Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an die >Keilhauer Gemeinschaft< v. 6.11.1833 (Willisau)


F. an die >Keilhauer Gemeinschaft< v. 6.11.1833 (Willisau)
(KN 46,2, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 ½ S.)

Willisau, am 96. Novembr 1833

Ferdinand wünscht mit nächster Sendung zu empfangen:
Wollene Strümpfe – Was er noch von Cicero habe –
Herodot - LiviusTacitus – Vielleicht sämtliche griechische
und lateinische Klassiker welche er noch dort habe. -
<Ludens> allgemeine Geschichte (Hefte) – Wenn sich das Stück
Tusche von ihm findet. - Karls Hymne an die Natur
für 2 Singstimmen Flöte, Klarinette, Horn und Guittarre –
Variationen für Flöte und Guitarre von Fürstenau.
Meine Frau wünscht zu bekommen:
1. den kleinen kupfernen Theekessel. – 2 den gelben Messingkessel
3. drey Bunzlauer Kaffeekannen mit gehörigen Deckel wie sie der Größe
nach folgen, aus dem Wandschrank auf der Flur. – 4. die drey
weißen Kannen von Sanitätsgut, aus dem Wandschrank in d. Stube
5. das halbe Duzzend feine hohe Porcollain-Schocolattassen. – Ihre
grüne Lampe. – 7. den weißen Kaffeefilter, wenn er anders noch
da ist. – 8. das Unterbett und Matrazze zu dem von der Mutter
zuletzt erhaltenen Bette. 9. das beste Gesindebett H.W.H. No 2
gezeichnet, bestehend aus Deckbette, Unterbette und 2 Kopfkissen.
10. den großen lackirten Präsentirteller oder Kaffeebrett. –
11. die Kleinigkeiten, die sie in ihrem Arbeitstischchen unten hat,
namentlich das Päcktchen feines Leinenes Band. –
12. das kleine kupferne Milchkasseroll. – NB: Sollte noch nicht
angefangen seyn an dem Flachse in der Wäschkammer zu
spinnen, so wünscht meine Frau weiter zu haben 13.) den Flachs
aus der Wäschkammer; 14. das kleine Spinnrad von der Obst[-]
kammer. NB das Spinnrad aber muß vollständig seyn, denn wer
sollte es hier herstellen. Und wenn das Spinnrad mangelt wer sollte
dan den Flachs spinnen.
Der Flachs aber kann hier von Leuten im
Städtchen gesponnen werden. - 15. Vier von den plattirten Säulenleuch-
tern mit dazu gehörigen Lichteinsätzen und eisernen Einhängen.
Doch ja keine Branchen oder Arme. - 16. Das kleine Kaffeemäßchen
mit dem ganzen und halben Loth. – 17 die alte kleine messi[n]gene
Wagschale aus der Vorrathskammer – mit dazu gehörigem Gewicht
18. die hölzerne Berliner Viertelmetze aus der Speisekammer. -
19. die noch zurückgebliebenen Fensterkissen.
20. das messingene Gewürzkästchen
21 den hölzernen Zuckerkasten oder das Messingene Zuckerkästchen.
Ich wünsche zu erhalten:
1. drey Exemplare der Erziehungskunst ord: Ausgabe.
2. sechs Exemplare der sämtlichen Anzeigeschriften.
Seit Monaten packe ich schon an meinem Päcktchen an Euch ein; aber immer
kommen Hemmnisse zur Absendung heute am 6. Novbr sollte die Ab- /
[1R]
sendung gewiß geschehen; allein es will sich die Zeit dazu nicht
finden; wegen dem Wiederbeginn der Stunden und den Anknüpfungen
in Bern ist die Zeit so beengt.
Ist Titus abgereiset und wann? -
Heute erwarte ich mit Gewißheit einen Brief von Euch. Bekomme
ich nächsten Sonnabend einen? -
Schreibt mir doch ja sogleich als die Sachen mit der Fracht abgehen
besonders wie schwer die ganze Sendung ist, damit ich mich mit dem Gelde
darnach einrichten kann. – Die Fracht von Gotha war wie ich Euch schon
geschrieben habe etwas theuer. Die Spedition geht am besten über
Offenbach a/m und über Basel. Von Basel aus ist alle Woche hierher
Frachtfuhre.
Behüte Euch Gott mit nächsten mehr.
Für nächsten Winter scheint nun wohl alles so ziemlich fest hier
bestimmt, d.h. der Wirkungskreis und unsere Arbeit wird so zieml[ich]
gleich der des verflossenen Sommers zu seyn.
Was aber wird mir mein Monat Februar, was wird
mir der Frühling bringen. Schöne Zukunft scheint herauf zu-
dämmern, werden die Gestalten nicht in Nebel zerfließen?
    Lebet alle, alle wohl.

Euer FriedrichFröbel

Nach den jetzigen Umständen und Anordnungen wird Barop wohl kaum
noch 14 Tage hier seyn