß immer die folgende
schon die vorhergehende verschlingt;
wer mag da entscheiden, welche sich
unter den Schwierigkeiten der Aus-
führung bewähren wird, wer kann
da wissen, welche wirklich selbstthätig
Boden erfaßt, selbstthätig Wurzel
treibt u selbstkräftig und selbstthätig zu einem Lebensbaum
emporwächst u erstarkt, welcher vor
der Fluth des Lebensstroms nicht entwur-
zelt u nicht vernichtet wird. Darin
also hat es seinen Grund, daß wir
uns erlauben, in der Anlage Ihnen
Abhandlungen zu übersenden
die zum Theil nur ein besonderer Abdruck aus
dem a. A. dD. früherer Jahre u die
vielleicht schon bekannt sind. Es ge-
schah dies, um Ssie in Ihrem [sc.:ihrem] Inhalte mit weniger Mühe
für Ew Wohlg[e]b[oren] in Ihr Gedächtniß zu-
rückzurufen (um Sie das Unange-
nehme des Nachschlagens zu über-
heben).
Wenn diese Abhandlungen sowohl als
die früheren, die in besonderen Schrift[-]
chen erschienen und [die wir uns] auch beyzulegen erlauben, von den Deutschen
unbeachtet blieben, so war es
vielleicht, daß sie zu früh oder zu spät/
[3R]
erschienen. Doch in ihrer innern
Wahrheit bewährten sich die darin
ausgesprochenen Grundsätze in einer
mehr als vierzehnjährigen Anwen-
dung auf das unzweydeutigste durch die Thatsachen selbst.
Doch nicht allein in der eigenen Anwen-
dung bewähren sie sich, da es vielleicht
möglich wäre, auch irgend eine Täusch[un]g
unterzuschieben, nein! sie tritt uns
schlagend in der vorher gedachten
Uebereinstimmung des Denkens u
der Lebenserfahrung entgegen
wovon sich Ew Wohlgeb[oren] selbst überzeu-
gen werden, wenn Sie den zu diesem Zwecke hier beyliegen-
de Auszuge des Planes einer Volks-
erziehungsanstalt prüfend mir ver-
gleichende Aufmerksamkeit schenken
wollen, welche wir zu diesem Zweck
hier beylegen
.
Wir glauben auch, daß Sie dieß
besonders in Hinsicht auf die Ein-
heit u Uebereinst Ungestücktheit
des gesammten Erziehungsgeschäftes
in einem schon vor fast 3 Jahren von uns geschriebenen Briefe Briefe [2mal] finden werden
welcher gleichsam der Keim zur
Ausführung vorhin gedachter Volks[-]
erziehungsanstalt war u den wir in
dieser Beziehung auch in Abschrift Ihnen
hier beylegen.
*Ob nun gleich jene im Meiningschen bezweckte Volkserziehungsan-
stalt, so sogar durchdrungen auch des Herzogs Person von d Richtigkeit einer solchen
ErziehungsAnstalt für sein Land war aus Gründen, die jeder
Denkende leicht finden kann, doch gleichsam bey der Einsetzung des
Schlußsteines bis jetzt gehemmt wurde, so hat ihre Ver-
wirklichung doch, wie eine da wir jene Hemmung schon ahnen
konnten
, gleich bey der, in der von uns erschienenen Anzeige
ausgesprochen wie Beylage zeigt[,] hier in Keilhau bei in Verbindung
mit der schon seit 1816 hier bestehenden allgem deutschen
VolksErziehungsanstalt begonnen[.]
Ew Wohlgeboren nur mit dem Daseyn u Fortbeste-
hen einer Erziehungsanstalt, eines Erziehungs-
zweckes nach diesen Grundsätzen, mit
diesen Gesinnungen u in diesem Umfange,
bekannt zu machen, ist der einzige Zweck
dieser Mittheilungen; denn wir sind überzeugt
es sey hinlänglich einem deutschen Mann, dem
Verfasser der genannten Aufsätze, Ew Wohlgeb[oren]
um zu sagen, daß ein erziehendes Streben
eine Erziehungsanstalt mit diesen rein menschlichen
Ansichten u allgemein menschl[ichen] Grundsätzen /
[4]
das Besondere wie das Allgemeine
erfassend, so lange wie ausgesprochen
wirklich bestehen konnte; Persönliches müßte ihm
fremd u nur das Reinmenschlichste, wie es
sich besonders in den Völkern deutscher
Zunge kund thut, die Seele sei Lebens[-]
sage.
Daß wir uns erlauben, Ew. Wohlgeb[oren] diese frü-
hern zum Theil unvollständigen Darstellungen, wie
sie das (persönliche) Bedürfniß erzeugte u nicht lieber
eine gedrängtere diese u vielleicht genügendere (mehr) erfassendere
u somit wohl genügendere Darstellung zu überschicken, hat
darin seinen Grund, daß ich lieber Thatsachen u darum
Actenstücke sprechen lassen wollte, indem vieles selbst schon
der Geschichte angehöre.
Mögen Sich Ew Wohlgeboren nun durch
diese Mittheilung veranlaßt fühlen, die
Anlagen nicht ungelesenbeachtet aus der Hand
zu legen, mögen Sie besonders den Grund
gedenken aller dieser schriftlichen Darlegungen
welcher gleichsam den Schlußstein, den
Zielpunkt, gleichsam den Schlußstein
derselben ausmacht, daß die Erziehung
die Bildung des Menschen
      zur Religion Versittlichung des Menschen
      zur productiven Thatkraft
      zur gründlichen und lebendigen Erkenntniß
also die Erziehung u Bildung
      des Menschen an u für sich
      für Familie u
      für das öffentliche Leben
darum die Erziehung u Bildung des Menschen
      zur Selbst-
      zur Gottes-
      zur Natur-Erkenntniß u Erfassung
der Menschheit
Gott u
Natur erziehend

zur Einigung
mit der Menschheit
mit Gott u
mit der Natur
der Menschheit Gott u der Natur genügend
also eine dem deutschen Charakter, Gesinnungen
u Bedürfnissen entsprechende Erziehung und Bildung
der Deutschen, ein gemeinsames und dadurch
einendes Werk aller Deutschen werden ein
deutsches National- und Volkswerk
werden müsse: - mögen Sie besonders
diesen Grundgedanken Ihrer ernsten Prüfung
und Aufmerksamkeit werth u würdig finden.
(Sollten Ew Wohlgeboren sich
dadurch veranlaßt finden mit unsern innern
Leben, dessen Schicksale u Entwicklungsgange
näheren Antheil sich mehr bekannt zu
machen zu wollen werden wir Ihnen gern
was möglich ist davon mittheilen, indem
viele der Thatsachen davon schon der
Geschichte angehören)
Genehmigen Sie d Versicherung der aus-
gezeichnetsten Hochachtung