Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Arnold Barop in Wartensee mit Nachschrift von Emilie Barop v. 14.12.1832 (Keilhau)


F. an Johannes Arnold Barop in Wartensee mit Nachschrift von Emilie Barop v. 14.12.1832 (Keilhau)
(KN 43,5; Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S.)

Keilhau, am 14.Christmond 1832
V.G.V.
Der herzlichste Dank für Deine freundlichen Briefe 1. Barop
wird dir gewiß von den andern noch viel und allseitig
ausgesprochen werden, ich darf mich hier mit der gestalteten
Darlegung desselben nicht aufhalten, mir liegt nach dem Schluß
Deines Briefes, vorzüglich an uns Handelnde, nur eins persön[-]
lich zu erörtern hier ob, denn, Du bist zwar nicht nach mei[-]
ner Bestimmung aber doch auf meine Veranlassung und nach
und mit meinem Wunsche nach der Schweiz gegangen und
so meyne ich wird es Dir wenigstens nicht unlieb seyn,
auch über Deine Rückkehr aus der Schweiz meine Ansicht
zu hören, denn Du schreibst in der mir zur Beantwortung hier
vorliegenden Stelle: daß Du wünschest noch vor meiner
Rückkehr nach der Schweiz aus derselben zurück zu kehren.
Nun schreibst Du dieß zwar in Beziehung darauf daß zugleich
mit Elisen auch Wilhelm nach der Schweiz gehen könne.
Es scheint nun wohl als sey durch den Tod Wilhelms
von unserer Seite, wenigstens von der meinen nicht eine
bestimmte Beantwortung Deines Wunsches mehr nöthig,
meine persönliche Ansicht von welcher jedoch hier nur einzig
die Rede ist, ist aber darüber eine ganz andere und so halte
ich es auch für mich für Pflicht Dir diese so klar als offen
auszusprechen, sie ist diese: In Beziehung auf mein inneres
Verhältniß zu Dir wie ich mich darüber in meinem letzten
Briefe an die Keilhauer Gesamtheit ausspreche, bleibt es Dir
von meiner Seite gänzlich überlassen wenn Du nach Deiner Über[-]
zeugung nach Keilhau zurückkehren, und also auch ob Du - [:
nach Genehmigung von den Behörden u.s.w.:] meine Rückkehr
nach der Schweiz abwarten oder noch früher und so bald als
Du es nur immer für angemessen hältst hierher zurück kehren
willst.- Diese meine Willensmeinung versteht sich nun zwar
eigentlich so dem Stande der Sache nach von meiner Seite,
doch hielt ich es nicht für unnöthig sie Dir noch mit Bestimmtheit
auszusprechen. Ob Elise mit nach der Schweiz kommen wird weiß
ich selbst noch nicht weder mit ihr noch mit Jemand ihres Kreises
ist bis jetzt noch das Entfernteste darüber gesprochen worden
Das entscheidende Wort aus der Schweiz wird ohne Zweifel
erst über alles dieß entscheiden. Um einen tüchtigen Musiklehrer bemühe
ich mich. Das Friedenskind erhöhe zu seinem Lebensfeste Deinen und der Deinen Frieden.
Fr Fr. /

[1R]
Keilhau, den 14/12 32
Mein geliebter Barop!

Eben läßt mir Middendorf sagen dass er Dir schrei[-]
be und da will ich jetzt nicht wieder die Gelegenheit
vorüber gehen lassen, Dir wenigstens der Seele Gruß
zu senden. Ach es ist mir ja selbst so wohl wenn ich
nur so zu Dir komme.
Vorgestern war mir Dein Brief ein unerwartetes Ge
schenk, o Gott! welche Seligkeit hast Du mir dadurch bereitet.
Ach Barop auch mein Glauben mein Vertrauen wankt nicht.
Der Oheim sagte gestern das Middendorf ihm gesagt, ich hätte
Dir meine Furcht ausgesprochen das unser Leben nicht ein
immer Einiges sey, aber gewiß nicht der Gedanke und noch
weniger die Furcht ist in meine Seele gekommen und
Du wirst gewiß Deine Emilie nicht mißverstehen wenn
sie Dir alles so schreibt wie es eben die Brust bewegt.
Der Oheim fragt mich, da ich ihm der Mutter Äußerung
gesagt das Elise nun nicht mit nach der Schweiz gehe
wie der Gedanke den er früher auch Dir ausgesprochen
das wir dorthin kämen auf mich gewirkt habe. Ich aber
ich kann ihm nichts antworten, es wogen die Empfin[-]
dungen auf und nieder aber zum Wort kann sich keine
bilden. Nun lebe recht wohl ich muß schließen
Middendorf wartet schon auf mich. Grüße Ferdinand
von uns allen und ich, wir ruhen an Deinem treuen
Herzen und Du lebst immer in dem
         Deiner
Emilie Barop