Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Adolph von Holzhausen in "Auf der Öde" bei Frankfurt/M. v. 24.1.1832 (Wartensee)


F. an Adolph von Holzhausen in "Auf der Öde" bei Frankfurt/M. v. 24.1.1832 (Wartensee)
(KN 34,3 Reinschriftfragment 1 Bl 4°1 S. - Das Fragment ist Teil [Selbstzitat] des F.-Briefs an die >Keilhauer Gemeinschaft< v. 14.1.-24.1.1832, hier aus 15R; Adressatort lt. 14R.)
(Verhältnis Originalzeile : Transkriptionszeile nicht 1 : 1)

[15R]
 [...]
Was sagen Sie nun, mein einsichtiger, rechtserfahrener Freund zu dieser Erklärung des Herrn Prof. Dr K. Herzog?- Ich bitte Sie, vergleichen Sie mit Ihrem ruhigen, besonnenen, ja - wie gern brauche hier das Wort - kaltem Blute doch diese verschiedenen Äußerungen aus dieser Wolfsschlucht, erstlich den Aufs[atz] in der berüchtigten App. Ztg No 153.154 vom vorigen Jahre - dann zweytens den ruhigen Brief meiner Keilh. Freunde an ihn,- dann seine Antwort an diese wo er sogar die Vermuthung aufstellt, ja nicht einmal ernstlich zurücke wirft, daß er der Verfasser jenes niedrigen Aufsatzes sey - jetzt nun wieder diese Erklärung.- Weiter, ich bitte Sie vergleichen Sie doch das was der kleine Rath und der Erziehungsrath von Luzern, Herrn Schnyder und mir, so frey als bestimmt ausspricht, daß eine Erziehungsanstalt im Geiste der beabsichtigten zum Heil, [(]oder ich will gar kein eigen Wort gebrauchen, lesen Sie gütigst die Worte selbst nach ........) des Kantons sey. Wenn Sie nun alles dieß vergleichen, gähnt Ihnen da nicht die Wolfsschlucht entgegen?- Vernichten und untergraben meines Wirkens dahin zielt alles ab! - Sie, klar und hellsehender Freund! lesen Sie doch nur den Schluß dieser Erklärung, was sagt und will er anders als, rein um nichts und wieder nichts den Erziehungsrath und die Regierung in Luzern gegen das Unternehmen in Wartensee einzunehmen und welch ein Grund ist es zuletzt: - weil es eine Privat Erziehungsanstalt ist, welchen Namen sie auch immer führen möge. Vergleichen Sie nun dieses Mannes Handeln: - Er der so gegen PrivatErziehungsanstalten als Bildungsmittel auftritt; tritt selbst mit einer PrivatErziehungsanstalt als Erwerbsmittel auf. Mein trauter hochachtbarer Freund! lassen sich denn das deutsche Eltern gefallen???---
Und lieber, geliebter Adolph was könnte ich sagen?- Doch ich will dadurch nicht weiß erscheinen, daß ich Andere schwarz male; nur eines deute ich an: - In meinem klaren Keilhau wollte sich auch ein giftiger Krebs ansetzen. Sehen Sie, da faßte ich mir ein Herz und schnitt den Krebs aus, und --- das können mir diese {Menschen - / Männer - / jedes Wort ist zu gut} nicht verzeihen.
Sie Sehen, wie Herzog jetzt im Nebel handelt, Sie können sich nun denken, wie er seit vielen Jahren im Dunkeln handelte.- Durch ihn wurde in dem Herzen eines der edelsten Fürsten das Zutrauen, das volle Zutrauen zu einem gewiß nicht unedlen Manne - mein Leben liegt offen vor Ihnen - auf Schleich- und wieder Schleichwegen vernichtet. Doch ich schweige. u.s.w.
Doch man macht mir die Verläumdung aufzuhellen auch hier ziemlich schwer, ja fast unmöglich denken Sie Sich, trauter Freund! noch habe ich keine beglaubigte Abschrift der zu meiner Rechtfertigung eingegangenen Papiere. Ist das Recht frage ich nochmals!
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