Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Schneider in Bern v. 10.10.1833 (Bern)


F. an Johannes Schneider in Bern v. 10.10.1833 (Bern)
(Autograph priv. / Attinger/Neuchatel, [1 Bl 4° 1 S.] ed. Geppert 1976, 21. Text nach Edition, da Original nicht zugänglich.)

Bern, Donnerstag den 10. Oktober 1833


Innig hochgeachteter Herr!

In der Anlage erfülle ich meine Schuldigkeit Ihnen die mir anvertraute
Abschrift Ihres Schreibens vom 3en d. M. an mich zurück zu geben.
Da bey einem wiederkehrenden Versuche es uns nicht gelungen ist, den
Herrn Prof. Johannes Schnell persönlich unsere hohe Achtung bezeugen zu
können, so bin ich so frey Sie ergebenst zu bitten uns denselben mit Ausdruck
vorzüglicher Hochachtung zu empfehlen. Eben so bitte ich Sie freundschaft-
lichst zu uns dem Herrn Präsident des Erziehungsrathes Herrn Neuhaus und
dem Herrn Reg. Rath Lutz -welchen beyden unsere Dankbarkeit für die
rege Theilnahme welche der verehrliche Erziehungsrath der Republik Bern den
ersten Anfängen meiner, unserer Erziehenden Wirksamkeit in der Schweiz
schenkten, persönlich auszusprechen, nicht möglich wurde - dieß gelegentlich
an unserer und meiner Statt gütigst zu thun.
Noch erlaube ich mir wiederkehrend Sie, hochgeehrter Herr R. Rath auf
den Aufsatz über die Willisauer Erziehungs-Anstalt in der Neuen Züricher
Zeitung No 80 vom 5en 8ber, aufmerksam zu machen, da irre ich nicht, Sprache
und besonders die Ansicht Ihnen nicht entgegen seyn wird, vielmehr der sich
darinn, besonders gegen das Ende aussprechende Geist, einer allgemeinen
Verbreitung zum Wohl des Volkserziehungswesens Ihnen werth erscheinen
könnte.
Mit dem Ausdrucke vorzüglicher Hochachtung, und dem reinsten Wunsche
zur Verwirklichung Ihrer - im Geiste der Menschheit – Vaterländischen
Zwecke sage ich Ihnen und mein Freund Barop ein herzliches: Leben Sie
recht wohl
Friedrich Fröbel