Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an >Keilhauer Gemeinschaft< v. 19.4.1833 (Schwarzburg)


F. an >Keilhauer Gemeinschaft< v. 19.4.1833 (Schwarzburg)
(KN 45,4, tw. dat. Brieforiginal 1 B 8° 2 ½ S.)

Auf der Reise Schwarzburg am 19. Apr.[il] [1833]


Gott zum Gruß.


Wenn die Uhr noch nicht eingepackt ist so
könnte sie wohl zurück bleiben; eben so auch
die Leuchter, denn ich habe es überlegt es
ist doch sehr nöthig mit der Fracht sorglich
zu seyn, daß mir die Einlösung der Sache
nicht zu schwer werde; ist es jedoch schon
gepackt so ist nicht nöthig umzupacken. Denn
meine Frau sagte es sey nicht gut wenn die
Uhr zu lang gepackt stehe. –
Felix hat mich gebeten ihm die kleine Lehrer-
stube, zuletzt Languthsstube bewohnen zu
lassen ich wollte deßhalb mit Dir L u M.
sprechen denn ich habe nichts dagegen, doch
wollte ich auf ein doppeltes aufmerksam
machen, erstlich daß ich nicht wünsche daß
es zusehr Gesellschafts[-] oder wie man es auch
in einer gewissen Sprache nennt Auflagen[-]
Stube werde; wäre ich darüber sicher und
hätte ich Zeit gehabt besonders in dieser Bezieh[-]
ung mit Felix zu reden so hätte ich gar nichts
dagegen; denn dann fände sich auch wohl
das zweyte auf den Falle nemlich daß bald /
[1R]
wieder ein Lehrer eintreten könnten dann
Felix und dieser in dieser Stube wohnen.
Es wird mich also freuen wenn der Wunsch
Felixens erfüllt werden kann nur will
ich nicht gegen das Ganze für etwas sprechen
Dann Felix wie alle den übrigen die dabey
thätig waren meinen Dank für ihre große
Hülfe beym Einpacken. Doch will ich Dir
L [Langethal] und Dir Felix für die Zukunft einen Rath
auf ähnliche Fälle geben; seht Euch den Wagen
und besonders die leeren Räume desselben recht an;
ich glaube jetzt fast daß ich die Bücher hätte
mit nehmen können wenn ich sie der Länge
nach einander gepackt hätte, so daß sie
unter den Vordersitz hätten liegen können.
Euch Allen geliebten Söhne u. Töchter und Euch
Ihr lieben Meinigen nochmals meinen herzlich[-]
sten Seegens Gruß. Wem die Trennung besonders
von Euch Jüngern wehe thut z. B. Dir Christian
Friedrich der bedenke: das Gutseyn, Brav[-]
seyn
aber auch Tüchtig seyn in seinem Arbeiten
stets die Guten wieder vereinen kann
also auch bald uns. Christian Friedrich:
ich u. Mutter werden Dein Kommen nach /
[2]
der Schweiz möglich zu machen sucht [sc.: suchen], sobald
Du es Gott und uns durch Dein Gutseyn möglich
machst. Lebet wohl immer ist bei Euch
der Geist und das Leben Eures Pflegers
und Vaters welcher all Sein Sinnen nur
einzig u allein auf Euer bleibendes
Wohl bezieht. Vergeßt mich nicht
FrFr