Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Weimann in Schneidemühl v. 8.11.1830 (Keilhau)


F. an Weimann in Schneidemühl v. 8.11.1830 (Keilhau)
(BN 731, Bl 15-16V, datierter Entwurf 2 Bl 4° 3 S. im „Briefbuch Keilhau“,
Handschrift Middendorffs)

Keilhau den 8 Nov. 1830

Herrn Justizcommissarius Weimann in Schneidemühl.
Ew. Wohlgeboren haben uns in Ihrem geehrten
Schreiben vom 10 Oct. mehrere Wünsche aus[-]
gesprochen. Wir Erwider[n] und hoffen ihnen durch folgendes
zu begegnen.
Wir übersenden Ihnen zunächst die Beylage die
gewünschte Quittung für die durch Honorirung
des von uns ausgestellten Wechsels <bar> gezahlten Summe
137 <sächs> Rth, welche <wir> Ihnen theils für das halb-
jährige Erziehungsgeld vom 1 Oct d.j. bis zum
1 Apr 1831 theils zur Berechnung für die beson-
dern Ausgaben für Ihren Sohn Alb[ert] zu Gute geschrieben
haben.
Das Jahreszeugniß über Ihren Sohn, nach
dem besonderen und Gesammturtheil aller Lehrer
über den Unterricht, Kenntniß[-]Fortschritt
u Verhalten Ihres Sohnes, wie über die sich bey ihm aus-
sprechenden Anlagen u seine Geistesrichtung
würden wir Ihnen ebenfalls da es schon
niedergeschrieben ist jetzt mitschicken /
[15R]
wenn wir es es bis <zunächst> hätten ausfertigen
können u wegen seines Umfangs es nicht
für angemessener gefunden hätten, dasselbe nebst
der Berechnung der besondern Ausgaben u des aus durch
die (nächste) Fahrende Post Ihnen zu übersenden[.]
Auf Ihre Anfrage wegen des Erziehungsgeldes
von 200 rth sächs Courant für Ihren Sohn legen wir
Ihnen abschriftlich einen Theil des Briefes an einen
Herrn Busse in Rogasen bey, der darauf antwortet, bey
diese Frage thut hinsichtl eines
Wandels, der <in> unserer Anstalt [geschieht] vertrauensvoll, bey [.]
Aus diesem wird Ihnen sowohl das für Ihren Sohn bestimmte
Erziehungsgeld sowohl als das gesetzmäßige festgesetzte u einzig
gehörige von selbst entgegentreten, so wie sich Ihnen
dadurch erklären wird,

Hieraus wird Ihnen klar <seyn, daß> Ihr<em> Sohn unter <so ganz>
andern Bedingungen <? die Entwicklungen> ausgesprochen [worden] sind,
in die Anstalt u <Entstehung> aufgenommen werden könnte, ebenso ist dadurch klar
warum u wieweit die uns
jüngst aus Ihrer Gegend zugesandten Zöglinge (jetzt)
die geringer[e] Summe des Erziehungsgeldes zahlen. Es ward
uns
Früher ist uns dieser Frage von Ihnen Ew Wohlgeb[oren] nicht vorgelegt, sonst worden,
hätten wir an sonst hätten wir Sie Ihnen <Entwicklungen> gleich eben so bestimmt beantwortet,
Wir wurden auch durch uns selbst wurden wir auch nicht dazu veran-
laßt, weil wir Sie als schon dieses als Ihnen durch HE <?> und HE Teske bekannt voraussetzten,
indem der ältere Sohn des HE Teske in Samoszin auf
gleicher Bildungsstufe und Classe mit Ihrem <jünger[n] immer>
unter diesen Bedingungen <wir Feststellens gestellt sind> finden
immer in der Anstalt gewesen ist. Ein gleichzeitig mit Ihrem /
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Sohn eingetretene <gegangene> Zögling, der <um den ?stand> sich arbeitet[et] eben in diese Classe
eingetreten ist, <-> zahlt dieselbe Pension. Ein jünger[er] Zögling
der mit einem, auf ein Jahr in der ersten früher, bey
seinem Eintritt nur 100 rth zahlte indem er in die erste
Abtheilung eintrat zahlt jetzt <auch> alle Jahr da er <natürl[ich]
in die <?> Classe <?> eingetreten ist
gleich Ihrem Sohn das bestimmte Erziehungsgeld derselben
absteht, eben dasselbe <? ? ?>
Erziehungsgeld. Dieß so ausgedehnt, damit Ew Wohlgeboren
wie andere die vielleicht darüber bey Ihnen Erkundungen einziehen
möchten
eine klare u beruhigende Einsicht in dieß Verhältniß erhalten.
Was nun Ihren Sohn betrifft, so sagen wir Ihnen
vorläufig dass derselbe völlig gesund ist und sich
durch eine reges thätiges Leben gebedeutende Thätigk[ei]t im Gefühl seiner
entsprechenden steigenden Entwickelung hier <?>
seines Lebens freut
. zu einem allseitigen Wohl ganz in Anspruch genommen ist.
Mit der Übersendung des Gesammten Zeugnisses
wird nun derselbe schon Ihnen selbst vielleicht zugleich
übersichtl[ich] mittheilen als die Zeiteintheilung u tägl[iche] Beschäftigung
er für dieses Winterhalbjahr beschäftigt mittheilen.
   Genehmigen Sie die Versicherung unserer wahren Hochachtung Ergebenst