Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Henriette Wilhelmine Fröbel in Keilhau v. 14.7.1831 (Frankfurt/M.)


F. an Henriette Wilhelmine Fröbel in Keilhau v. 14.7.1831 (Frankfurt/M.)
(KN 28,6, Brieforiginal 1 Bl 8° 2 S., ed. H V, 299)

Auf der Öde am 14 Jul. Morgens 10 Uhr


Mein seelegeliebtes Weib.

Alles ist gepackt ein Theil schon auf der Post[.]
Um 12 Uhr gehe ich von hier ab und jenseits
des Mayns. Meine Liebe, mein Seege[n]
meine Treue, mein Herz bleibt Dir und
Euch allen zurück. Gott sey mit uns
mit Euch mit mir. Sobald ich kann schreibe
ich, wartet nicht, ja nicht mir zu schreiben[.]
Schreibt mir Poste restante Luzern.
Du empfängst hier einige Gaben der Liebe;
Wenig hattest Du, nichts hatte ich den Theuren
verbundenen zu geben zum Zeichen innigster Theil-
nahme zum Tage des Festes.
Ist es Dir recht so reiche wenn Ihr einmal
froh zusammen seyd in den schönen Dämmerstunden
wenn Elise das Schnydersche Wiegenlied
Emiliens
ihr singen kann, dem Barop in der
Tasse einen <Einigungs> Trank - ich habe sie
von Carl v. H. - der Löffel sagt selbst vom wem
er ist. Barop kennt sie.- Das Lied lasse durch /
[1R]
einen der lieben Kleinen das Liedchen im
Kästchen der Elisilie reichen.- Lege ein
Paar Feldbergsblumen, oder ein Kränzchen
von blühender, Honig u süßen Duft in sich
tragender Heyde dazu.- Die Steine sind
vom Feldberg, der mit Moos bewachsen
ist von dessen höchster Spitze dem Brunhilden
Stein. Gieb auch dem Christfrid [sc.: Christian Friedrich Clemens], <dem / dann> Barop, ein Stück davon wennes [sc.: wenn es]
angeht. Mich drängt die Zeit. Gern
hätte ich Emilien ein Paar Worte geschrieben
vielleicht ist es noch mgl ehe Elise das
Liedchen zum besten gieb[t]. Ich habe es <heut>
3 mal in Gesellschaft von einer Künstlerin
vortragen hören, es hat sehr schöne u
getroffene Stellen.
Nun lebe wohl grüße Alle in g[a]nzen
Hause auch die <Leute> bald hörst
Du wieder von Deinem
Dir ewig geeinten FrFr.